So. Ich hatte mir zuerst überlegt, das nun Folgende auf Facebook zu posten, was ich vielleicht auch noch in komprimierter Form tun werde, aber ich muss jetzt einfach mal was loswerden, und das wird für Facebook, glaube ich, zu lang und zu unstrukturiert. Ich bin ja jemand, der lieber fünfmal darüber nachdenkt, was er so in die Welt hinausposaunt; vielleicht blogge ich auch deshalb so selten. Aber das muss jetzt mal sein, und ich werde auch nichts von dem Folgenden zurücknehmen müssen, weil es aus tiefster Seele kommt.
Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe, bin ich überzeugte Liberale. Und ja, ich habe bisher immer mit beiden Stimmen FDP gewählt; auch diesmal. (Wenn auch nicht heute, da per Briefwahl. - Eine Ausnahme sind die Kommunalwahlen, bei denen ich auch Kandidaten anderer Parteien wähle, wenn ich deren Arbeit schätze.) Ich kann mich natürlich irren - und ich hoffe das Gegenteil! -, aber ich gehe nicht davon aus, dass es die FDP noch in den Bundestag schaffen wird.
Meine Wünsche an die FDP sind:
1. Endlich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen politischer Freiheit (d.h. Menschen- und Bürgerrechten) einerseits und wirtschaftlicher Freiheit andererseits.
2. Keine Zweitstimmenkampagnen mehr! Never ever again!
Zu 1) Ich bin linksliberal und würde mich auch so bezeichnen. Das bedeutet aber nicht, dass ich möchte, dass die FDP eine linksliberale Partei wird. Ich möchte, dass die FDP wieder eine Partei wird, für die Menschen- & Bürgerrechte und Wirtschaft genau gleich wichtig sind und die auch beide Themen gleichrangig behandelt. Die überzeugend vermitteln kann, dass wirtschaftliche und politische Freiheit zwei Seiten einer Medaille sind, wie es übrigens auch Guido Westerwelle in seiner Zeit als FDP-Vorsitzender immer in Parteitagsreden betont hat - und der ist nun wirklich niemand, der im Ruch des Linksliberalen steht. Im Moment ist das nicht der Fall. Die einzige wirklich prominente "Bürgerrechtsliberale" ist Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Die FDP fokussiert auf die Wirtschaftspolitik und vergisst, dass man nur über dieses Thema niemanden für die liberale Sache begeistern kann. Dadurch gewinnt man vielleicht ein paar wirtschaftsinteressierte Wähler, aber die können auch finden, dass dieses ihr Interesse genauso gut von Parteien wie der CDU oder der AfD vertreten wird. Die FDP muss wieder zeigen können, dass das Wort "Freiheit" für sie nicht nur eine Worthülse ist - und dass sie, verdammt noch eins, die entsprechenden Bürgerrechtsthemen ja durchaus in ihrem Programm hat!
Und noch ein Wort zur AfD: Meiner Einschätzung nach wählen diese Partei
a) Personen, die im Prinzip die FDP wählen würden - aber nur wegen der Wirtschaft. Bürgerrechte sind diesen Personen egal; "Ausländer" wollen sie nicht.
b) Personen, die im Prinzip die Linke wählen würden - aber nur wegen deren Kritik an internationaler Vernetzung z.B. in Bezug auf NATO-Einsätze. Dass der Sozialismus von seiner Genese her eine internationale Idee ist, passt ihnen dagegen nicht. Sie sind gegen die europäische Vernetzung, gegen den Euro und - gegen "Ausländer".
Für mich ist es nicht zu fassen, dass es so viele Menschen geben soll, die so denken und wählen.
Zu 2) Vor nicht mal einer Woche habe ich mit einer Person gesprochen, die ich persönlich sehr schätze und die meine politische Einstellung kennt. Sie ["sie" bezieht sich übrigens auf "die Person" und ist kein Hinweis auf das Geschlecht derselben] fragte mich, was ich von der Zweitstimmenkampagne der FDP halte. Ich seufzte ein wenig resigniert und sagte "ja mei"; eine Überraschung war das schließlich nicht. Daraufhin regte sich die Person auf und sagte mir, dass genau dieses Verhalten (also nicht meine Reaktion, sondern die Zweitstimmenkampagne ;) ) die FDP für sie unwählbar mache. Was sollte ich dazu schon groß sagen? "Sie haben verdammt recht; diese Zweitstimmenkampagnen gehen mir auch mächtig auf den Senkel, aber es gibt dummerweise keine Partei, die meine Überzeugungen mehr vertritt als die FDP, sodass keine andere für mich wählbar ist"? So traurig es ist, so wahr ist es auch!
Was ich dann gesagt habe, war, dass es auch aus meiner Sicht ein Fehler ist, dass sich die FDP so einseitig an die CDU bindet und dass sie für eine Ampelkoalition ebenso offen sein müsste. (Am liebsten wäre mir zwar eine sozialliberale Koalition aus SPD und FDP, aber da werden mir nicht nur die Grünen-Anhänger sagen, dass ich da mal schön weiterträumen soll...)
Die FDP muss endlich verstehen, dass sie Zweitstimmenkampagnen nicht weiterbringen. Niemand wird die FDP wählen, weil er Angela Merkel will. Ich übrigens auch nicht. Ich will Angela Merkel ja gar nicht! Ich finde die Frau furchtbar, sie sitzt alles aus wie dereinst Kohl, hat keine eigenen Ideen und anscheinend nicht mal unverbrüchliche Überzeugungen. Keine klare Kante, ganz im Gegensatz übrigens zu ihrem Herausforderer Steinbrück. Der hat sich zwar am Anfang des Wahlkampfs angestellt wie der berühmte Elefant im Porzellanladen, aber gegen Ende vieles wieder wettgemacht. Klar, man sollte einfach wissen, dass man Sachen, die zwar sachlich zutreffend sind - im Vergleich zu Managergehältern sind Politikergehälter niedrig, auch wenn das eher gegen die Managergehälter spricht als gegen die Politkergehälter - einfach nicht sagt, wenn das gleichbedeutend damit ist, dass man implizit eine Gehaltserhöhung für sich selbst fordert. Aber dass Steinbrück jemand ist, dem man abnimmt, dass er sagt, was er denkt (auch wenn er in diesem Fall noch mal darüber hätte nachdenken sollen, was er da sagt), finde ich doch sehr sympathisch.
Wie schon gesagt, Zweitstimmenkampagnen bringen die FDP nicht weiter. Ich dachte eigentlich, das zumindest hätte Rösler verstanden, als er FDP-Vorsitzender wurde. Denn ich wähle die FDP, weil ich die FDP will, und ganz bestimmt nicht, weil ich Angela Merkel will. Und ich würde mit meiner Erststimme niemals, wirklich niemals die CSU wählen! Never ever! Dann schon eher die SPD. Sollte die FDP ihren liberalen Kompass jetzt nach der Wahl nicht neu ausrichten oder gar ihre Bürgerrechtspositionen noch weiter schwächen, mache ich bei der nächsten Bundestagswahl mein persönliches Stimmensplitting und gebe meine Erststimme der SPD. (Auch wenn das dem entsprechenden SPD-Kandidaten bzw. der SPD-Kandidatin dann vermutlich auch nicht viel bringt; ich bin schließlich aus Bayern.)
Aber ich wähle die FDP, weil ich die FDP will. Nicht, weil ich eine Koalition der FDP mit der Partei X will. Dass die FDP nicht allein regieren wird und mit ihren eigenen Zielen in einer Koalition Abstriche machen muss - geschenkt. Aber, bitteschön, doch nicht so viele Abstriche wie in den vergangenen vier Jahren! Die FDP hätte diesen Koalitionsvertrag nie unterschreiben dürfen! Aber Angela Merkel und Wolfgang Schäuble haben darauf gesetzt, dass die FDP sich damals verpflichtet fühlte, zu "liefern" - und gewonnen. Spiel, Satz und - wie man heute eindrucksvoll gesehen hat - Sieg.
Und damit gute Nacht. Auch gute Nacht, FDP. Ich wünsche Dir, dass Du wieder aufwachst. Die Chancen dazu trägst Du in Dir, auch wenn es für Dich jetzt schwieriger wird denn je.
