Sonntag, 8. November 2009

Der 9. November

Ja, heute ist noch der 8. November, aber da ich in den "deutschen Schicksalstag", wie er auch schon genannt worden ist, hereinschreibe, möchte ich mich in meinem heutigen Eintrag ein wenig mit den historischen Ereignissen befassen, die für die deutsche Geschichte wichtig sind und an einem 9. November geschahen.

1848: Standrechtliche Erschießung Robert Blums
Robert Blum, der Abgeordnete der Frankfurter Nationalversammlung - des ersten deutschen Parlaments, das im Zuge der Märzrevolution von 1848 erstmals am 18. Mai 1848 zusammentrat - wird im Zuge des Oktoberaufstands in Wien standrechtlich erschossen: Ein Bruch seiner parlamentarischen Immunität durch reaktionäre Militäreliten des habsburgischen Kaiserreichs.
(Oft werden nur die Ereignisse des 20. Jahrhunderts gezählt, aber ich nehme dieses einfach mal auch mit auf, weil ich es auch interessant für die Geschichte der Demokratie in Deutschland finde.)

1918: Scheidemann ruft die Weimarer Republik aus
Philipp Scheidemann ruft im Zuge der Novemberrevolution von 1918 von einem Fenster des Deutschen Reichstags aus die "Deutsche Republik" aus, die als "Weimarer Republik" in die Geschichtsbücher eingehen wird. Deutschland wird erstmals eine Demokratie.

1923: Hitler-Ludendorff-Putsch
Adolf Hitler und General Ludendorff unternehmen einen Putschversuch ("Hitlerputsch" bzw. "Hitler-Ludendorff-Putsch"), der jedoch in einer Schießerei vor der Münchner Feldherrnhalle endet. 16 Menschen sterben, die meisten von ihnen Nationalsozialisten. Hitler wird wegen Hochverrats zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, jedoch bereits am 20. Dezember 1924 entlassen. Ludendorff wird freigesprochen.

1938: Reichspogromnacht
Nach einem Anschlag auf einen deutschen Diplomaten in Paris werden überall im Deutschen Reich jüdische Geschäfte und Einrichtungen wie Synagogen zerstört. Das Ereignis, das von Historikern als "Reichspogromnacht" bezeichnet wird und von den Nationalsozialisten euphemistisch "Reichskristallnacht" genannt wurde, markiert einen neuen Höhepunkt in den Judenverfolgungen der Nationalsozialisten.

1989: Mauerfall
Nach Massendemonstrationen in der DDR, bei denen die Demonstranten vor allem für Reisefreiheit eintreten, verliest der Ost-Berliner SED-Chef Günter Schabowski bei einer Pressekonferenz als "Sekretär des ZK (Zentralkomittees) der SED für Informationswesen" eine neue Reiseregelung, die die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland erlaubt. Ein Bild-Reporter hakt nach, ab wann die Regelung gelte. Schabowski antwortet, sie gelte ab sofort. Daraufhin versammeln sich tausende Ost-Berliner vor der Mauer und fordern die sofortige Öffnung der Grenzübergänge. Die Grenztruppen kommen dieser Forderung schließlich nach: Die Mauer fällt.


Es gab natürlich noch weitere geschichtliche Ereignisse, die an einem 9. November geschahen, doch die genannten sind für die deutsche Geschichte wohl die wichtigsten. Von einigen Seiten wird sogar gefordert, den deutschen Nationalfeiertag vom 3. Oktober (Tag der Wiedervereinigung 1990) auf den 9. November zu verlegen, weil der 9. November wie kein anderer Tag die wechselvolle Geschichte Deutschlands auf dem Weg zur demokratischen Einheit in den "Wendejahren" 1989/90 zeigt.

Freitag, 9. Oktober 2009

Originalversionen und Blackmore's Night

Blackmore's Night sind die Band des ehemaligen Deep Purple- bzw Rainbow-Gitarristen Ritchie Blackmore und seiner (seit einem Jahr) Frau, der Sängerin Candice Night, die eigentlich Candice Lauren Isralow heißt. Blackmore's Night spielen "Renaissance Rock", sprich: Softrock mit Einflüssen aus mittelalterlicher und Renaissance-Musik.

Da die Musik, die Ritchie Blackmore jetzt macht, so anders ist als die zu seinen Hardrock-Zeiten, können viele seiner früheren Fans nichts mit Blackmore's Night anfangen. Weil Blackmore's Night Renaissance-Musik mit Rockband plus mittelalterlichen Instrumenten spielen, werfen ihnen außerdem Teile der Mittelalter-Musik-Szene vor, "nicht authentisch" zu sein. (Was sie zweifellos auch nicht sind. Aber die Frage ist auch, ob man denn unbedingt authentisch sein muss, wenn man solche Musik macht.)
Ihre Musik gleitet zwar schon in den Kitsch ab, aber andererseits macht sie einfach gute Laune, und Candice Night hat eine schöne Stimme.

Aber nun zu dem Punkt, der mich an ihrer Musik am meisten interessiert: Blackmore's Night verwenden oft authentische mittelalterliche oder Renaissance-Kompositionen, arrangieren sie frei um und geben ihnen einen neuen Text.
Ich versuche also, herauszuhören, welches Original-Stück ihnen als Vorlage gedient hat... Ein paar Stücke konnte ich zwar herausfinden, weil Blackmore's Night Hinweise darauf geben oder die Stücke sehr bekannt sind, aber die meisten konnte ich leider noch nicht herausfinden.

Ein paar Namen:

Play Minstrel Play (Album: Shadow of the Moon)
Vorlage: Tourdion (Quand je bois du vin clairet), trad./Pierre Attaignant

Magical World (Album: Shadow of the Moon)
Vorlage: Gloucestershire Wassail, trad.

Renaissance Faire (Album: Shadow of the Moon)
Vorlage: De mon malheur (?), Tielman/Tylman Susato (ca. 1510/15 - nach 1570)
Da bin ich mir nicht ganz sicher... Irgendetwas von Susato ist es auf jeden Fall, weil Blackmore's Night das angegeben hatten. ;)

Past Time With Good Company (Album: Under a Violet Moon)
Vorlage: Pastime With Good Company, trad./Henry VIII

Home Again (Album: Fires at Midnight)
Vorlage: De jour en jour (?), Tielman/Tylman Susato (ca. 1510/15 - nach 1570)
Wie bei "Renaissance Faire" bin ich mir mal wieder nicht ganz sicher...

