An dieser Stelle möchte ich einmal allgemein über eine meiner Lieblingsbands schreiben: Kamelot.
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| Poetry for the Poisoned |
Zum einen, weil ich mich schon sehr auf das Release ihres neuesten Albums
Poetry for the Poisoned freue, das am 10. September in Deutschland erscheinen soll. Zum anderen, weil ich diese großartige Band anderen vorstellen möchte, die vielleicht noch nie etwas von Kamelot gehört haben, mit Metal möglicherweise noch nicht so in Berührung gekommen sind oder diese Art der Musik sogar für "Lärm" halten.
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Kamelot wurden 1991 in Tampa (US-Bundesstaat Florida) gegründet und brachten 1995 ihr erstes Album
Eternity heraus, dem zwei Jahre später
Dominion folgte. Auf den ersten Alben war ihr Stil noch nicht so ausgefeilt wie heute, und die Songtexte drehten sich vorwiegend um Fantasy bzw. Sagen und Erzählungen.
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| Roy Khan |
Dann verließen der Schlagzeuger Richard Warner und der bisherige Sänger Mark Vanderbilt die Band. Neu hinzu kamen der Casey Grillo (Schlagzeug) und der norwegische Sänger Roy Sætre Khantatat (*12. März 1970), genannt
Roy Khan.
Khan hatte drei Jahre lang Operngesang studiert und vor Kamelot für die norwegische Metal-Band
Conception gesungen, mit der er vier Alben veröffentlicht hatte. Ich mag seine Stimme sehr. Seine professionelle Ausbildung als Opernsänger merkt man ihm an: Die Tonhöhen, die er gerade im Falsett (d.h. mit Kopfstimme) erreicht, sind manchmal schon... beachtlich.
Ja, ich bin nicht nur Kamelot- sondern auch Khan-Fan. ;)
Roy Khan sang das dritte Kamelot-Album
Siège Perilous ein, das 1998 veröffentlicht wurde und noch sehr den Geist der frühen Kamelot-Jahre atmet. Songs wie "Parting Visions" sind einfach toll, aber leider ist die Abmischung nicht so gelungen, sodass die Tonqualität nicht die beste ist. :(
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| The Fourth Legacy |
Auch das vierte Album
The Fourth Legacy beschäftigt sich inhaltlich noch viel mit (historischer) Fantasy; so handelt z.B. "Nights of Arabia" von Scheherazade (persisch شهرزاد - šahrzād).
Khan, der nun zusammen mit Thomas Youngblood das Songwriting übernahm, hat dem Album allerdings schon einen ersten Stempel aufgedrückt: Die Musik ist komplexer als auf den vorherigen Alben, und auch die Texte sind bereits tiefgründiger.
Meine Lieblingssongs auf diesem Album sind die Ballade "A Sailorman's Hymn" und "Lunar Sanctum":
There's a piece of truth for everyone / Give me something to die for / Like a sacrifice for days bygone...
Auf ihrer "New Allegiance Tour" durch Europa im Jahr 2000 nahmen Kamelot ihr erstes Live-Album auf,
The Expedition. Leider ist es derzeit nur gebraucht oder zu horrenden Sammlerpreisen erhältlich.
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| Karma |
2001 veröffentlichten Kamelot dann ihr Album
Karma, das viele Fans bis heute als ihr bestes betrachten. (Ich selbst kann mich nicht zwischen
Karma und den beiden darauffolgenden Alben entscheiden, tendiere aber zu
The Black Halo.) Karma erhält eine Referenz an den großen norwegischen Komponisten Edvard Grieg (Romantik), der besonders für seine Peer Gynt Suiten bekannt ist: Der Refrain des Songs "Forever" hat dieselbe Melodie wie "Solveigs Sång" von Grieg (Peer Gynt Suite No. 2, Op. 55 bzw. 23).
