1848: Standrechtliche Erschießung Robert Blums
Robert Blum, der Abgeordnete der Frankfurter Nationalversammlung - des ersten deutschen Parlaments, das im Zuge der Märzrevolution von 1848 erstmals am 18. Mai 1848 zusammentrat - wird im Zuge des Oktoberaufstands in Wien standrechtlich erschossen: Ein Bruch seiner parlamentarischen Immunität durch reaktionäre Militäreliten des habsburgischen Kaiserreichs.
(Oft werden nur die Ereignisse des 20. Jahrhunderts gezählt, aber ich nehme dieses einfach mal auch mit auf, weil ich es auch interessant für die Geschichte der Demokratie in Deutschland finde.)
1918: Scheidemann ruft die Weimarer Republik aus
Philipp Scheidemann ruft im Zuge der Novemberrevolution von 1918 von einem Fenster des Deutschen Reichstags aus die "Deutsche Republik" aus, die als "Weimarer Republik" in die Geschichtsbücher eingehen wird. Deutschland wird erstmals eine Demokratie.
1923: Hitler-Ludendorff-Putsch
Adolf Hitler und General Ludendorff unternehmen einen Putschversuch ("Hitlerputsch" bzw. "Hitler-Ludendorff-Putsch"), der jedoch in einer Schießerei vor der Münchner Feldherrnhalle endet. 16 Menschen sterben, die meisten von ihnen Nationalsozialisten. Hitler wird wegen Hochverrats zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, jedoch bereits am 20. Dezember 1924 entlassen. Ludendorff wird freigesprochen.
1938: Reichspogromnacht
Nach einem Anschlag auf einen deutschen Diplomaten in Paris werden überall im Deutschen Reich jüdische Geschäfte und Einrichtungen wie Synagogen zerstört. Das Ereignis, das von Historikern als "Reichspogromnacht" bezeichnet wird und von den Nationalsozialisten euphemistisch "Reichskristallnacht" genannt wurde, markiert einen neuen Höhepunkt in den Judenverfolgungen der Nationalsozialisten.
1989: Mauerfall
Nach Massendemonstrationen in der DDR, bei denen die Demonstranten vor allem für Reisefreiheit eintreten, verliest der Ost-Berliner SED-Chef Günter Schabowski bei einer Pressekonferenz als "Sekretär des ZK (Zentralkomittees) der SED für Informationswesen" eine neue Reiseregelung, die die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland erlaubt. Ein Bild-Reporter hakt nach, ab wann die Regelung gelte. Schabowski antwortet, sie gelte ab sofort. Daraufhin versammeln sich tausende Ost-Berliner vor der Mauer und fordern die sofortige Öffnung der Grenzübergänge. Die Grenztruppen kommen dieser Forderung schließlich nach: Die Mauer fällt.
Es gab natürlich noch weitere geschichtliche Ereignisse, die an einem 9. November geschahen, doch die genannten sind für die deutsche Geschichte wohl die wichtigsten. Von einigen Seiten wird sogar gefordert, den deutschen Nationalfeiertag vom 3. Oktober (Tag der Wiedervereinigung 1990) auf den 9. November zu verlegen, weil der 9. November wie kein anderer Tag die wechselvolle Geschichte Deutschlands auf dem Weg zur demokratischen Einheit in den "Wendejahren" 1989/90 zeigt.