Fires at Midnight (Album: Fires at Midnight)
Vorlage: Cantigas de Santa Maria 353 (CSM 353), „Quen a omagen da Virgen“
Ein wunderschönes Stück, das ich u.a. auch in einer sehr schönen Version von Annwn kenne ("Quen a Omagen"). Blackmore's Night haben es wahrscheinlich von den Geyers, einer befreundeten Band, die es mit anderem Text unter dem Titel "God's Gospel" spielt.

Praetorius (Courante) (Album: Fires at Midnight)
Vorlage: No. CLXXXIII Courante, Michael Praetorius (1571-1621)

Cartouche (Album: Ghost of a Rose)
Vorlage: La Rotta, trad. 14. Jh.

All For One (Album: Ghost of a Rose)
Vorlage: Son Ar Christr, trad. bretonisch
Es gibt auch eine Karnevalsversion, "Was wollen wir trinken"...

Locked Within a Crystal Ball (Album: Secret Voyage)
Vorlage: Stella Splendens, Llibre Vermell du Montserrat
Das war insofern leicht, weil ein Männerchor in "God Save the Keg", dem Instrumentalstück vor "Locked Within a Chrystal Ball", den Refrain von "Stella Splendens" singt: "Stella splendens in monte / Ut solis radium / Miraculis serrato / Exaudi populum". Auch ein wunderschönes Stück, das ich u.a. in der sehr schönen Version von Hespèrion XX (einem spanischen Ensemble für Alte Musik) kenne.

Ein paar Mal ging es mir mit Stücken von Blackmore's Night aber so: "Das kennst du! Das Stück kennst du doch! Woher nur? ... Mist, ich komme einfach nicht drauf."

Samstag, 3. Oktober 2009

Zitat über Musik

Gestern gelesen:
Musik ist Leben. Wenn man es einmal genau betrachtet, klingt und tönt alles irgendwie. Jedes Ding hat seinen eigenen Klang. Mit Musik kann man wunderbar bereits bestehende Gemütszustände vertiefen oder auch neue Stimmungen erzeugen. Es gibt weniges, das so unmittelbar berührt, auf so eine einzigartige Weise Gefühle zu beschreiben vermag.
(Michael Kaiser von der Celtic-Folk-Band "Dunkelschön" in Sonic Seducer 10/09, S. 137)
Sehr treffend.

Dabei war es reiner Zufall, dass ich mir die aktuelle Ausgabe der Gothic-Musikzeitschrift "Sonic Seducer" gekauft habe... Sonst lese ich keine Musikzeitschriften. Außerdem interessiert mich der größte Teil der in "Sonic Seducer" vorgestellten Musik (abgesehen von Folk/Mittelalter/Metal) nicht so sehr.
Dass ich gerade den Artikel über "Dunkelschön" gelesen habe, war dann allerdings kein Zufall mehr, da ich wusste, was für eine Art von Musik die Band macht. Ich gebe aber zu, dass ich von "Dunkelschön" nicht mehr kenne als die Hörproben auf ihrem MySpace (http://www.myspace.com/dunkelschoen)... Die allerdings klangen schön.

Freitag, 2. Oktober 2009

Meine Tagesplaner-Zitate

Am 19. Oktober beginnt für deutsche Studenten wieder die Vorlesungszeit.
Hier sind einige Zitate, die ich so gut finde, dass ich sie in meinen Tagesplaner geschrieben habe:


Frieden ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Frieden.
Willy Brandt (SPD, 1913-1992), vierter deutscher Bundeskanzler (1969-1974)

Die Erfahrungen sind die Samenkörner, aus denen die Klugheit wächst.
Konrad Adenauer (Zentrum/CDU, 1876-1967), erster deutscher Bundeskanzler (1949-1963) - er muss es ja wissen

Genau die Kraft, die gefehlt hat, um einen Sieg zu erreichen, braucht man, um eine Niederlage zu verkraften.
Ernst R. Hauschka (*1926), deutscher Lyriker und Aphoristiker

Optimisten haben gar keine Ahnung von den freudigen Überraschungen, die Pessimisten erleben.
Peter Bamm (1897-1975), deutscher Schriftsteller

Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, dass es nicht erkaltet.
Noch mal Peter Bamm

Ich kann nichts dafür, dass meine Bilder sich nicht verkaufen lassen. Aber es wird die Zeit kommen, da die Menschen erkennen, dass sie mehr wert sind als das Geld für die Farbe.
Vincent van Gogh (1853-1890), niederländischer Maler (Impressionismus)


Und der schönste zum Schluss:

Man kann die Wahrheit nicht ins Feuer werfen - sie ist das Feuer.
Friedrich Dürrenmatt (1921-1990), schweizerischer Schriftsteller, Dramatiker und Maler

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Annwn: Orbis Alia, Aeon

Hinter dem Projekt "Annwn"(sprich: An:nøn) stehen Sabine Hornung (Gesang, Harfe, Akkordeon) und Tobias von Schmude (Laute, Bouzouki) sowie diverse Gastmusiker.
"Annwn" ist der Name der paradiesischen Anderswelt in der inselkeltischen Mythologie, die Albion, der Welt der Menschen, gegenübersteht.

2007 sorgte Annwns erste CD "Orbis Alia" für einiges Rauschen im Blätterwald der Mittelaltermusik-Szene. Die Künstler präsentierten diverse Klassiker der Musik des Mittelalters, darunter Stücke aus den "Cantigas de Santa Maria", das "Palästinalied" Walthers von der Vogelweide oder das schwedische "Herr Mannelig", mit "Fairy Spell" aber auch eine Eigenkomposition.


Im Gegensatz zur Musik vieler ihrer Genre-Kollegen setzen Annwn auf die leiseren Töne: Getragen von Sabine Hornungs außergewöhnlich schöner Altstimme, sorgfältig, aber dezent instrumentiert, bewegen sie sich irgendwo zwischen Ensembles für Alte Musik und Folk-Musik. (Letzteres Element ist am ehesten noch mit Joan Baez oder Loreena McKennitt zu vergleichen.) Dabei gelingt es ihnen, gleich auf ihrem Erstling ein so außergewöhnlich schönes und perfektes Werk abzuliefern, dass ich schon kurz nach dem Erscheinen von "Orbis Alia" mehr davon hören wollte.


Nun, endlich, hat sich dieser Wunsch erfüllt: Vor Kurzem erschien "Aeon", eine CD, die mindestens ebenso schön wie "Orbis Alia" geworden ist.


Mit "Swan Maiden" und "Eternity" befinden sich diesmal zwei Eigenkompositionen auf "Aeon".
"Eternity" haben wir Sabine Hornungs Arbeit als Archäologin zu verdanken: Sie stand eines Herbstmorgens auf der Nordmauer der keltischen Siedlung auf dem Dollberg bei Otzenhausen im Saarland, als dort die Sonne hervorbrach und die neblige Landschaft in mystisches Licht tauchte...
Außerdem hat Sabine Musik zu "The Ballad of Oriana", einem Gedicht von Alfred Lord Tennyson, geschrieben.

