Dienstag, 30. August 2011

Schreibbücher - und Clairefontaine

Wie im vorherigen Eintrag erwähnt, verwende ich für "besondere" Zwecke auch gerne besonderes Papier bzw. besondere Schreibbücher.

Meine Tagesplaner stelle ich z.B. mittlerweile selbst her, indem ich einfach Daten in ein "normales" kariertes A5-Schreibbuch eintrage: Am Anfang ist Platz für Stundenplan, Semesterdaten, Termine für Referate und Hausarbeiten und evtl. einen (mit Word erstellten, eingeklebten) Monatskalender. Pro Tag ist eine Seite vorgesehen - nur Samstag und Sonntag kommen zusammen auf ein Blatt. In einem "normalen", 196-seitigen Buch ist Platz für ein Semester. Hinten bleibt dann sogar noch ein bisschen Freiraum für Notizen, z.B. aus Sprechstunden.

Außerdem habe ich noch ein kariertes A5-Buch, in den ich Notizen für Hausarbeiten und andere Bemerkungen schreibe, die etwas mit der Uni zu tun haben, und natürlich mehrere Bücher/Hefte, in denen sich Text oder Notizen zu meiner Ken-Geschichte oder anderen Geschichten befinden.

Diese Bücher - zumindest einige der neueren davon - sind von meiner Lieblings-Schreibwarenmarke Clairefontaine, die ich für ihre sehr gute Papierqualität schätze.

Ich besitze ein kariertes, gebundenes, dunkelblaues A5-Buch im Clairefontaine-"Standard-Design":

Block Clairefontaine A5
Außerdem ein Ringbuch und ein gebundenes Buch mit den folgenden zwei Illustrationen:

Kollektion Les Irréelles 2010

Das obere Bild stammt aus der Kollektion "Les Irréélles" (2010) der Illustratorin Jessica Ollivaud und zeigt das Element Wasser. Das untere ist aus derselben Kollektion, allerdings von 2011:

Kollektion Les Irréélles 2011

Leider finde ich viele besonders schöne Kollektionen nur im Clairefontaine-Katalog... Vieles ist in Deutschland einfach nicht zu bekommen - oder zumindest nicht bei den Schreibwarenläden, die ich kenne. Beispielsweise habe ich diese beiden schönen Kollektionen im aktuellen Katalog, aber noch nirgends "in echt" gesehen:

Kollektion Les Cakes de Bertrand

Kollektion "Les Cakes de Bertrand" (2011).
Noch viel mehr schöne Bilder gibt es auf dem Blog zur Kollektion.

Kollektion Toile de Jouy

Kollektion "Toile de Jouy" (2011).

Clairefontaine produziert übrigens seit 1858 Papier und seit 1890 Schreibwaren. Die Firma fertigte die ersten französischen Schulhefte an und ist der einzige europäische Schreibwarenhersteller, der das Papier für seine Produkte noch selbst herstellt.

Wenn jemand einen Tipp für mich hat, wo man Artikel aus solchen Clairefontaine-Kollektionen (mit möglichst geringen Versandkosten nach Deutschland) im Internet bestellen oder in (süddeutschen) Schreibwarenläden bekommen kann, wäre ich euch sehr dankbar. :)

Montag, 29. August 2011

Mein Schreibblock

Habt ihr auch bestimmte Vorlieben bei dem Papier, auf dem ihr schreibt? (Bei zwei Leuten, die das hier lesen werden, weiß ich jetzt schon, dass die Antwort "Ja" ist. ;))

An der Uni schreibe ich auf einem oben geleimten, vierfach gelochten Schulblock. Dass er vierfach gelocht ist, spielt für mich keine Rolle - ich hefte meine Blätter in "ganz normale" Ordner ab, nicht in Ringbücher. Die Leimung oben dagegen ist wichtig, weil ich 1. Linkshänder bin und 2. immer beide Seiten beschreibe - nicht nur der Umwelt zuliebe, sondern auch, weil es später zu Platzmangel in meinen Ablageordnern führt, wenn ich sehr viele Blätter verbrauche. Ringbücher mag ich meistens nicht besonders - auch solche für Linkshänder, bei denen der "Ring" rechts ist. Eine Ausnahme mache ich, wenn die Blechspirale nicht sehr hoch ist.