Sonntag, 22. September 2013
Dienstag, 30. Juli 2013
A Sign of Tolerance - Ein Zeichen von Toleranz
(deutsche Version: siehe unten)
I must admit that I have been and still are quite sceptical about Pope Francis, because - well, because he loves the camera and the camera loves him. He's just acting too well with the media. But now - this sign of tolerance:
That's more than any pope publicly conceded to homosexual people ever before. It's a sign of tolerance. It shines. And it makes me, as a Christian, a liberal and (being a liberal) an advocate of tolerance in the Enlightenment sense of the word - happy. This is the first time I didn't have to be enraged when hearing a pope's words on such an issue. Thank you, Francis!
-
* Following pure logics, the next thought would be: "If you can't choose your sexual orientation, it must be God who made you gay/ lesbian or straight. Consequently, homosexuality cannot be against God's will and therefore should be accepted by the Church." But that's probably asking too much…
(English version: see above)
Ich muss gestehen, dass ich ziemlich skeptisch gegenüber Papst Franziskus war und immer noch bin, weil - ja, weil er die Kamera liebt und die Kamera ihn liebt. Er geht einfach zu gut mit den Medien um. Aber nun - dieses Zeichen der Toleranz:
Das ist mehr, als irgendein Papst homosexuellen Menschen je öffentlich zugestanden hat. Es ist ein Zeichen von Toleranz. Es leuchtet. Und es macht mich als Christin, als Liberale und als liberale Verfechterin von Toleranz im Sinne der Aufkärung - glücklich. Das ist das erste Mal, dass ich mich nicht aufregen musste, als ich die Worte eines Papstes zu so einem Thema gehört habe. Danke, Franziskus!
-
* Rein logisch betrachtet müsste der nächste Gedanke sein: „Wenn man seine sexuelle Orientierung nicht wählen kann, muss es Gott sein, der einen als schwul/ lesbisch oder hetero geschaffen hat. Folglich kann Homosexualität nicht gegen den Willen Gottes sein und sollte deshalb von der Kirche akzeptiert werden.“ Aber das ist dann wahrscheinlich doch zu viel verlangt…
I must admit that I have been and still are quite sceptical about Pope Francis, because - well, because he loves the camera and the camera loves him. He's just acting too well with the media. But now - this sign of tolerance:
“If someone is gay and he searches for the Lord and has good will, who am I to judge?”Yes, the Catholic Church is still far from accepting homosexuals for who they are. Yes, Francis is against gay marriage and adoption rights for gay or lesbian couples; he does consider homosexual action as a sin, as being against God's will. But nonetheless - his "Who am I to judge?" is resonating within my liberal heart (yes, I'm an ideologist, I don't deny it). Perhaps I'm over-interpreting, but I interpret his statement that way: Francis accepts homosexuality as being "just there", not something people can choose to be. People are either born this way, or they aren't. Therefore, homosexuality is nothing people can be "cured of".* Hence, it would be unmerciful to condemn homosexual people, because it's not their "fault" that they are homosexual. If someone who is gay seeks God, wants to become a priest and, as such, lead a celibate life, he may.
(On Gay Priests, Pope Francis Asks, 'Who Am I to Judge'?, New York Times, 29.07.2013)
That's more than any pope publicly conceded to homosexual people ever before. It's a sign of tolerance. It shines. And it makes me, as a Christian, a liberal and (being a liberal) an advocate of tolerance in the Enlightenment sense of the word - happy. This is the first time I didn't have to be enraged when hearing a pope's words on such an issue. Thank you, Francis!
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* Following pure logics, the next thought would be: "If you can't choose your sexual orientation, it must be God who made you gay/ lesbian or straight. Consequently, homosexuality cannot be against God's will and therefore should be accepted by the Church." But that's probably asking too much…
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| Daniel Nikolaus Chodowiecki: Aufklärung, 1791 (Ausschnitt mit Kirche) |
(English version: see above)
Ich muss gestehen, dass ich ziemlich skeptisch gegenüber Papst Franziskus war und immer noch bin, weil - ja, weil er die Kamera liebt und die Kamera ihn liebt. Er geht einfach zu gut mit den Medien um. Aber nun - dieses Zeichen der Toleranz:
„Wenn jemand schwul ist und Gott sucht und guten Willens ist - wer bin ich, darüber zu urteilen?“Ja, die katholische Kirche ist immer noch weit davon entfernt, Homosexuelle dafür zu akzeptieren, was sie sind. Ja, Franziskus ist gegen die Homo-Ehe und Adoptionsrechte für schwule oder lesbische Paare; er betrachtet homosexuelle Handlungen als Sünde, als etwas, das gegen den Willen Gottes ist. Und dennoch - sein „Wer bin ich, darüber zu urteilen?“ klingt in meinem liberalen Herzen nach (ja, ich bin ideologisch, ich streite es gar nicht ab). Vielleicht überinterpretiere ich ihn da, aber ich interpretiere seine Äußerung so: Franziskus akzeptiert Homosexualität als etwas, das „einfach da“ ist, nicht als etwas, bei dem Menschen darüber entscheiden können, ob sie es sein wollen. Menschen werden entweder so geboren oder eben nicht. Also ist Homosexualität auch nichts, wovon Menschen „geheilt“ werden könnten.* Deshalb wäre es unbarmherzig, homosexuelle Menschen zu verdammen, weil es nicht ihre „Schuld“ ist, dass sie homosexuell sind. Wenn jemand, der schwul ist, Gott sucht, Priester werden möchte und als solcher ein enthaltsames Leben führen möchte, dann darf er das.
(On Gay Priests, Pope Francis Asks, 'Who Am I to Judge'?, New York Times, 29.07.2013)
Das ist mehr, als irgendein Papst homosexuellen Menschen je öffentlich zugestanden hat. Es ist ein Zeichen von Toleranz. Es leuchtet. Und es macht mich als Christin, als Liberale und als liberale Verfechterin von Toleranz im Sinne der Aufkärung - glücklich. Das ist das erste Mal, dass ich mich nicht aufregen musste, als ich die Worte eines Papstes zu so einem Thema gehört habe. Danke, Franziskus!
-
* Rein logisch betrachtet müsste der nächste Gedanke sein: „Wenn man seine sexuelle Orientierung nicht wählen kann, muss es Gott sein, der einen als schwul/ lesbisch oder hetero geschaffen hat. Folglich kann Homosexualität nicht gegen den Willen Gottes sein und sollte deshalb von der Kirche akzeptiert werden.“ Aber das ist dann wahrscheinlich doch zu viel verlangt…
Sonntag, 28. Juli 2013
Immerwährende 365-Tage-Kalender
Nachdem ich in meinem Eintrag vom 27. Juli 2013 auf den Paperblanks-Kalender eingegangen bin, das Geburtstagsgeschenk für meinen Vater, möchte ich nun auf das Namenstagsgeschenk für meine Oma zu sprechen kommen: einen immerwährenden 365-Tageskalender mit je einem Bild und einem Spruch pro Tag von Weltbild, 365 Weisheiten der Welt. Ich habe diesen Kalender ausgewählt, weil meine Oma schöne Bilder mit Sprüchen dazu sehr gerne mag. Tatsächlich hat sie sich sehr darüber gefreut. :-)
Was mich betrifft, ist es zwar nicht so, dass ich Zitate und schöne Bilder grundsätzlich nicht mag, aber mir sind politische Statements deutlich lieber - oder solche Zitate, die (obwohl vom Verfasser natürlich nicht beabsichtigt) manchmal geradezu erschreckend prophetisch wirken:
(Laut Wikipedia ist das Sprichwort mit dem doppelten Glück übrigens aus China; andere Internetstimmen schreiben es Albert Schweitzer zu. Vielleicht hat es ja auch einfach irgendein Sprüchekompilator mal selbst erfunden.)