"Aeon" kommt auch meinen aktuellen Interessen entgegen: Mit dem traditionellen bretonischen Lied "E Parrez Langonned" und dem Tanz "An Dro Nevez" sind gleich zwei Stücke aus der Bretagne auf der CD. Auch das mittelalterliche Spanien kommt nicht zu kurz: Mit "Rosa das Rosas" ist ein Stück aus den "Cantigas de Santa Maria" (Nr. 10) vertreten. Das sephardische (= jüdisch-spanische) "El Rey Nimrod" hat Sabine auch zu einer Fantasie ("Fantasia") arrangiert, die vor allem auf den orientalischen Elementen des Lieds basiert.

Des Weiteren enthält die CD "Reis Glorios" vom französischen Troubadour Guiraut de Bornelh, das schottische "Aliean Duinn" von Annag Chaimbeul (Annie Campbell), "Diu Vi Salvi Regina" vom italienischen Heiligen Francesco de Geronimo und das rhythmische schwedische Lied "Vänner Och Fränder".

Im Gegensatz zu "Orbis Alia" gibt es zu "Aeon" auch ein ausführliches Booklet mit den Liedtexten und - sehr löblich - Einführungstexten, die so einiges zu den einzelnen Liedern erklären. Deutsche oder englische Übersetzungen würden das wunderschön gestaltete Booklet noch weiter abrunden.
Das Artwork hat übrigens die Fotografin Benita Heldmann gestaltet.


Wer sich selbst einen Eindruck von Annwns Musik verschaffen möchte, kann das auf http://www.myspace.com/annwnmusic tun.
Meine Anspieltipps sind "El Rey Nimrod" (von "Aeon") und "Madre Deus" (von "Orbis Alia"), aber alle Stücke sind wunderschön.

Offizielle Homepage: www.annwn-music.de

Montag, 28. September 2009

Zwei Statements zur Bundestagswahl

Ministerpräsident Seehofer (CSU) hatte im Bundestagswahlkampf ziemlich heftig verbal auf die FDP und insbesondere den bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) eingedroschen.
Dazu zwei Statements, die ich hier einfach mal unkommentiert lasse:
"Ich glaube, dass die Auseinandersetzung mit der FDP nicht unbedingt zur Optimierung unseres Wahlergebnisses den entscheidenden Beitrag geleistet hat."
Alfred Sauter (CSU), ehemaliger bayerischer Justizminister
"Wir hatten viele Unterstützer - manche freiwillige, manche unfreiwillige -, aber ich bedanke mich bei jedem Unterstützer."
Martin Zeil (FDP), aktueller bayerischer Wirtschaftsminister

Bundestags-Wahlergebnisse

Am Tag nach der Bundestagswahl und den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Brandenburg möchte ich mir wieder einmal einige Zahlen anschauen. Die Zahlen sind natürlich nicht das eigentlich Wichtige, das ist mir klar. Das eigentlich Wichtige kommt ja erst noch. ;-)

Die Prozentzahlen in Klammern geben wie immer die Ergebnisse der vorherigen Wahl an (also z.B. der Bundestagswahl 2005).


Bundestagswahl 2009

CDU/CSU: 33,8% 2009 (35,2% 2005)
SPD: 23,0% (34,2%)
FDP: 14,6% (9,8%)
Linke: 11,9% (8,7%)
Grüne: 10,7% (8,1%)
Sonstige: 6,0% (4,0%), davon rund 2% für die Piratenpartei
Wahlbeteiligung: 70,8% (77,7%)

Die CSU kommt bundesweit gerechnet auf 6,5% (7,4%) der Stimmen und ist damit weniger als halb so stark wie die FDP. Die ist die große Gewinnerin der Wahl: Sie hat nicht nur ihr bestes Ergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erzielt, sie ist nach 11 Jahren Opposition auch endlich wieder an der Regierung beteiligt. Die SPD dagegen muss ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949 verkraften... Schon traurig. Jetzt muss sich die Partei neu aufstellen.
Grüne und Linke haben wie die FDP Rekordergebnisse eingefahren; alle "kleinen" Parteien haben jeweils (zum Teil deutlich) über 10% erzielt. Die Zeit der großen Volksparteien in Deutschland neigt sich damit weiter dem Ende zu.
Die Piraten haben einen Achtungserfolg erzielt und insbesondere bei den Jungwählern gepunktet. Mit ihnen dürfte in Zukunft weiterhin zu rechnen sein.
Die Wahlbeteiligung war mit nur 70,8% erschreckend niedrig; der Negativrekord von 2005 wurde deutlich unterboten. Kein gutes Zeichen... Zugegeben, der Wahlkampf war nicht gerade spannend. Daran lag es wohl auch.


Bundestagswahlergebnisse 2009 in Bayern

CSU: 42,6% 2009 (49,2% 2005)
SPD: 16,8% (25,5%)
FDP: 14,7% (9,5%)
Grüne: 10,8% (7,9%)
Linke: 6,5% (3,4%)
Sonstige: 8,7%, davon wie im Bund 2,0% für die Piraten
Wahlbeteiligung: 71,8% (78,1%)

Die Zeiten, in denen die CSU auf "50% + x" kam, sind wohl endgültig vorbei. Ministerpräsident Seehofers Angriffe auf die FDP haben seiner eigenen Partei, der CSU, geschadet.
Die SPD hat mal wieder ein historisch niedriges Ergebnis; in Oberbayern und Schwaben liegt die FDP gar vor der SPD (Oberbayern: FDP 16,1% und SPD 15,5%; Schwaben: FDP 15,6% und SPD 14,4%). Immerhin hat die CSU diesmal sämtliche bayerischen Direktmandate geholt, während 2005 noch eines im Münchner Norden an die SPD ging. Karl-Theodor zu Guttenberg ist - wenig überraschend - Deutschlands Erststimmenkönig; er hat sein Direktmandat mit satten 68,1% verteidigt.