Mein Schreibblock für die Uni ist kariert und hat die Lineatur 28, d.h. einen Doppelrand. Blöcke, die nur links einen Rand haben, mag ich nicht, weil sie mich dazu verleiten, bis ganz an den rechten Rand zu schreiben. Das sieht nicht nur nicht besonders ordentlich aus, sondern es ist dann auch schwerer, an den Rand Notizen zu machen, die auf den ersten Blick ins Auge fallen (z.B. die Seiten in einem Buch, auf denen ein Zitat steht). Kariert ist auch sehr wichtig, weil ich dann in die Kästchen schreibe, d.h. nicht so groß, was bei meiner Handschrift besser aussieht. Außerdem ist automatisch immer eine Zeile frei, in die ich ggf. Ergänzungen oder Korrekturen kritzeln kann. Wenn ich nur noch wenige Worte schreiben muss, aber schon unten auf der Seite angelangt bin, kann ich das Blatt auch einfach quer nehmen und am Rand hochschreiben. Das ist sehr praktisch. Deshalb schwöre ich mittlerweile auf kariertes Papier und schreibe eigentlich nur noch darauf.

Die Schreibwarenmarke meines Blocks ist mir relativ egal; gerade ist es die Kaufland-Standardmarke, bald wird es ein Block von Herlitz sein. Hauptsache, die Tinte meines Füllers zerläuft nicht auf dem Papier.

Für andere Zwecke sieht das schon ganz anders aus - aber dazu folgt im nächsten Post mehr. ;)

Montag, 22. August 2011

Liberal ist...

Irgendwo auf diesem Blog muss ich schon einmal erwähnt haben, dass mein Selbstbild das einer "liberalen katholischen Christin" ist. Das Wörtchen "liberal" ist dabei für mich mehr als nur eine Präzisierung des Wortes "Christin". Über Glauben schreibe ich wahrscheinlich ein andermal noch einen Beitrag. Jetzt, wo der Liberalismus mal wieder besonders stark in der Kritik ist, ist aber vielleicht der richtige Zeitpunkt, um sich einmal als "liberal" zu "outen" - und zu schreiben, was man denn darunter verstanden wissen möchte.

Genug der Vorrede!

Liberal ist jemand, der denkt, dass "Freiheit zur Verantwortung" keine Floskel ist, die nur im Parteiprogramm einer (mittlerweile wieder sehr) kleinen gelben Partei steht. Liberal ist jemand, für den "Freiheit zur Verantwortung" eine Überzeugung ist: Im Mittelpunkt des Liberalismus steht der Mensch.

Deshalb ist es für mich eben gerade keine liberale Überzeugung, wenn jemand glaubt, im Sinne des Liberalismus für finanzielle Einschnitte bei allem Möglichen eintreten zu müssen - auch bei den sozialen Sicherungssystemen. Denn es gibt Menschen, deren Fähigkeiten für die Wirtschaft nicht so "verwertbar" sind wie die anderer Menschen - und Menschen, die vielleicht gar nicht bloß "wirtschaftlich verwertbar" sein, geschweige denn danach gemessen werden wollen.
Einer davon schreibt hier.

Und überhaupt der Glaube, Bildung und Ausbildung seien etwas, das nur ja möglichst gut wirtschaftlich verwertbar sein muss: der ist auch nicht liberal. Er ist weder ethisch noch moralisch, denn er missachtet die Würde derjenigen, die nun als eben nicht so "verwertbar" angesehen werden.
"Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden andern, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest" - so lautet eine bekannte Formulierung des praktischen Imperativs bzw. der Selbstzweckformel des kategorischen Imperativs in Immanuel Kants "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" (1785).
Der Mensch soll niemals Mittel zum Zweck sein, sondern in seinem eigenen Wert im Mittelpunkt stehen - davon überzeugt zu sein, das wiederum ist liberal. Liberal ist es, für diese Überzeugung einzustehen - auch wenn sie einmal nicht mit nur scheinbar "wirtschaftsliberalen" "Notwendigkeiten" konform geht.

Ja, liberal ist für mich jemand, der zu seinen Überzeugungen steht - der für sie einsteht, auch wenn es mal unbequem oder "nicht in Mode" ist. Aber niemand, der zu jedem Thema seinen Senf dazugeben muss. Sondern jemand, der widerspricht, wenn andere etwas vertreten, das seinen Überzeugungen widerspricht.