Was ich unter einem "schönen Bild" verstehe, ist vermutlich auch nicht ganz dasselbe wie das, was meine Oma dazu zählen würde: Blumen gehören nämlich nicht dazu, Wald und v.a. Wasser dagegen schon - Hauptsache, viel Dunkelgrün und Blau oder Gelb. Aber was rede ich - ihr seht ja das Design meines Blogs. Deshalb ist der "Weisheiten der Welt"-Kalender genau das Richtige für meine Oma - nicht für mich. Aber das Geschenk soll ja dem Beschenkten gefallen und Freude bereiten - nicht dem Schenkenden. Ergo: Ziel erfüllt! :-)
Kunst und v.a. Architektur gehören für mich auf jeden Fall und ganz besonders zu den "schönen Bildern", z.B. der romanische Kreuzgang eines Klosters oder gotische Kathedralen. Deshalb besitze ich selbst den immerwährenden Tageskalender Eine Reise ins Mittelalter. 365 magische Momente von Pattloch (Verlagsgruppe Droemer Knaur), an dem mich aber mitunter extrem stört, dass nirgends angegeben ist, was denn nun genau auf diesem oder jenem Bild zu sehen ist. Gut, ich erkenne schon ein paar Abbildungen, z.B. am 1. Juli die Tapisserie mit der "Jungfrau mit dem Einhorn" als Symbol für Eitelkeit aus dem Pariser Musée de Cluny. Aber alles kenne ich eben auch nicht. Sogar das Wenigste.
Etwas besser ist es bei den Zitaten. Bei den Textzeilen "Das muss ein Armseliger sein, der nicht lebt und nicht liebt unter des Sommers Herrschaft", ebenfalls für den 1. Juli, ist immerhin angegeben, dass sie "aus den Carmina Burana" seien. Dass sie präzise gesagt aus "Ecce gratum" (Nr. 143) stammen und im lateinischen Original "illi mens est misera/ qui nec vivit/ nec lascivit/ sub Estatis dextera" heißen, könnte man sich aber auch dann leicht ergoogeln, wenn man weder von der Benediktbeurer Liederhandschrift noch von Carl Orffs szenischer Kantate je zuvor gehört hätte. Bei den Sprüchen ist es also schon in Ordnung, aber bei den Abbildungen ist es wirklich schade. Der Bildnachweis nennt leider nur die Rechteinhaber. Vermutlich stört es 95% der Käufer dieses Kalenders auch überhaupt nicht, dass genauere Quellenangaben bei den Bildern fehlen, aber ich empfinde es an dem sonst schönen Kalender als Manko. In mir schlägt halt ein Historiker-Herz.
Zur Ehrenrettung des Kalenders muss man auch sagen, dass er trotz des romantisch-mittelalterverklärenden Titels wirklich geschmackvoll ist. Und der Geschichtsdidaktiker in mir, der "zu ästhetisierend" sagt, darf jetzt einfach mal ruhig sein… Außerdem: Selbst wenn ich hier kritisiere, dass der Kalender keine didaktischen Standards einhält - ich hab ihn mir gekauft, er steht auf meinem Schreibtisch, ich blättere ihn jeden Tag um, er gefällt mir. Punkt.
Was mich betrifft, ist es zwar nicht so, dass ich Zitate und schöne Bilder grundsätzlich nicht mag, aber mir sind politische Statements deutlich lieber - oder solche Zitate, die (obwohl vom Verfasser natürlich nicht beabsichtigt) manchmal geradezu erschreckend prophetisch wirken:
Und eh' ihr einen SchlägerSprüche wie "Das Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt" sind dagegen weniger mein Fall - solche "Weisheiten" finde ich platt und banal. Meine Oma nicht. Das ist ihr gutes Recht, aber es ist auch mein gutes Recht, diese Sprüche nicht zu mögen.
Erhebt zum Völkermord,
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Das freie Wort!
-- 2. Strophe des Gedichts "Das freie Wort" von Georg Herwegh (1817-1875) aus der Sammlung "Gedichte eines Lebendigen", Teil 1 (1841)
(Laut Wikipedia ist das Sprichwort mit dem doppelten Glück übrigens aus China; andere Internetstimmen schreiben es Albert Schweitzer zu. Vielleicht hat es ja auch einfach irgendein Sprüchekompilator mal selbst erfunden.)
Was ich unter einem "schönen Bild" verstehe, ist vermutlich auch nicht ganz dasselbe wie das, was meine Oma dazu zählen würde: Blumen gehören nämlich nicht dazu, Wald und v.a. Wasser dagegen schon - Hauptsache, viel Dunkelgrün und Blau oder Gelb. Aber was rede ich - ihr seht ja das Design meines Blogs. Deshalb ist der "Weisheiten der Welt"-Kalender genau das Richtige für meine Oma - nicht für mich. Aber das Geschenk soll ja dem Beschenkten gefallen und Freude bereiten - nicht dem Schenkenden. Ergo: Ziel erfüllt! :-)
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| Blatt vom 1. Juli aus dem Kalender "365 magische Momente" |
Etwas besser ist es bei den Zitaten. Bei den Textzeilen "Das muss ein Armseliger sein, der nicht lebt und nicht liebt unter des Sommers Herrschaft", ebenfalls für den 1. Juli, ist immerhin angegeben, dass sie "aus den Carmina Burana" seien. Dass sie präzise gesagt aus "Ecce gratum" (Nr. 143) stammen und im lateinischen Original "illi mens est misera/ qui nec vivit/ nec lascivit/ sub Estatis dextera" heißen, könnte man sich aber auch dann leicht ergoogeln, wenn man weder von der Benediktbeurer Liederhandschrift noch von Carl Orffs szenischer Kantate je zuvor gehört hätte. Bei den Sprüchen ist es also schon in Ordnung, aber bei den Abbildungen ist es wirklich schade. Der Bildnachweis nennt leider nur die Rechteinhaber. Vermutlich stört es 95% der Käufer dieses Kalenders auch überhaupt nicht, dass genauere Quellenangaben bei den Bildern fehlen, aber ich empfinde es an dem sonst schönen Kalender als Manko. In mir schlägt halt ein Historiker-Herz.
Zur Ehrenrettung des Kalenders muss man auch sagen, dass er trotz des romantisch-mittelalterverklärenden Titels wirklich geschmackvoll ist. Und der Geschichtsdidaktiker in mir, der "zu ästhetisierend" sagt, darf jetzt einfach mal ruhig sein… Außerdem: Selbst wenn ich hier kritisiere, dass der Kalender keine didaktischen Standards einhält - ich hab ihn mir gekauft, er steht auf meinem Schreibtisch, ich blättere ihn jeden Tag um, er gefällt mir. Punkt.
Samstag, 27. Juli 2013
Paperblanks Kalender Midi und Korsch Premium Timer Big im Vergleich
Wie Leser meines Blogs spätestens nach meinem Eintrag vom 5. Januar 2013 wissen, habe ich eine Schwäche für schöne Kalender und Notizbücher. Durch den Geburtstag meines Vaters und den Namenstag* meiner Oma hatte ich neulich wieder Gelegenheit, dieser Schwäche nachzugeben und gleichzeitig zwei geliebten Familienmitgliedern eine Freude zu machen. Und - das Allerwichtigste - beiden hat mein jeweiliges Geschenk sehr gefallen! :)
Während ich auf das Geschenk für meine Oma in meinem nächsten Eintrag zu sprechen komme, möchte ich jetzt einmal das Geschenk für meinen Vater, einen Terminkalender von Paperblanks, genauer unter die Lupe nehmen und ihn mit einem ähnlichen Timer des Korsch-Verlags vergleichen.
Meine Auswahl
Für meinen Vater habe ich einen Kalender mit Verso-Wochenüberblick für 2014 von Paperblanks ausgewählt, der das gleiche Format hat wie der Korsch-Timer Big mit dem Motiv "Ballon", den er sich letztes Jahr selbst gekauft hat: Links die Tage der Woche, rechts viel Platz für Notizen. (Vergleichbar für 2014 ist z.B. der Timer mit dem Motiv "Eule", das ich selbst für 2013 gewählt hatte.) Ich hatte mir überlegt, dass ich mit meinem Geschenk nicht viel falsch machen kann: Einen Timer fürs Büro braucht mein Vater sowieso wieder und wenn er das Format schon einmal selbst ausgewählt hat, dann kann es für seine Zwecke nicht ungeeignet sein.
Das Midi-Format bei Paperblanks (ca. 18x13 cm) entspricht etwa dem des Korsch Premium Timers "Big". Was das Motiv betrifft, habe ich mich für ein Ornamentmuster aus der Silberfiligran-Kollektion von Paperblanks mit dem etwas irreführenden Namen "Zartrosa" entschieden (siehe z.B. bei Amazon).
Wie ich in dem kleinen Schreibwarenladen gesehen habe, in dem ich den Kalender gekauft habe, gehört das "Zartrosa"-Notizbuch übrigens zu dem Teil der Kollektion, der sich durch einen auf "alt" getrimmten Papierschnitt auszeichnet. Auf die Kalender mit diesem Motiv trifft das aber nicht zu.