Landtagswahlergebnisse 2009 in Schleswig-Holstein:

CDU: 31,5% 2009 (40,2% 2005)
SPD: 25,4% (38,7%)
FDP: 14,9% (6,6%)
Grüne: 12,4% (6,2%)
Linke: 6,0% (0,8%)
SSW: 4,3% (3,6%)
Wahlbeteiligung: 73,5% (66,5%)

Dank Überhangmandaten reicht es knapp für Schwarz-Gelb: Die CDU kommt auf 34, die FDP auf 15 Sitze. Beide Parteien erhalten damit zusammen 49 von insgesamt 95 Sitzen. Für den Südschleswigschen Wählerverband (SSW) als Partei der dänischen Minderheit gilt die 5%-Hürde nicht; deshalb ist er im Landtag vertreten. Alle "kleinen" Parteien konnten deutlich zulegen, während die SPD ebenso deutlich verloren hat. Die Wahlbeteiligung in Schleswig-Holstein ist sogar gestiegen; sehr schön. Der Streit in der bisher bestehenden Großen Koalition sorgte wohl auch dafür, dass mehr Wahlberechtigte ihre Stimmen abgegeben haben.
Wenn es wirklich zu Schwarz-Gelb kommt, haben Union und FDP nicht nur im Bundestag, sondern auch im Bundesrat eine Mehrheit.


Landtagswahlergebnisse 2009 in Brandenburg

SPD: 33,0% 2009 (31,9% 2004)
Linke: 27,2% (28,9%)
CDU: 19,8% (19,4%)
FDP: 7,2% (3,3%)
Grüne: 5,6% (3,6%)
DVU 1,0% (6,1%)
Wahlbeteiligung: 67,5% (56,4%)

Ministerpräsident Platzeck (SPD) kann sich nun aussuchen, ob er weiter mit der CDU oder aber mit den Linken eine Koalition bilden will. SPD und CDU konnten leicht zulegen, während die Linke leicht verlor. FDP und Grüne sind nach 15 Jahren wieder in den Brandenburger Landtag eingezogen. Die rechtsextreme DVU ist mit nur noch einem Prozent draußen; gleichzeitig ist die Wahlbeteiligung ist gegenüber 2004 deutlich gestiegen. Hier sieht man, wie eine hohe Wahlbeteiligung den Einzug einer rechtsextemen Partei ins Parlament verhindern kann! Das Argument, wählen zu gehen, um eine Stimme gegen Rechts abzugeben, erweist sich also als durchaus berechtigt!

Sonntag, 27. September 2009

Wandertour - Tag 8

Am letzten Tag unserer Wandertour ging ich mit meiner Freundin durch die Altstadt von Ilmenau. Dort befindet sich ein Denkmal mit einer männlichen und einer weiblichen Ziege, in dessen Sockel der Spruch der Stadt eingemeißelt ist: "In Ilmenau / Da ist der Himmel blau / Da tanzt der Ziegenbock / Mit seiner Frau." Entsprechend steht neben dem Ortsschild auch ein hellblaues Plakat mit der Aufschrift "Ilmenau - himmelblau". Der Himmel war an diesem Tag übrigens tatsächlich blau... ;-)

In einem Buchladen blätterten die Freundin und ich durch den Angela Merkel-Polit-Comic "Miss Tschörmänie". "L'Enfant de Noé" fand ich dort leider nicht. Wir fuhren dann noch im selben Zug bis Plaue, wo ich mich von meiner Freundin verabschiedete.

Hiermit endet mein kleiner Bericht von der Wandertour. :-)

Wandertour - Tag 7

Von Ilmenau fuhren wir mit dem Zug in die thüringische Landeshauptstadt Erfurt. Dort liefen wir über die Krämerbrücke und durch die Altstadt. Außerdem besichtigten wir den Dom St. Marien und die Severikirche. Danach schauten wir uns die Zitadelle Petersberg an, die wie Dom und Kirche sehr sehenswert ist.

Dann fuhren wir nach Meiningen und gingen durch den Englischen Garten mit Kapelle, Gräbern, Denkmälern und einer in der Romantik (19. Jahrhundert) nachgebauten Burgruine. Außerdem schauten wir uns die Altstadt und eine protestantische Kirche an.

Auf der Rückfahrt nach Ilmenau hatten wir eine Stunde Aufenthalt in Plaue. Wir gingen durch das Städtchen in Richtung der dortigen Burgruine. Leider war die Zeit zu kurz, um die Burg zu erreichen.

In Erfurt hatte sich meine Freundin zwei französische Romane gekauft, "Hier" ("Gestern") von Agota Kristof und "L'Enfant de Noé" ("Das Kind von Noah" - ja, der deutsche Titel ist tatsächlich so schwerfällig übersetzt) von Éric-Emmanuel Schmitt. In Letzterem las ich auf der Fahrt nach Meiningen und der Rückfahrt nach Ilmenau, kam aber nur bis Seite 60, während meine Freundin "Hier" bereits in Meiningen ausgelesen hatte. Ihr Französisch ist auch wesentlich besser als meines.

Wandertour - Tag 6

Von Oberhof wanderten wir weiter zum "Mordfleck", der wohl wegen eines Moors so heißt. Außerdem gingen wir über den Großen Beerberg, den größten Berg des Thüringer Waldes. Es nieselte und war sehr neblig, sodass wir die Aussichtsplattform dort - im wahrsten Sinne des Wortes - links liegen ließen. Wir hätten ohnehin nur Nebel gesehen.

Dann verließen wir den Rennsteig, um nach Schmiedefeld zu gehen. Wie vor Brotterode folgten wir einem offenbar falsch gedrehten Schild und liefen um das Dorf herum. Dann wollten wir der Bundesstraße folgen - bis nach Schmiedefeld waren es noch gute drei Kilometer. Da kam uns der Zufall zu Hilfe: Wir wurden von einer Bekannten meiner Freundin und deren Lebensgefährten aufgegabelt, die mit dem Auto an uns vorbei fuhren. Bei ihnen wurden wir erst von einem lebhaften jungen Labrador begrüßt und tranken dann Tee. Die Bekannte hatte leckeren Eierscheckkuchen und Bienenstich gebacken. Beim Essen unterhielten wir uns darüber, wo genau ich herkomme und über die bevorstehende Bundestagswahl. Anschließend fuhren die Bekannte und ihr Lebensgefährte uns nach Ilmenau, wo wir uns von ihnen verabschiedeten.

Wandertour - Tag 5

Am fünften Tag fuhren wir wieder zur Neuen Ausspanne, von der wir unsere Wanderung fortsetzten. Wir wanderten unter anderem einen Berg hinauf, von dem aus wir einen schönen Blick über den Thüringer Wald hatten. Später kamen wir an der Rennsteig-Arena in Oberhof vorbei, wo gerade Weltmeisterschaften im Sommerbiathlon stattfanden. Außerdem sahen wir in Oberhof das DDR-Forstarbeiterdenkmal von 1983 und das Rondell, ein obeliskenförmiges Denkmal zum Bau der Bundesstraße 247 in den Jahren 1830-1832.