Liberal ist jemand, der glaubt, dass ein Bildungs- und Erziehungsziel "kritische Mündigkeit", wie es in der Bundesrepublik Deutschland vertreten wird, essentiell wichtig ist. Der glaubt, dass es in der Schule nicht nur darauf ankommt, fachliches Wissen zu vermitteln oder Schülern beizubringen, wie sie in der Gesellschaft sozial "überleben" können.
All dies ist sehr wichtig - völlig ohne Frage. Aber entscheidend ist es, junge Menschen dazu zu bewegen, selbst denken zu lernen: "Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Das ist nicht nur der "Wahlspruch der Aufklärung", als den ihn Kant in seinem berühmten Aufsatz "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?" (1784) darstellt. Das ist es auch, was für mich im Kern jeder schulischen und sonstigen Bildung steht. Das ist der Grund, weshalb ich Lehramt studiere. Das ist mein liberales Pathos. Das ist meine tiefste Überzeugung.
Denn das Entscheidende ist nicht, in einer Gesellschaft bloß "überleben" zu können. Das Entscheidende ist es, sie gestalten zu können. Die Gesellschaft - und die eigene Zukunft.

Liberal ist es aber nicht, die Augen davor zu verschließen, dass es Menschen gibt, die das eben angesprochene Metareflexionsniveau nicht erreichen können - etwa aufgrund der eigenen genetischen Ausstattung (z.B. Trisomie 21 / "Down-Syndrom") oder wegen eines Unfalls. Und dass es Menschen gibt, die in ihrer "selbst verschuldeten Unmündigkeit" verharren, wie es Kant so klar erkannte, oder in sie zurückgeworfen werden. Nicht bloß aus "Faulheit und Feigheit", wie der Philosoph schrieb - nein, auch aus Lebensangst, schlechten Erfahrungen, Krankheit (z.B. schwerer Depression, Alzheimer), hohem Alter etc. Oder weil sie einfach niemand angeleitet hat, wie sie den "Ausgang aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit" finden können. Oder weil sie sich dem als Kinder verweigert haben, weil sie damals noch nicht so weit dachten. Oder weil ... es gibt so viele mögliche Gründe.
Auch für diese Menschen muss ein liberaler Staat sorgen, wenn er wirklich den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Selbst dann, wenn der Grund tatsächlich "Faulheit" sein sollte - denn ein Liberaler lässt keinen einzigen Menschen auf der Strecke.
Das als "liberal" zu bezeichnen, ist eine ziemlich unmodische Sichtweise, nicht wahr? Sie war eigentlich auch nie in Mode. Aber ich schrieb ja schon, dass es hier um Moden nicht geht.

Liberal ist ein Mensch, der das Wort "Toleranz" nicht wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt ("erdulden", "erleiden", "zulassen"). Liberal ist es, andere nicht für die Art und Weise zu verurteilen, wie sie ihr Privatleben gestalten möchten. Liberal ist jemand, der andere Menschen so akzeptiert, wie sie sind, solange sie damit kein Verbrechen begehen. Denn liberal ist es, andere mit Achtung und Respekt zu behandeln - und es ist tolerant.

Liberal ist jemand, für den Freiheitsrechte keine Verhandlungsmasse sind. Liberale sind Norweger im Geiste. Sie schreien nach Anschlägen und Verbrechen nicht nach noch mehr Überwachung, sondern rufen laut: "Jetzt erst recht! Wir brechen eine Lanze für eine liberale Gesellschaft!"
"Der Freiheit eine Gasse!", wie in dem Herwegh-Gedicht (1841).
In diesem Sinne können Liberale durchaus radikal sein.

Liberal ist es, für diese Überzeugungen einzutreten, auch wenn - oder gerade wenn - man damit (momentan) keinen Blumentopf gewinnen kann.

Diese Liste könnte ich noch viel weiter führen. Aber irgendwo muss man ja auch einmal einen Punkt machen.
Nur - wie nennen wir das ganze nun? Bürgerrechtsliberal? Sozialliberal? Linksliberal? Oder: falsch verstandener Liberalismus? Aus meiner subjektiven Sicht richtig verstandener Liberalismus?
Ja, und hier kommt nun die Stelle, an der man mal jemandem, der sich als "liberal" bezeichnet, mit Fug und Recht Beliebigkeit vorwerfen darf: Das ist mir völlig egal! Für mich ist es einfach nur das: liberal. Ohne präzisierende Attribute. Und wenn ihr mir unbedingt ein Etikett aufkleben müsst - sucht euch eins aus!

Doch eines sollte klar sein: Liberalismus bedeutet nicht "Beliebigkeit", nicht reines "Laisser-faire". Liberalismus ist wertegebunden. Und Liberalismus kann ganz schön unbequem sein. Für den, der ihm begegnet - und (gerade vor allem) für den, der ihn vertritt.

Ist das, was ich oben ausgeführt habe, utopisch?
Vielleicht.
Ist es idealistisch?
Na, aber so was von!
Ist es meine Überzeugung?
Auf jeden Fall.

In diesem Sinne: Vielen Dank für alle, die bis hier unten durchgehalten haben! ;)