Vergleichspunkte
Vorteilhaft ist gegenüber den Premium Timern von Korsch, dass das Paperblanks-Papier eine bessere Qualität hat und dass sich rechts unten auf der Seite auch ein Monatsüberblick befindet. Außerdem gibt es bei Paperblanks mehr Seiten für Notizen und gleich zwei (!) Lesebändchen. Dass für Samstag und Sonntag genauso viel Platz vorgesehen ist wie für die anderen Wochentage, finde ich persönlich vorteilhaft; mein Vater dürfte es eher als Nachteil sehen, weil er an diesen Wochentagen so gut wie nie Termine hat. Das Adressbuch ist bei den Paperblanks-Kalendern nicht in den Kalender integriert, sondern steckt zusammen mit ein paar abreißbaren Notizzetteln hinten in der Faltinnentasche. (Finde ich aber gut, weil mein Vater und ich ohnehin die meisten Adressen in unseren Handys gespeichert haben.) Während die Premium Timer Big von Korsch 2013 alle eine magnetische Verschlussklappe hatten, wird der Paperblanks-Kalender - wie auch alle Korsch-Timer für 2014 - durch ein Elastikband verschlossen. Die Verschlussklappen-Variante gibt es bei Paperblanks prinzipiell auch, aber nicht für jedes Motiv. Was man lieber mag, ist sicherlich Geschmackssache; bei mir ist es eher die Verschlussklappe, weil sie sich als zusätzlicher Einmerker nutzen lässt.
Fazit
Insgesamt gefällt mir der Paperblanks-Kalender Midi ein wenig mehr als der Premium-Timer Big von Korsch, vor allem wegen der im Vergleich besseren Papierqualität. Schön verarbeitet, optisch ansprechend und auf jeden Fall sehr zu empfehlen sind aber beide Timer-Varianten. Der Paperblanks-Kalender kostet nach UVP** eben rund vier Euro mehr.
Meine Wahl für 2014
Was mich selbst betrifft, habe ich mich übrigens für einen Korsch Premium Timer XL18 (18-Monats-Kalendarium, Anfang Oktober 2013 bis Ende März 2015, etwas schmaler und etwas höher als DIN A5) mit dem Motiv "Antik-Blau" entschieden. Der Grund dafür ist, dass ich meinen Premium Timer Big mit dem Motiv "Eule" immer extrem dicht beschrieben habe (aber gereicht hat er immer!) und hoffe, dass ich mit dem etwas größeren Format ab dem nächsten Semester nicht mehr so winzig klein schreiben muss. Das war auch der Grund, weshalb ich überhaupt schon wieder nach Timern Ausschau gehalten habe. Außerdem brauche ich wegen des 18-Monats-Kalendariums dann nicht mitten im Wintersemester 2013/14 den Timer zu wechseln.
--
* In der Generation meiner Oma wurde der Tag des bzw. der Heiligen, nach dem man benannt war, noch mehr gefeiert als der eigene Geburtstag.
** unverbindlicher Preisempfehlung (des Herstellers, an die sich Geschäfte gerade bei Schreibwaren zwar häufig halten, die sie aber grundsätzlich auch unter- oder überbieten dürfen)
Während ich auf das Geschenk für meine Oma in meinem nächsten Eintrag zu sprechen komme, möchte ich jetzt einmal das Geschenk für meinen Vater, einen Terminkalender von Paperblanks, genauer unter die Lupe nehmen und ihn mit einem ähnlichen Timer des Korsch-Verlags vergleichen.
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| paperblanks Kalender Midi "Zartrosa" und Korsch Premium Timer Big "Eule" |
Meine Auswahl
Für meinen Vater habe ich einen Kalender mit Verso-Wochenüberblick für 2014 von Paperblanks ausgewählt, der das gleiche Format hat wie der Korsch-Timer Big mit dem Motiv "Ballon", den er sich letztes Jahr selbst gekauft hat: Links die Tage der Woche, rechts viel Platz für Notizen. (Vergleichbar für 2014 ist z.B. der Timer mit dem Motiv "Eule", das ich selbst für 2013 gewählt hatte.) Ich hatte mir überlegt, dass ich mit meinem Geschenk nicht viel falsch machen kann: Einen Timer fürs Büro braucht mein Vater sowieso wieder und wenn er das Format schon einmal selbst ausgewählt hat, dann kann es für seine Zwecke nicht ungeeignet sein.
Das Midi-Format bei Paperblanks (ca. 18x13 cm) entspricht etwa dem des Korsch Premium Timers "Big". Was das Motiv betrifft, habe ich mich für ein Ornamentmuster aus der Silberfiligran-Kollektion von Paperblanks mit dem etwas irreführenden Namen "Zartrosa" entschieden (siehe z.B. bei Amazon).
Wie ich in dem kleinen Schreibwarenladen gesehen habe, in dem ich den Kalender gekauft habe, gehört das "Zartrosa"-Notizbuch übrigens zu dem Teil der Kollektion, der sich durch einen auf "alt" getrimmten Papierschnitt auszeichnet. Auf die Kalender mit diesem Motiv trifft das aber nicht zu.
Vergleichspunkte
Vorteilhaft ist gegenüber den Premium Timern von Korsch, dass das Paperblanks-Papier eine bessere Qualität hat und dass sich rechts unten auf der Seite auch ein Monatsüberblick befindet. Außerdem gibt es bei Paperblanks mehr Seiten für Notizen und gleich zwei (!) Lesebändchen. Dass für Samstag und Sonntag genauso viel Platz vorgesehen ist wie für die anderen Wochentage, finde ich persönlich vorteilhaft; mein Vater dürfte es eher als Nachteil sehen, weil er an diesen Wochentagen so gut wie nie Termine hat. Das Adressbuch ist bei den Paperblanks-Kalendern nicht in den Kalender integriert, sondern steckt zusammen mit ein paar abreißbaren Notizzetteln hinten in der Faltinnentasche. (Finde ich aber gut, weil mein Vater und ich ohnehin die meisten Adressen in unseren Handys gespeichert haben.) Während die Premium Timer Big von Korsch 2013 alle eine magnetische Verschlussklappe hatten, wird der Paperblanks-Kalender - wie auch alle Korsch-Timer für 2014 - durch ein Elastikband verschlossen. Die Verschlussklappen-Variante gibt es bei Paperblanks prinzipiell auch, aber nicht für jedes Motiv. Was man lieber mag, ist sicherlich Geschmackssache; bei mir ist es eher die Verschlussklappe, weil sie sich als zusätzlicher Einmerker nutzen lässt.
Fazit
Insgesamt gefällt mir der Paperblanks-Kalender Midi ein wenig mehr als der Premium-Timer Big von Korsch, vor allem wegen der im Vergleich besseren Papierqualität. Schön verarbeitet, optisch ansprechend und auf jeden Fall sehr zu empfehlen sind aber beide Timer-Varianten. Der Paperblanks-Kalender kostet nach UVP** eben rund vier Euro mehr.
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| Korsch Premium Timer XL18 "Antik-Blau" (mit Bleistift) |
Was mich selbst betrifft, habe ich mich übrigens für einen Korsch Premium Timer XL18 (18-Monats-Kalendarium, Anfang Oktober 2013 bis Ende März 2015, etwas schmaler und etwas höher als DIN A5) mit dem Motiv "Antik-Blau" entschieden. Der Grund dafür ist, dass ich meinen Premium Timer Big mit dem Motiv "Eule" immer extrem dicht beschrieben habe (aber gereicht hat er immer!) und hoffe, dass ich mit dem etwas größeren Format ab dem nächsten Semester nicht mehr so winzig klein schreiben muss. Das war auch der Grund, weshalb ich überhaupt schon wieder nach Timern Ausschau gehalten habe. Außerdem brauche ich wegen des 18-Monats-Kalendariums dann nicht mitten im Wintersemester 2013/14 den Timer zu wechseln.
--
* In der Generation meiner Oma wurde der Tag des bzw. der Heiligen, nach dem man benannt war, noch mehr gefeiert als der eigene Geburtstag.