Auf dieser Etappe unserer Wanderung wuchsen besonders viele Pilze. Wir blieben immer wieder stehen, damit meine Freundin einige von ihnen sammeln konnte.

Wandertour - Tag 4

Über einen Naturlehrpfad, der an einem Bach entlang führte, gelangten wir von Friedrichroda wieder auf den Rennsteig - nicht ohne einmal eine falsche Abzweigung zu nehmen. ;-) Etwa drei Kilometer von der Ebertswiese entfernt begegneten wir einem Radfahrer, der uns ein Kätzchen zeigte. Er sagte uns, dass die Katze der Wirtin von der Ebertswiese gehörte und offenbar mit fremden Wanderern bis zu der Stelle gelaufen war, an der er sie gefunden hatte. Weil die Jungkatze zu langsam war, um mit dem Radfahrer mitzuhalten, bat er uns, sie zur Ebertswiese zurückzubringen.

Wir blieben immer wieder stehen, um uns nach der Katze umzusehen. Sie folgte uns tatsächlich! Manchmal blieb sie mehrere Meter zurück, aber weit vor uns lief sie nie. Mehrmals kamen uns andere Wanderer entgegen, aber das Kätzchen folgte trotzdem weiter uns. An der Ebertswiese verließ uns die Katze kurzzeitig, um zu Wanderern zu gehen, die gerade Rast machten. Als wir unsererseits Rast an der Neuschmalkaldener Schutzhütte bei einem Bach (Goldbach bzw. Splitter) machten und die Wanderer von zuvor an uns vorbeikamen, lief die Jungkatze wieder zu uns. Nach Streicheleinheiten zum Abschied ließen wir sie auf der Ebertswiese zurück, wo sie hoffentlich zu ihrer Wirtin zurückgefunden hat.

Von der Ebertswiese liefen wir weiter zur Neuen Ausspanne: An diesem Abschnitt des Rennsteigs ist schon Luther entlang gewandert. An der Neuen Ausspanne gibt es eine Bushaltestelle, von der drei Busse am Tag fahren - der nächste fuhr zehn Minuten nachdem wir dort angekommen waren! Schwein muss man haben... oder Katze, in unserem Fall. ;-)

In Schmalkalden sahen wir uns die Altstadt und die protestantische Kirche an. Neben der Kirche befand sich ein freigelegtes, überglastes mittelalterliches Beinhaus - ein seltenes archäologisches Zeugnis für Thüringen.

Anschließend besichtigten wir das Schmalkaldener Schloss Wilhelmsburg, wo mehrere Versammlungen des Schmalkaldischen Bundes (1531-1546) stattfanden. Der Schmalkaldische Bund war ein Verteidigungsbündnis protestantischer Fürsten gegen die katholische Politik des deutschen Kaisers Karl V. und wurde nach inneren Streitigkeiten 1846 im Schmalkaldischen Krieg von Karl V. zerschlagen.

Außerdem gibt es in Schloss Wilhelmsburg eine der ältesten noch bespielbaren Renaissance-Orgeln Europas und eine ständige Ausstellung namens "Aufbruch in eine neue Zeit" über Renaissance, Reformation und Schmalkaldischen Bund, die wir uns beide anschauten.
Des Weiteren ist stündliche eine 3D-Animation zu sehen, die Fresken zum "Iwein"-Epos von Hartmann von Aue im Schmalkaldener Schloss erläutert. Das Epos, das um 1200 entstanden ist, handelt von Iwein, einem jungen Ritter der Tafelrunde von König Artus. Es basiert auf dem altfranzösischen Roman "Yvain ou Le Chevalier au Lion" (Iwein oder Der Ritter mit dem Löwen) von Chrétien de Troyes (ca. 1140-1190). Die Animation selbst war nicht besonders spektakulär, aber die Dame, die uns den Film zeigte, konnte sehr gut erzählen. ;-)

Wandertour - Tag 3

Für den dritten Tag unserer Wanderung war eigentlich der Große Inselsberg eingeplant. In Brotterode regnete es allerdings; außerdem war es neblig. Deshalb fuhren wir mit dem Bus nach Friedrichroda und besichtigten dort die Marienglashöhle, eine Gipskristallhöhle. Der weiche Gipskristall wurde unter anderem in Kirchen für Marienbilder verwendet; daher der Name.

In der Marienglashöhle wurde von 1788 bis 1903 Gips abgebaut. Danach war sie als Schauhöhle eine Touristenattraktion, vor allem wegen der glitzernden Kristallgrotte mit dem "Marienglas". 1943, im Zweiten Weltkrieg, wurde der Schaubetrieb eingestellt. Die Höhle verfiel und lief mit Wasser voll. Seit 1968 wurde die Höhle neu erschlossen und ein zweiter Stollen wurde als Ausgang gebaut. Man pumpte das Wasser ab und errichtete einen künstlichen Wasserfall. Seit dieser Zeit gibt es außerdem einen flachen unterirdischen See, über den ein Steg führt.

Abends aßen wir in Friedrichroda Eis an einem mit Stein eingefassten Bachlauf. Danach schauten wir im Lichtspielhaus den "Wickie"-Realfilm von Michael "Bully" Herbig - für mich als altgedienten Wickie-Fan ein Muss. Der Film war auch richtig niedlich gemacht und die Schauspieler sahen tatsächlich aus wie in der Zeichentrickserie.

Wandertour - Tag 2

Am zweiten Tag starteten wir unsere eigentliche Rennsteigwanderung.
Der Rennsteig ist ein insgesamt 168,3 Kilometer langer früherer Botenweg und heutiger Höhenwanderweg, der auf dem Kamm des Thüringer Mittelgebirges entlang historischer Grenzen verläuft. Entsprechend sahen wir auf unserer Wanderung Dutzende von Grenzsteinen; laut einer Infotafel sind von ca. 1007 noch insgesamt etwa 788 erhalten.

Wir begannen an der "Hohen Sonne", einem Bauwerk, das etwa sechs Kilometer südlich von Eisenach liegt. Nach einem kurzen Abstecher zur (wenig spektakulären) Rennsteiggrotte kamen wir zum Rennsteig-Ehrenmal. Dabei handelt es sich um eine Millionen Jahre alte Granitformation, die "Glockner" oder "Klöckler" genannt wird. Ich sprang natürlich auf den höchsten Stein und genoss den schönen Ausblick über eine Schlucht und zu anderen Berggipfeln des Thüringer Waldes.