Insgesamt ist die Musik nun ausgefeilt, komplex, aber gleichzeitig eingängig - wie man es von Kamelot seitdem gewohnt ist. Die Texte sind nun weniger fantasylastig und beschäftigen sich stärker mit grundlegenden Problemen und Gefühlen der menschlichen Existenz - ein Markenzeichen der Kamelot-Lyrics. Bewegendes Glanzstück ist die Ballade "Don't You Cry", die Thomas Youngblood für seinen verstorbenen Vater geschrieben hat. Mir persönlich gefällt "Wings of Despair" besonders gut:
Conquer the silence you fear / Tomorrow will not fade to black / Remember / No one's controlling your fate!
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| Epica |
Zwei Jahre später, 2003, wurde
Epica veröffentlicht, das wie der Nachfolger
The Black Halo (2005) auf Goethes "Faust" basiert. Beide Alben verarbeiten die Thematik frei: So heißt Faust "Ariel", und "Helena" (statt Gretchen) ertränkt sich und ihr ungeborenes Kind. Textlich liegt der Schwerpunkt auf Ariels bzw. Fausts Streben nach letzter Erkenntnis, danach, zu "erkenne[n], was die Welt / Im Innersten zusammenhält" (Faust I, V. 382 f.); hier: die
universal truth zu finden. Durch Wissenschaft, Alchemie und Religion konnte Faust/Ariel diese Wahrheit nicht erstreben. Doch auch seine Bindung an den Teufel Mephisto bringt ihn seinem Ziel nicht näher...
Für
Epica möchte ich vor allem "Center of the Universe" hervorheben, meinen Lieblingssong von Kamelot. Das Streicher-Pizzicato zu Beginn des Songs ist ein echter Ohrwurm, und der Text ist einfach schön:
If the war by Heaven's Gate released desire / In the line of fire someone must have known / That a human heart demands to be admired / 'Cause in the Center of the Universe / We are all alone... Außerdem liebe ich "Wander"
(Silently we wander / In search of truth and confidence / So many hopes were lost here / Along the way / From morning to night...) und besonders "The Mourning After":
Carry on / Carry on / Meet me on the other side / Once the mourning after turns to day... So schön! ♥
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| The Black Halo |
Aber alle Songs sind schön. Auch auf
The Black Halo. Darauf mag ich besonders „The Haunting (Somewhere in Time)“, ein Duett von Roy Khan und Epica-Sängerin Simone Simons. (Epica, ebenfalls eine Lieblingsband von mir, hat sich übrigens nach dem gleichnamigen Kamelot-Album benannt.) Außerdem liebe ich die Ballade „Abandoned“:
Why, oh why my God / Have you abandoned me / In my sobriety / Behind the old facade / I’m your bewildered child / So take me cross the river wide…
Auf der "Black Halo World Tour" wurde in der norwegischen Hauptstadt Oslo die Live-CD/DVD
One Cold Winter's Night (2006) aufgenommen. Sie ist grandios geworden, und ich sehe sie mir immer wieder gerne an. Wenn Khan z.B. "Elizabeth" singt, einen Song von
Karma, auf dem die verschiedenen Facetten seine Stimme besonders gut zur Geltung kommen, kann ich manchmal nur mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzen - besonders bei der "ah"-Passage zu Beginn...
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| Ghost Opera |
2007 erschien dann das achte Kamelot-Album
Ghost Opera. Im Gegensatz zu
Epica und
The Black Halo ist es kein Konzeptalbum, enthält aber ebenfalls wunderbare Musik und mit "The Human Stain" einen der besten Kamelot-Texte überhaupt. Hier ein längeres Zitat:
Talk about the growing hunger
Ask why with deep concern
Don't you think
The human race is ceaselessly vain
[...]
Hear the ticking of a clock
The sound of life itself
No one really wants to die
To save the world
Tell me that you're torn asunder
From how we fail to learn
And tell me
As the earth goes under
Where's your anger now?
[...]
Cause it costs to be alive, my friend
And this life that someone merely gave to you
That's the price you pay
Minute by minute
You beg for a minute more
Wie wahr! Wie wahr.