** unverbindlicher Preisempfehlung (des Herstellers, an die sich Geschäfte gerade bei Schreibwaren zwar häufig halten, die sie aber grundsätzlich auch unter- oder überbieten dürfen)
Samstag, 20. April 2013
Zur Geschichte des Klosters Andechs
... bis zur Säkularisation 1803 habe ich neulich einen Kurzvortrag gehalten, der auf allgemein verständlichem Niveau bleibt. Nachdem ich nicht weiß, was ich sonst damit tun soll (außer ihn auf meinem Rechner versauern zu lassen) und mir denke, dass der Text zur unkomplizierten Vorbereitung eines Andechs-Besuchs ganz sinnvoll sein kann - jedenfalls dann, wenn man dort nicht bloß Bier trinken gehen möchte, sondern auch ein gewisses (kunst-)historisches Interesse hat -, habe ich ihn auf meinem WordPress-Blog in der Rubrik "Diverses" online gestellt:
Geschichte der Burg und des Klosters Andechs bis zur Säkularisation 1803
Geschichte der Burg und des Klosters Andechs bis zur Säkularisation 1803
Freitag, 25. Januar 2013
Faun - Von den Elben
Heute ist das jüngste Album der Münchner Pagan Folker Faun erschienen, von deren vorhergehenden Werk Eden ich ja ziemlich begeistert war. Vorneweg: Ich finde Von den Elben überwiegend schön anzuhören, auch wenn es „glatter“ produziert ist als „Eden“, die Songs überwiegend auf die radiotaugliche 3min-Länge zusammengeschnurrt sind und konzeptioneller Anspruch praktisch nicht mehr vorhanden ist.
Mag sein, dass es daran liegt, dass die Band zu dem Major-Label Universal gewechselt ist und dass es das erste Album für dieses Label ist.
Womit wir auch beim Hauptkritikpunkt der meisten Fans sind: Faun – zu glatt, zu eingängig geworden, „williges Opfer“ der Pop-Schlager-Industrie des Kommerz-Riesen Universal, treten jetzt auch in Schlager-Sendungen (Carmen Nebel!) auf. Ob eine Band bei einem kommerziellen Label ist oder bei Wem-auch-immer auftritt, ist mir ziemlich schnurz, aber die Magie von „Eden“ fehlt auf „Von den Elben“ überwiegend (Ausnahme: Andro II). Das ist schade, aber man muss dabei schon berücksichtigen, dass das komplexe, wunderschöne Album „Eden“ die Erwartungen an den Nachfolger auch in ungeahnte Höhen geschraubt hatte.
Auch wenn die Musik auf dem ersten Album beim Major-Label Universal (bei dem auch Apocalyptica sind und das die Rechte an der Musik von ABBA hat) tatsächlich eingängiger klingt – bisher war noch jedes Faun-Album ziemlich anders als das vorhergehende. Auf „Totem“ hatte mir z.B. die streckenweise sehr starke Dominanz der elektronischen Klänge und der im Vergleich mit den „Mädels“ nicht so flexiblen Gesangsstimme von Oli nicht so gut gefallen. Auf „Eden“ war beides dann nicht mehr der Fall und das komplexe, durchdachte Konzept kam hinzu.
Dass „Von den Elben“ rein deutschsprachig ist, ist auch nicht mein Ideal: Ich freue mich immer besonders über fremdsprachige Lieder oder, noch besser, solche in älteren Sprachstufen wie Mittelhochdeutsch (z.B. die Walther von der Vogelweide-Vertonung „Troum unde Spiegelglas“ auf der ersten Faun-CD „Zaubersprüche“) oder Mittelenglisch („Adam lay ybounden“). Allerdings hatten die Faune mit dem „Buch der Balladen“ ja schon mal eine rein deutschsprachige Konzeption, auch wenn das sich außerdem noch durch Verzicht auf die elektronische Untermalung von Niel Mitra und Konzentration auf nicht Selbstgeschriebenes wie das Volkslied „Der wilde Wassermann“ oder eine deutsche Fassung von John Keats’ „Belle Dame sans Merci“ auszeichnete.
Aber nun zur Musik:
Tracklist: 1. Mit dem Wind (3:53) | 2. Diese kalte Nacht (3:04) | 3. Von den Elben (4:08) | 4. Tanz mit mir (Duett mit Santiano, 3:02) | 5. Schrei es in die Winde (4:04) | 6. Wilde Rose (3:27) | 7. Wenn wir uns wiedersehen (3:19) | 8. Bring mich nach Haus (3:24) | 9. Welche Sprache spricht dein Herz (3:27) | 10. Andro II (4:59) | 11. Minne Duett (mit Subway to Sally, 3:41) | 12. Thymian & Rosmarin (3:47) | 13. Warte auf mich (3:18)
Worüber ich mich tatsächlich aufgeregt habe, war das Lied Tanz mit mir, das mir schon bei den Snippets, die man sich auch schon vorab auf faune.de anhören konnte, viel zu sehr nach lärmender, anspruchsloser Mittelaltermarkt-Musik klang. Im Booklet war dann zu lesen, dass die Faune das Lied nach eigener Aussage „auf Wunsch unserer Plattenfirma“ aufgenommen haben, was ich an sich schon mal ziemlich unmöglich finde. (Ich zweifle nicht daran, dass das bei irgendwelchen Popstars und -sternchen, die ihre Musik sowieso nicht selber schreiben, gang und gäbe ist. Von Faun hätte ich allerdings nicht erwartet, dass sie sich auf so was einlassen.) Vermutlich hat Universal auch veranlasst, dass die männliche Gesangsstimme hier von Björn Both von Santiano übernommen wurde, einer Band, die mir vorher kein Begriff war. Wenn ich „Tanz mit mir“ höre und dazu auf Wikipedia lese, dass Santiano auf die Idee eines Musikproduzenten hin entstand, verspüre ich aber auch nicht das Bedürfnis, sie kennen zu lernen.
Als ich dieses Lied zum ersten Mal auf der CD gehört habe, musste ich leider feststellen, dass alles noch viel schlimmer war, als ich nach dem Snippet befürchtet hatte: Wein, Weib und Gesang als Thema – na bravo, das ist ja auch überhaupt nicht abgeschmackt! Und vor „Begeisterung“ kommt der Refrain am Schluss gleich viermal. Das Lied ist aus meiner Sicht wohl ein Fall für die Skip-Taste bzw. für das Entfernen des „Synchronisieren“-Häkchens bei iTunes.
Das war der Negativpunkt. Nun zum absoluten Highlight: Schönster „Licht“-blick im wahrsten Sinne des Wortes war Andro II, eine Neuaufnahme des bretonischen Tanzes (= Andro), den Faun auf ihrem zweiten Album „Licht“ aufgenommen haben und dessen Erscheinen sich 2013 zum zehnten Mal jährt. Ich finde, es war eine sehr gute Entscheidung, das Andro noch einmal auf CD zu bannen, weil es sich durch zehnjähriges Spielen auf Konzerten wirklich stark verändert hat. Besonders der mystisch klingende Gesang von Sonja Drakulich, der klanglich etwas an „Gaia“ auf der CD „Totem“ erinnert, verleiht „Andro II“ ein ganz besonderes Flair. Es ist meiner Meinung nach eine wunderbare Symbiose der Stile von „Licht“ und „Eden“. Vielleicht führt der musikalische Weg der Faune eines Tages ja zu einer Symbiose dieser beiden Stile ... Ich wäre begeistert!
Auch mit einer freien deutschen Nachdichtung des Minnelieds Von den Elben von Heinrich von Morungen, das in seiner mittelhochdeutschen Fassung auf dem zweiten Faun-Album „Eden“ zu hören war, feiern die Faune das Zehnjährige ihres zweiten Albums. Mir gefallen beide Fassungen sehr, die mittelhochdeutsche die neuhochdeutsche.
Zweites Highlight nach „Andro II“ ist für mich Schrei es in die Winde, musikalisch eine Coverversion des Eluveitie-Songs „Omnos“, textlich eine Eigenkreation über eine als Hexe aus der Dorfgemeinschaft verstoßene Frau. (In „Omnos“ geht es um ein Mädchen, das einem „Wolf“ begegnet, mit dem es – das ist zwischen den Textzeilen zu lesen – aus eigenem Willen schläft, der aber nicht mit ihm leben möchte. Dem Refrain „Vrit- me lindos, dubnon -piseti“ zufolge sieht sie, die Entehrte, daraufhin nur den Ausweg, sich zu ertränken.) Die Schweizer Folk-Metal-Band Eluveitie, mit der Faun befreundet sind, höre ich sehr gern, und gerade „Omnos“ ist einer meiner Lieblingssongs. Deshalb habe ich mich über dieses deutsche Cover natürlich sehr gefreut. Allein schon, weil es mir bei dem deutschen Text deutlich einfacher fällt, mitzusingen, als bei rekonstruiertem helvetischem Gallisch. :D Aber auch der deutsche Text an sich gefällt mir sehr gut.