An einem der 9 erhaltenen von ehemals 13 Dreiherrensteinen des Rennsteigs nahmen wir eine Abzweigung nach Brotterode, wo wir übernachten wollten. Neben der Straße nach Brotterode sah meine Freundin ein Schild mit der Aufschrift "Jugendherberge", dem wir folgten...
Nun ja. Das war das einzige Schild.
Irgendwann landeten wir auf einer Wiese und versuchten verzweifelt, wieder auf eine Straße zu kommen. Dabei kletterten wir mehrere Böschungen hinunter. Weil wir auch nicht wieder den ganzen Weg nach oben klettern wollten, rutschten wir schließlich einen gut zweieinhalb Meter hohen, steilen Hang hinunter.

Danach gelang es uns, die Jugendherberge ohne weitere Unfälle zu finden. Die hatte allerdings noch geschlossen, also saßen wir lesend in einer Art Festzelt, bis sie öffnete.
Neben der Herberge floss ein Bach, zu dem Stufen hinunterführten. Ich kletterte auch ein wenig über die Steine im Bach, weil ich auf dem "Glockner" festgestellt hatte, wie rutschsicher meine Wanderschuhe waren. Kleine Bäche sind toll... und große Flüsse auch. ;-)

Wandertour - Tag 1

Jetzt wird es aber mal Zeit, dass ich über die Wandertour schreibe, die ich bis gestern mit einer Freundin gemacht habe: Am frühen Nachmittag des ersten Tages trafen wir uns in Eisenach. Sie kam schon vor mir am Bahnhof an und lief in die Eingangshalle, um zu sehen, auf welchem Gleis mein Zug einfahren würde... nur um zu erfahren, dass es sich um das Gleis direkt gegenüber dem handelte, auf dem ihr Zug angekommen war. ;-)

Zuerst liefen wir zum Burschenschaftsdenkmal, einem 1902 errichteten Kriegerdenkmal für die Burschenschaftler, die im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gefallen waren. Das Denkmal hat die Form eines Rundtempels, der von Säulen getragen wird. Über dem Ganzen thront eine Art Krone (die für mich eher nach Fackel aussieht). Im Denkmal gibt es eine kleine Dokumentationsstätte mit Filmen. Außerdem befinden sich dort Informationstafeln zu bekannten Burschenschaftlern insbesondere der Vormärzzeit (1815-1848/49), der Zeit vor der Revolution von 1848. Außen sind unter anderem die Köpfe von Luther und Beethoven in Stein gehauen.
In der DDR wurde das Denkmal - als Zeichen des Kaiserreichs - natürlich beschädigt, aber inzwischen ist es wieder saniert.

Man kann auch auf das Denkmal steigen: Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick über Eisenach und natürlich zur Wartburg. Dort lebte nicht nur 1211-1227 die Heilige Elisabeth von Thüringen und übersetzte 1521/22 Luther verborgen als "Junker Jörg" die Bibel ins Deutsche. Dort fand auch 1817 das Wartburgfest statt, bei dem sich einige hundert Studenten und Professoren (natürlich auch Burschenschaftler) versammelten, um für ein geeintes Deutschland und gegen reaktionäre Kräfte einzutreten.
Auf diesem ersten Wartburgfest wurde auch die Allgemeine Deutsche Burschenschaft mit ihrem Wahlspruch "Ehre, Freiheit, Vaterland" gegründet. Der Spruch ist außen in den Rand des Burschenschaftsdenkmals eingemeißelt - was mich spontan an das "Einigkeit und Recht und Freiheit" auf dem Rand der deutschen Zwei-Euro-Münzen erinnerte. ;-)
1848 und 1948 gab es übrigens zwei weitere Wartburgfeste, die allerdings nicht so bekannt sind.

Nach dem Burschenschaftsdenkmal wollten wir auf die Wartburg. Dabei landeten wir versehentlich auf dem Hügel daneben, dem Hainstein. Da bekommt die Legende, nach der die Wartburg "Wartburg" heißt, weil ihr Begründer laut meiner Freundin "Warte, Berg, ich komme" gerufen haben soll, doch eine ganz neue Bedeutung... Nun, falschen Berg runtergelaufen, richtigen Berg hochgelaufen, und wir waren auf der Wartburg. Danach war es leider zu spät, um auch noch Luther- und Bachhaus von innen zu besichtigen, aber von außen konnten wir sie uns anschauen.

Anschließend fuhren wir mit der Thüringen-Bahn nach Bad Salzungen, wo die Freundin mir noch das Gradierwerk zeigte. Diese Anlage zur Salzgewinnung besteht aus einem Holzgerüst mit Reisigbündeln. Die natürliche Verdunstung des Wassers erhöht den Salzgehalt der Sole (Salz-Wasser-Lösung), die durch das Gradierwerk geleitet wird. Verunreinigungen der Sole setzen sich im Reisig ab und bilden graue oder braune Krusten am Reisig, die "Dornstein" oder "Salinenstein" genannt werden. Die salzreiche Luft bei dem Gradierwerk wird zu Kurzwecken genutzt, weil sie wie Seeluft die Schleimhäute von Asthmatikern oder Allergikern beruhigt. Deshalb nannte meine Freundin das Gradierwerk auch eine "große Inhalationsanlage". ;-)

Freitag, 18. September 2009

PDFs erstellen: Einer der Gründe, für den ich meinen Mac liebe

Es gibt sicher viele Gründe, die für einen Mac sprechen (und natürlich auch Gründe, die für Windows sprechen), aber was mir immer wieder positiv auffällt ist, dass es mit OS X unglaublich einfach ist, PDF-Dokumente zu erstellen.

Wenn ich bei einem beliebigen Dokument "Ablage --> Drucken" auswähle, wird mir dort die Option angeboten, das Dokument, Bild oder Was-auch-immer als PDF zu sichern. Wenn ich mehrere einzelne Bilder (bzw. als .jpg gescannte einzelne Textseiten) in "Vorschau" öffne, mit cmd+a alle Bilder in der Seitenleiste markiere und dann auf "Ablage --> Drucken" gehe, kann ich sogar einzelne Bilder völlig unkompliziert zu einem PDF-Dokument zusammenfassen.

Das ist besonders praktisch, wenn beide Flachbett-Scanner an der Uni, die Bücher als PDF scannen, mal wieder stundenlang belegt sind und man deshalb den "normalen" Scanner nehmen muss. So habe ich am Ende nicht Dutzende einzelner Dateien, die in Wirklichkeit zu einem einzigen Buch gehören, sondern alles in einer PDF-Datei.