Schön finde ich auch das Klagelied Wilde Rose, das auf der gälischen Ballade „Siuil a run“ basiert und in dem eine Frau den Tod ihres Liebsten im Krieg besingt. Er hatte ihr im Frühling eine Rose übergeben, die im Winter welkt. Die Frau macht sich daraufhin Sorgen, weil er ihr gesagt hatte, die Rose werde blühen, solange er siegreich ist. Tatsächlich erhält sie bald darauf einen Brief, der ihr den Tod des Liebsten mitteilt. (Man muss hier vielleicht klarstellen, dass Faun alte Formen und Lieder aufgreifen, sich aber dezidiert nicht als „Mittelalter“-Band verstehen.) Ich habe eine Schwäche für Klagelieder ... so schön traurig und melancholisch!
Einen Texttyp, den ich sehr mag, greift auch Thymian & Rosmarin auf: das Märchenmotiv vom jungen Mann, der vor unüberwindliche Aufgaben gestellt wird. Nur, wenn er sie überwindet, erhält er seine Liebste. Zu Recht weisen die Faune im Booklet darauf hin, dass das Motiv auch in „Scarborough Fair“ auftritt, das u.a. Leaves’ Eyes auf ihrem Album „Njord“ vertont haben. Hübsch!
Mit dem Wind, das erste Lied, ist für meinen Geschmack zu dudelsacklastig, aber der „Break“ bei „Einmal folg ich ihrem Flug...“ ist sehr gelungen.
Diese kalte Nacht ist ein klassisches Spielmannslied, schön lyrisch. Es gibt dazu auch ein Video.
Hübsch, aber gerade auch textlich leider etwas belanglos finde ich Wenn wir uns wiedersehen, Bring mich nach Haus, Welche Sprache spricht dein Herz und Warte auf mich.
Als Besonderheit erwähnenswert ist noch das Minne Duett, das die Faune gemeinsam mit Subway to Sally aufgenommen haben. (Subway selbst finde ich ganz in Ordnung – gut gemachte Musik, aber Mittelalter-Rock ist einfach nicht so sehr mein Geschmack wie „leiserer“ Mittelalter-Folk. Dafür höre ich „Eric Fish & Friends“ sehr gerne, das Soloprojekt von Erik-Uwe Hecht a.k.a. Eric Fish. Ganz besonders wegen des Cellos. – Apropos: Vor einer Woche wurde das neue Eric Fish-Album „Kaskade“ für den 28. März angekündigt. Ich freu’ mich!) „Minne Duett“ ist sozusagen die „Fortsetzung“ des Subway-Klassikers „Minne“, das z.B. auch auf dem Subway-Best of „Die Rose im Wasser“ zu hören ist, das ich besitze. Eine schöne Idee, das Lied auf diese Weise fortzusetzen.
Fazit: Ein insgesamt eher durchschnittliches Album mit einem Ausreißer nach unten („Tanz mit mir“) und zwei für mich persönlich ganz besonderen Stücken („Andro II“ und „Schrei es in die Winde“). Schlecht ist es definitiv nicht und spielt – da „handmade“ und mit Herzblut gespielt – natürlich in einer völlig anderen Liga als der „übliche“ Pop/ Schlager, aber ein würdiger Nachfolger für „Eden“ ist es leider auch nicht. Da heißt es abwarten, wohin die Faune ihre musikalische Reise als nächstes führen wird.
Womit wir auch beim Hauptkritikpunkt der meisten Fans sind: Faun – zu glatt, zu eingängig geworden, „williges Opfer“ der Pop-Schlager-Industrie des Kommerz-Riesen Universal, treten jetzt auch in Schlager-Sendungen (Carmen Nebel!) auf. Ob eine Band bei einem kommerziellen Label ist oder bei Wem-auch-immer auftritt, ist mir ziemlich schnurz, aber die Magie von „Eden“ fehlt auf „Von den Elben“ überwiegend (Ausnahme: Andro II). Das ist schade, aber man muss dabei schon berücksichtigen, dass das komplexe, wunderschöne Album „Eden“ die Erwartungen an den Nachfolger auch in ungeahnte Höhen geschraubt hatte.
Auch wenn die Musik auf dem ersten Album beim Major-Label Universal (bei dem auch Apocalyptica sind und das die Rechte an der Musik von ABBA hat) tatsächlich eingängiger klingt – bisher war noch jedes Faun-Album ziemlich anders als das vorhergehende. Auf „Totem“ hatte mir z.B. die streckenweise sehr starke Dominanz der elektronischen Klänge und der im Vergleich mit den „Mädels“ nicht so flexiblen Gesangsstimme von Oli nicht so gut gefallen. Auf „Eden“ war beides dann nicht mehr der Fall und das komplexe, durchdachte Konzept kam hinzu.
Dass „Von den Elben“ rein deutschsprachig ist, ist auch nicht mein Ideal: Ich freue mich immer besonders über fremdsprachige Lieder oder, noch besser, solche in älteren Sprachstufen wie Mittelhochdeutsch (z.B. die Walther von der Vogelweide-Vertonung „Troum unde Spiegelglas“ auf der ersten Faun-CD „Zaubersprüche“) oder Mittelenglisch („Adam lay ybounden“). Allerdings hatten die Faune mit dem „Buch der Balladen“ ja schon mal eine rein deutschsprachige Konzeption, auch wenn das sich außerdem noch durch Verzicht auf die elektronische Untermalung von Niel Mitra und Konzentration auf nicht Selbstgeschriebenes wie das Volkslied „Der wilde Wassermann“ oder eine deutsche Fassung von John Keats’ „Belle Dame sans Merci“ auszeichnete.
Aber nun zur Musik:
Tracklist: 1. Mit dem Wind (3:53) | 2. Diese kalte Nacht (3:04) | 3. Von den Elben (4:08) | 4. Tanz mit mir (Duett mit Santiano, 3:02) | 5. Schrei es in die Winde (4:04) | 6. Wilde Rose (3:27) | 7. Wenn wir uns wiedersehen (3:19) | 8. Bring mich nach Haus (3:24) | 9. Welche Sprache spricht dein Herz (3:27) | 10. Andro II (4:59) | 11. Minne Duett (mit Subway to Sally, 3:41) | 12. Thymian & Rosmarin (3:47) | 13. Warte auf mich (3:18)
Worüber ich mich tatsächlich aufgeregt habe, war das Lied Tanz mit mir, das mir schon bei den Snippets, die man sich auch schon vorab auf faune.de anhören konnte, viel zu sehr nach lärmender, anspruchsloser Mittelaltermarkt-Musik klang. Im Booklet war dann zu lesen, dass die Faune das Lied nach eigener Aussage „auf Wunsch unserer Plattenfirma“ aufgenommen haben, was ich an sich schon mal ziemlich unmöglich finde. (Ich zweifle nicht daran, dass das bei irgendwelchen Popstars und -sternchen, die ihre Musik sowieso nicht selber schreiben, gang und gäbe ist. Von Faun hätte ich allerdings nicht erwartet, dass sie sich auf so was einlassen.) Vermutlich hat Universal auch veranlasst, dass die männliche Gesangsstimme hier von Björn Both von Santiano übernommen wurde, einer Band, die mir vorher kein Begriff war. Wenn ich „Tanz mit mir“ höre und dazu auf Wikipedia lese, dass Santiano auf die Idee eines Musikproduzenten hin entstand, verspüre ich aber auch nicht das Bedürfnis, sie kennen zu lernen.
Als ich dieses Lied zum ersten Mal auf der CD gehört habe, musste ich leider feststellen, dass alles noch viel schlimmer war, als ich nach dem Snippet befürchtet hatte: Wein, Weib und Gesang als Thema – na bravo, das ist ja auch überhaupt nicht abgeschmackt! Und vor „Begeisterung“ kommt der Refrain am Schluss gleich viermal. Das Lied ist aus meiner Sicht wohl ein Fall für die Skip-Taste bzw. für das Entfernen des „Synchronisieren“-Häkchens bei iTunes.
Das war der Negativpunkt. Nun zum absoluten Highlight: Schönster „Licht“-blick im wahrsten Sinne des Wortes war Andro II, eine Neuaufnahme des bretonischen Tanzes (= Andro), den Faun auf ihrem zweiten Album „Licht“ aufgenommen haben und dessen Erscheinen sich 2013 zum zehnten Mal jährt. Ich finde, es war eine sehr gute Entscheidung, das Andro noch einmal auf CD zu bannen, weil es sich durch zehnjähriges Spielen auf Konzerten wirklich stark verändert hat. Besonders der mystisch klingende Gesang von Sonja Drakulich, der klanglich etwas an „Gaia“ auf der CD „Totem“ erinnert, verleiht „Andro II“ ein ganz besonderes Flair. Es ist meiner Meinung nach eine wunderbare Symbiose der Stile von „Licht“ und „Eden“. Vielleicht führt der musikalische Weg der Faune eines Tages ja zu einer Symbiose dieser beiden Stile ... Ich wäre begeistert!
Auch mit einer freien deutschen Nachdichtung des Minnelieds Von den Elben von Heinrich von Morungen, das in seiner mittelhochdeutschen Fassung auf dem zweiten Faun-Album „Eden“ zu hören war, feiern die Faune das Zehnjährige ihres zweiten Albums. Mir gefallen beide Fassungen sehr, die mittelhochdeutsche die neuhochdeutsche.
Zweites Highlight nach „Andro II“ ist für mich Schrei es in die Winde, musikalisch eine Coverversion des Eluveitie-Songs „Omnos“, textlich eine Eigenkreation über eine als Hexe aus der Dorfgemeinschaft verstoßene Frau. (In „Omnos“ geht es um ein Mädchen, das einem „Wolf“ begegnet, mit dem es – das ist zwischen den Textzeilen zu lesen – aus eigenem Willen schläft, der aber nicht mit ihm leben möchte. Dem Refrain „Vrit- me lindos, dubnon -piseti“ zufolge sieht sie, die Entehrte, daraufhin nur den Ausweg, sich zu ertränken.) Die Schweizer Folk-Metal-Band Eluveitie, mit der Faun befreundet sind, höre ich sehr gern, und gerade „Omnos“ ist einer meiner Lieblingssongs. Deshalb habe ich mich über dieses deutsche Cover natürlich sehr gefreut. Allein schon, weil es mir bei dem deutschen Text deutlich einfacher fällt, mitzusingen, als bei rekonstruiertem helvetischem Gallisch. :D Aber auch der deutsche Text an sich gefällt mir sehr gut.
Schön finde ich auch das Klagelied Wilde Rose, das auf der gälischen Ballade „Siuil a run“ basiert und in dem eine Frau den Tod ihres Liebsten im Krieg besingt. Er hatte ihr im Frühling eine Rose übergeben, die im Winter welkt. Die Frau macht sich daraufhin Sorgen, weil er ihr gesagt hatte, die Rose werde blühen, solange er siegreich ist. Tatsächlich erhält sie bald darauf einen Brief, der ihr den Tod des Liebsten mitteilt. (Man muss hier vielleicht klarstellen, dass Faun alte Formen und Lieder aufgreifen, sich aber dezidiert nicht als „Mittelalter“-Band verstehen.) Ich habe eine Schwäche für Klagelieder ... so schön traurig und melancholisch!
Einen Texttyp, den ich sehr mag, greift auch Thymian & Rosmarin auf: das Märchenmotiv vom jungen Mann, der vor unüberwindliche Aufgaben gestellt wird. Nur, wenn er sie überwindet, erhält er seine Liebste. Zu Recht weisen die Faune im Booklet darauf hin, dass das Motiv auch in „Scarborough Fair“ auftritt, das u.a. Leaves’ Eyes auf ihrem Album „Njord“ vertont haben. Hübsch!
Mit dem Wind, das erste Lied, ist für meinen Geschmack zu dudelsacklastig, aber der „Break“ bei „Einmal folg ich ihrem Flug...“ ist sehr gelungen.
Diese kalte Nacht ist ein klassisches Spielmannslied, schön lyrisch. Es gibt dazu auch ein Video.
Hübsch, aber gerade auch textlich leider etwas belanglos finde ich Wenn wir uns wiedersehen, Bring mich nach Haus, Welche Sprache spricht dein Herz und Warte auf mich.
Als Besonderheit erwähnenswert ist noch das Minne Duett, das die Faune gemeinsam mit Subway to Sally aufgenommen haben. (Subway selbst finde ich ganz in Ordnung – gut gemachte Musik, aber Mittelalter-Rock ist einfach nicht so sehr mein Geschmack wie „leiserer“ Mittelalter-Folk. Dafür höre ich „Eric Fish & Friends“ sehr gerne, das Soloprojekt von Erik-Uwe Hecht a.k.a. Eric Fish. Ganz besonders wegen des Cellos. – Apropos: Vor einer Woche wurde das neue Eric Fish-Album „Kaskade“ für den 28. März angekündigt. Ich freu’ mich!) „Minne Duett“ ist sozusagen die „Fortsetzung“ des Subway-Klassikers „Minne“, das z.B. auch auf dem Subway-Best of „Die Rose im Wasser“ zu hören ist, das ich besitze. Eine schöne Idee, das Lied auf diese Weise fortzusetzen.
Fazit: Ein insgesamt eher durchschnittliches Album mit einem Ausreißer nach unten („Tanz mit mir“) und zwei für mich persönlich ganz besonderen Stücken („Andro II“ und „Schrei es in die Winde“). Schlecht ist es definitiv nicht und spielt – da „handmade“ und mit Herzblut gespielt – natürlich in einer völlig anderen Liga als der „übliche“ Pop/ Schlager, aber ein würdiger Nachfolger für „Eden“ ist es leider auch nicht. Da heißt es abwarten, wohin die Faune ihre musikalische Reise als nächstes führen wird.
Samstag, 5. Januar 2013
Neues Jahr, neuer Terminkalender
Da wohl die meisten Menschen im neuen Jahr auch mit einem neuen Terminkalender beginnen, möchte ich heute einmal meine Terminplaner und Notizbücher vorstellen.
bpb-Timer 2012/13
Neues Jahr, neuer Terminkalender: Das ist bei mir nicht unbedingt der Fall. Mein Hardcover-Timer von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) umfasst ein Schuljahr und ist deshalb eigentlich besser für meine Zwecke geeignet, da er die Semesteraufteilung an der Uni eher widerspiegelt als ein Jahreskalender. Ich nutze ihn vor allem dafür, tagesbezogene Termine aufzuschreiben, um Vorträge und Deadlines nicht zu vergessen. Also so etwas wie "17.30 (Ort) Referent: Vortragstitel" oder "Abgabetermin Essay XY".
An diesem Kalender mag ich besonders, dass er für jeden Tag soziopolitisch relevante Informationen liefert, meist mit einem Internetlink. Das Timer-Thema ist dieses Schuljahr "Konsum", die Sprache der heutigen Woche - passend zur Neujahrsansprache des kleinen Diktators - Koreanisch. Zu jedem Samstag erhält man außerdem einen Lexikontext zum Thema "Wirtschaft" (diesmal: Immissionen).
Wer sich einmal einen Eindruck über den Aufbau des bpb-Timers verschaffen möchte, findet hier eine digitale Version.
Ich habe meinen bpb-Timer 2012/13 übrigens von der verantwortlichen Redaktion geschenkt bekommen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür! :)
Korsch Premium Timer Big "Eule" 2013
Mein Vater hat sich vor ein paar Wochen den gleichen Kalender mit dem Motiv "Ballon" von Wendy Paula Patterson gekauft und ich war hin und weg, als ich das Innenleben sah: Die Woche auf der linken Seite, auf der rechten ganz viel Platz für die To-Do-Liste der Woche: Referate, Hausaufgaben usw. Da ich dieselbe Lehrveranstaltung ja nur einmal in der Woche habe und unter der Woche insgesamt nur sporadisch dazu komme, meine Liste abzuarbeiten, ist der Premium Timer für mich also die perfekte Ergänzung zum bpb-timer. Ersetzen kann er ihn aber nicht - die linke Spalte bietet für meine Termine leider zu wenig Platz, und die vielen Infos des bpb-Timers würde ich auch vermissen. Dafür finde ich die Zeichnung der Eule auf dem Korsch-Buchcover sehr hübsch.