Wenn ich an dem einen Flachbett-Scanner scanne, kommt es außerdem immer wieder vor, dass er eine größere Fläche als das Buch einscannt, nach ein paar Seiten aber automatisch wieder auf das richtige Format wechselt. (Laut den Anweisungen zu diesem Scanner kann man nicht einfach die letzten beiden gescannten Seiten löschen. Bei dem zweiten Flachbett-Scanner ist das möglich.) Ich scanne dann einfach so lange dieselbe Seite, bis er wieder richtig eingestellt ist, und lösche die fehlerhaften Scans später in "Vorschau aus der PDF-Datei. Sehr praktisch!

Donnerstag, 17. September 2009

Bretonische und mittelalterliche französische Musik

Wie im letzten Eintrag erwähnt, interessiere ich mich gerade für mittelalterliche Musik. Neben dem maurischen Spanien, mit dem ich mich immer noch beschäftige, gilt mein Interesse wieder verstärkt dem Französischen. Ich hatte drei Jahre Französisch an der Schule, habe die Sprache dann aber abgelegt, weil ich unbedingt Englisch als LK nehmen wollte. Eine Französisch-Grundkurs gab es leider nicht.

Nun bin ich auf der Suche nach französischer mittelalterlicher oder bretonischer Musik. Dabei stoße ich gleich auf mehrere Probleme: Die südfranzösischen Trobadors sangen auf Okzitanisch, die nordfranzösischen Trouvères auf Altfranzösisch. Beides ist doch recht weit von der heutigen Sprache entfernt... Ich verstehe zwar einzelne Satzfetzen, aber das war es dann auch schon.

Bretonische Musik wird meist auf Brezhoneg (der bretonischen Sprache, die zur keltischen bzw. britannischen Sprachfamilie gehört) gesungen, was ich noch schlechter verstehe als Altfranzösisch... Wenn es sich denn überhaupt um Vokalmusik handelt und nicht um bretonische Reihen- bzw. Kreistänze, die "An dro" genannt werden. (Sehr mitreißende Musik übrigens.)
Bretonische Musik kann zwar mittelalterlichen Ursprungs sein, ist das aber nicht zwangsläufig.

Es gibt natürlich Musiker, die bretonische Musik in aktuellem Französisch singen... Um sie zu finden, muss ich mich aber erst ein wenig durch einige (französischsprachige) Seiten durchlesen. Ich habe ja auch erst vor Kurzem begonnen, mich mit dem Thema zu beschäftigen.


Zwei Links zu französischsprachigen Seiten über bretonische Musik:

Eine wahre Fundgrube an Hintergrundinfos zu bretonischer Musik.

Dort gibt es Texte, Noten (für mich immer besonders interessant) und Hörbeispiele zu zahlreichen bretonischen Liedern.

Montag, 31. August 2009

Alte Musik aus Spanien

Heute morgen habe ich meine Seminararbeiten abgegeben; jetzt werde ich wohl wieder etwas mehr Zeit für diesen Blog haben, den ich zuletzt doch sehr vernachlässigt habe. Außerdem arbeite ich noch zwei Wochen bei der Zeitung und lese gerade ein Buch über das maurische Spanien.

Zuletzt hat mich das Mittelalter in Spanien sehr interessiert, unter anderem, weil ich - mehr oder weniger zufällig - auf Alte Musik aus dem Land gestoßen bin. Kulturelles und geschichtliches Interesse gehen bei mir meist Hand in Hand...
Alte Musik ist übrigens eine Sammelbezeichung für klassische Musik aus Mittelalter, Renaissance und Barock. Spezialisierte Ensembles versuchen, die Musik so zur Aufführung zu bringen, wie sie damals wirklich geklungen haben könnte (Historische Aufführungspraxis).

Samstag, 15. August 2009

Happy Birthday, Ken!

Ja, heute ist Kens Geburtstag... jedenfalls habe ich seinen Geburtstag schon vor Jahren auf den 15. August (Mariä Himmelfahrt) festgesetzt. Mit meiner Hauptfigur kann ich das ja machen. ;-) Außerdem ist mitten im August die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass das Wetter schön ist.

Die Frage ist nur: Wie alt wird Ken? Wenn man die Jahre zählt, die er nun schon in meinem Kopf herumspukt, sind es acht. Storytechnisch gesehen feiert er jährlich am 15. August seinen 20. Geburtstag... Der Arme, mittlerweile bin ich älter als er!

Wie dem auch sei: Alles Gute zum Geburtstag, Ken!

Mittwoch, 15. Juli 2009

Saitenwind: Danke, Yve! :-)

Vor Kurzem ist das neue Buch meiner Freundin Yve erschienen, "Saitenwind I - Sammys Weg". Ich halte hier gerade mein Exemplar in den Händen und bin hellauf begeistert. Das Buch ist einfach toll geworden! Der Druck, die Papierqualität, das Design - super! :-D

Weil ich es Saitenwind mal Korrektur gelesen habe, habe ich außerdem ein "kleines Geschenk" bekommen, den Favole Birthday Calendar von Victoria Francès.
Viiielen Dank, Yve! :-D Damit hast du genau meinen Geschmack getroffen! Ich finde Victorias Bilder einfach schön!

Mehr Infos zu "Saitenwind" gibt es auf Yves Seite www.fliegende-gedanken.de, wo man das Buch auch direkt bei der Autorin bestellen kann.Man kann es z. B. auch direkt beim Verlag Shaker - Media (http://www.shaker-media.eu/de/content/bookshop/index.asp?ID=2&ISBN=978-3-86858-323-6) kaufen.


Noch ein paar Daten zu "Saitenwind":


Titel: Saitenwind 1 - Sammys Weg
Genre: Jugendbuch /Roman
Altersempfehlung: ab 14 Jahre
Verlag: Shaker - Media
ISBN: 978-3-86858-323-6
Preis: 14,95€
Seiten: 280
E-Book: Saitenwind ist beim Verlag als E-Book für 3,00€ erhältlich.


Klappentext:

Sie hatten meinen Willen gebrochen.
Ich war allein.
Aber ich habe mich zurück ins Leben gekämpft.
Und jetzt muss ich für das einstehen, an dem mir so viel liegt.
Für meine Freunde.
Für die Musik.
Und für mich selbst.


Auf einem Internat hat Sammy nach jahrelangen Schikanen endlich sich selbst gefunden. Als eine neue Schulband gesucht wird, bringt dies sein ruhiges Leben völlig durcheinander.
Seine Liebe zur Musik und die Angst alles zu verlieren, wenn er seinem Herzen folgt, stellen ihn auf eine harte Probe.
Außerdem muss er seinem Freund Manuel helfen, der immer weiter auf den Weg der Drogen und der Passivität abrutscht. Und wer ist dieses neue Mädchen Mara, die mehr über Sammy weiß, als es ihr möglich sein sollte?

Ein Roman über Freundschaft, Musik und der Suche nach dem eigenen Weg.