Hier der Link zur Homepage von W. P. Patterson mit dem Blog-Eintrag über die Timer: http://www.mulberry-muse.com/?p=42
Favole Agenda 2013
Diesen Jahreskalender habe ich von meiner Brieffreundin Yve zu Weihnachten bekommen - vielen lieben Dank! :) Er enthält Bilder der spanischen Illustratorin Victoria Francés, die auch das Artwork der selbstbetitelten CD der französischen Neoklassik-Band Dark Sanctuary (http://www.dark-sanctuary.com) gestaltet hat. Für Schauerromantik hatte ich schon immer eine Schwäche…
Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Kalendern nutze ich ihn nicht als Tageskalender. Er ist so aufwändig gestaltet, also eigentlich viel zu schade für Termine oder To-Dos… Nein, darin möchte ich in diesem Jahr ein paar Notizen über meinen vergangenen Tag festhalten. Kein "Tagebuch" im eigentlichen Sinne also, aber eine kurze Erinnerung.
Clairefontaine Kladde A5 dunkelblau, liniert mit Fadenbindung
Dieses Buch beschreibe ich von hinten und von vorne: Auf der einen Seite ist es ein "ganz normales" Notizbuch z.B. für Referatbesprechungen, auf der anderen ein Kurrentschrift-Tagebuch. Anfang dieses Semesters habe ich es angefangen, um mich in der deutschen Kurrente zu üben (vgl. http://www.kurrentschrift.net). Ungefähr lesen (abhängig von der Handschrift des Schreibers) kann ich diese Schrift seit meinem ersten Paläographiekurs; die meisten Historiker können es (durch mehr Übung deutlich besser als ich). Ich finde, die Schrift sieht schön aus, und wollte deshalb lernen, sie zu schreiben. Das ist mir recht schnell gelungen, auch wenn ich mich im Eifer des Gefechts regelmäßig bei M und W bzw. bei P und R verschreibe. Ab und zu schreibe ich darin z.B. Erlebnisse aus meinem Uni-Alltag hinein.
Natürlich könnte man das alles auch anders organisieren. Mit weniger Büchern. Aber das wär' ja langweilig…
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| bpb-Timer, Favole Agenda, Premium Timer Eule, Clairefontaine-Notizbuch |
bpb-Timer 2012/13
Neues Jahr, neuer Terminkalender: Das ist bei mir nicht unbedingt der Fall. Mein Hardcover-Timer von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) umfasst ein Schuljahr und ist deshalb eigentlich besser für meine Zwecke geeignet, da er die Semesteraufteilung an der Uni eher widerspiegelt als ein Jahreskalender. Ich nutze ihn vor allem dafür, tagesbezogene Termine aufzuschreiben, um Vorträge und Deadlines nicht zu vergessen. Also so etwas wie "17.30 (Ort) Referent: Vortragstitel" oder "Abgabetermin Essay XY".
An diesem Kalender mag ich besonders, dass er für jeden Tag soziopolitisch relevante Informationen liefert, meist mit einem Internetlink. Das Timer-Thema ist dieses Schuljahr "Konsum", die Sprache der heutigen Woche - passend zur Neujahrsansprache des kleinen Diktators - Koreanisch. Zu jedem Samstag erhält man außerdem einen Lexikontext zum Thema "Wirtschaft" (diesmal: Immissionen).
Wer sich einmal einen Eindruck über den Aufbau des bpb-Timers verschaffen möchte, findet hier eine digitale Version.
Ich habe meinen bpb-Timer 2012/13 übrigens von der verantwortlichen Redaktion geschenkt bekommen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür! :)
Korsch Premium Timer Big "Eule" 2013
Mein Vater hat sich vor ein paar Wochen den gleichen Kalender mit dem Motiv "Ballon" von Wendy Paula Patterson gekauft und ich war hin und weg, als ich das Innenleben sah: Die Woche auf der linken Seite, auf der rechten ganz viel Platz für die To-Do-Liste der Woche: Referate, Hausaufgaben usw. Da ich dieselbe Lehrveranstaltung ja nur einmal in der Woche habe und unter der Woche insgesamt nur sporadisch dazu komme, meine Liste abzuarbeiten, ist der Premium Timer für mich also die perfekte Ergänzung zum bpb-timer. Ersetzen kann er ihn aber nicht - die linke Spalte bietet für meine Termine leider zu wenig Platz, und die vielen Infos des bpb-Timers würde ich auch vermissen. Dafür finde ich die Zeichnung der Eule auf dem Korsch-Buchcover sehr hübsch.
Hier der Link zur Homepage von W. P. Patterson mit dem Blog-Eintrag über die Timer: http://www.mulberry-muse.com/?p=42
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Favole Agenda 2013
Diesen Jahreskalender habe ich von meiner Brieffreundin Yve zu Weihnachten bekommen - vielen lieben Dank! :) Er enthält Bilder der spanischen Illustratorin Victoria Francés, die auch das Artwork der selbstbetitelten CD der französischen Neoklassik-Band Dark Sanctuary (http://www.dark-sanctuary.com) gestaltet hat. Für Schauerromantik hatte ich schon immer eine Schwäche…
Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Kalendern nutze ich ihn nicht als Tageskalender. Er ist so aufwändig gestaltet, also eigentlich viel zu schade für Termine oder To-Dos… Nein, darin möchte ich in diesem Jahr ein paar Notizen über meinen vergangenen Tag festhalten. Kein "Tagebuch" im eigentlichen Sinne also, aber eine kurze Erinnerung.
Clairefontaine Kladde A5 dunkelblau, liniert mit Fadenbindung
Dieses Buch beschreibe ich von hinten und von vorne: Auf der einen Seite ist es ein "ganz normales" Notizbuch z.B. für Referatbesprechungen, auf der anderen ein Kurrentschrift-Tagebuch. Anfang dieses Semesters habe ich es angefangen, um mich in der deutschen Kurrente zu üben (vgl. http://www.kurrentschrift.net). Ungefähr lesen (abhängig von der Handschrift des Schreibers) kann ich diese Schrift seit meinem ersten Paläographiekurs; die meisten Historiker können es (durch mehr Übung deutlich besser als ich). Ich finde, die Schrift sieht schön aus, und wollte deshalb lernen, sie zu schreiben. Das ist mir recht schnell gelungen, auch wenn ich mich im Eifer des Gefechts regelmäßig bei M und W bzw. bei P und R verschreibe. Ab und zu schreibe ich darin z.B. Erlebnisse aus meinem Uni-Alltag hinein.
Natürlich könnte man das alles auch anders organisieren. Mit weniger Büchern. Aber das wär' ja langweilig…
Dienstag, 1. Januar 2013
Auf ein Neues
Ich wünsche euch allen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2013!
Für mich dieses Jahr ein Muss, während ich mir das Silvesterfeuerwerk angesehen habe (selbst geknallt wird nicht, ich ziehe den Fenster-Logenplatz vor):
I ♥ Handel! Egal, ob man Händel jetzt als Engländer betrachtet (aus Sicht der Engländer) oder als Deutschen (aus Sicht der Deutschen). ;) Die von Jordi Savall dirigierte Fassung mit Barockinstrumenten gefällt mir besonders.
In den letzten Monaten habe ich wenig von mir hören lassen. Ich hatte ziemlich viel zu tun, da ich jetzt ein Doppelstudium mache und auch in meiner sonstigen Arbeit ziemlich eingebunden war.
Vorsatz fürs neue Jahr: Wieder mehr bloggen. :)
Für mich dieses Jahr ein Muss, während ich mir das Silvesterfeuerwerk angesehen habe (selbst geknallt wird nicht, ich ziehe den Fenster-Logenplatz vor):
I ♥ Handel! Egal, ob man Händel jetzt als Engländer betrachtet (aus Sicht der Engländer) oder als Deutschen (aus Sicht der Deutschen). ;) Die von Jordi Savall dirigierte Fassung mit Barockinstrumenten gefällt mir besonders.
In den letzten Monaten habe ich wenig von mir hören lassen. Ich hatte ziemlich viel zu tun, da ich jetzt ein Doppelstudium mache und auch in meiner sonstigen Arbeit ziemlich eingebunden war.
Vorsatz fürs neue Jahr: Wieder mehr bloggen. :)
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