Kingfisher Sky - Hallway of Dreams

Auf die Band Kingfisher Sky wurde ich aufmerksam, weil sie der Opener für Epicas Konzert im Paradiso in Amsterdam (10. Oktober) sein wird. Ich habe mir auf ihrer Homepage ein paar Hörproben angehört und war sofort hin und weg...


"Hallway of Dreams" ist ein sehr abwechslungsreiches Album, das zwischen harten, rockigen Passagen und melodischen, verträumten Stellen alles zu bieten hat. Es ist üppig instrumentiert, und immer wieder entdecke ich etwas, das mir beim vormaligen Hören noch nicht aufgefallen ist.

Der klare Gesang von Judith Rijnveld unterstreicht den melancholisch-verträumten Charakter des Albums, der auch in den Liedtexten zum Ausdruck kommt. Dort geht es um so vielfältige Themen wie eine Obdachlose (Hallway of Dreams), darum, wie die Musikindustrie ein Jugendidol pusht und damit kaputtmacht (Brody) oder um die griechische Göttin Persephone, die durch ihren Aufenthalt im Hades den Wechsel der Jahreszeiten einleitet (Persephone).

Hörproben und weitere Infos gibt's auf:

Anspieltipps: Hallway of Dreams, Balance of Power, Through My Eyes

Dienstag, 7. Juli 2009

Die Jugend von heute?

"Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer."

Sokrates (469-399 v. Chr.)

Samstag, 4. Juli 2009

Das (neue) Sektenfragebuch

Neulich habe ich mir bei Jokers "Das neue Sektenfragebuch" von Barbara Büchner gekauft. Das Buch ist an Jugendliche gerichtet und beschreibt spannend und übersichtlich,
  • welche Anzeichen an einer Sekte bei jedem die Alarmglocken schrillen lassen sollten (v.a., wenn die Sekte nur ihre eigene Meinung gelten lässt und ihre Mitglieder von eigenständigem Denken abhält!),
  • dass im Grunde jeder in die Fänge einer Sekte geraten kann, selbst atheistische Freidenker,
  • wie Sekten mit ihren Mitgliedern umgehen,
  • ob es einen Weg aus der Sekte gibt und was Eltern und Freunde evtl. tun können
Ein wichtiges Buch also, und auch ein äußerst spannendes noch dazu. Leider ist es nicht mehr regulär im Buchhandel erhältlich.

Freitag, 3. Juli 2009

Neue Bücher von Floortje Zwigtman

Anfang des Jahres war ich durch einen Zeitungsartikel auf das Buch "Ich, Adrian Mayfield" von Floortje Zwigtman aufmerksam geworden.
Zu "Adrian Mayfield" werde ich auch noch eine Buchvorstellung schreiben, wenn die Klausuren dieses Semester vorbei sind. Nur so viel: Die Geschichte spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert in der Künstlerszene um Oscar Wilde. Der ironische Schreibstil macht den Roman zu etwas ganz Besonderem; ich musste das ganze Buch hindurch immer wieder kichern. Und das, obwohl es zumindest in der zweiten Hälfte eigentlich ziemlich ernst und traurig wird... Na ja, vielleicht liegt es daran, dass ich denselben Sinn für (Selbst-)Ironie und Sarkasmus habe wie Floortje Zwigtmans Adrian. ;-)
Nun ist jedenfalls der zweite Band der Trilogie auf Deutsch erschienen, "Adrian Mayfield - Versuch einer Liebe". Ich habe zwar eigentlich gerade einiges zu tun, aber ich konnte nicht widerstehen es schon mal anzulesen. ;-)

Außerdem habe ich mir ein weiteres Buch von Floortje Zwigtman gekauft, "Wolfsrudel". (Das habe ich allerdings nicht angelesen, weil ich ungern zwei Bücher gleichzeitig lese.)
Der Klappentext:
"Wolfsrudel thematisiert das Böse im Menschen, und dies so intensiv wie Goldings Herr der Fliegen, so mystisch wie Preußlers Krabat und so dunkel und spannend wie Ecos Der Name der Rose ..."
NRC Handelsblad

Irgendwann im 19. Jahrhundert in der Walachei: Angewidert vom öden und ärmlichen Dorfleben schließt sich Ion dem "Wolfsrudel" an, einer Bande jugendlicher Räuber. Auf einer verlassenen Klosterinsel stoßen die Jungen auf ein altes Fürstengrab und plündern es. Beim Aufteilen der Beute kommt es zum Streit. Das Wolfsrudel zerfällt in zwei Banden, die sich von nun an bis aufs Blut bekämpfen. Ion gerät dadurch in einen Strudel von Gewalt. Die Brutalitäten der Gegenwart erwecken die Geister der Vergangenheit wieder zum Leben: den grausamen Fürsten Vlad Tepes, bekannt unter dem Namen Dracula, und seinen ränkevollen Bruder Radu, die beide im 15. Jahrhundert traurige Berühmtheit erlangten. Was die Jungen nicht ahnen: die Brüder haben eine Wette abgeschlossen, eine Wette um die Seelen der Jungen ...
Zu den Buchvergleichen: "Lord of the Flies" mochte ich nicht (weil das Ende meiner Meinung nach nicht zum Verlauf der Handlung passt), "Krabat" und "Der Name der Rose" dafür um so mehr...
Und dann geht es auch noch um "Vlad, den Pfähler", Draculas reales Vorbild...
Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf "Wolfsrudel".


Anspieltipp (zu "Adrian Mayfield"):
Edenbridge - The Final Curtain
(wegen des Textes: "An outcast of Victorian society..." - vollständig nachzulesen auf: http://www.edenbridge.org/de/main/lyrics/192/)

Sonntag, 28. Juni 2009

Aufgefallen: Die Kraft

Heute Nachrichten gesehen. Angela Merkel vor einem überdimensionierten CDU/CSU-Plakat:
Wir haben die Kraft. Regierungsprogramm 2009-2013
Mein erster Gedanke dazu: "Möge die Macht mit Dir sein"? Star Wars, oder was?

Und dann heißt "Die Macht" auf Englisch auch noch "The Force" - was sich auch mit "Kraft" übersetzen lässt... :D

Ich wüsste ja zu gern, welcher Werbetexter sich den Spruch ausgedacht hat. ;)

Mittwoch, 24. Juni 2009

Lessing-Portal

Seit ein paar Tagen gibt es eine Internetseite, die sich mit Leben und Werk des Schriftstellers und Vertreters der Aufklärung Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) beschäftigt. Sie versteht sich als Angebot an alle Literaturwissenschaftler, Lessing-Interessierte und Forscher zur Epoche der Aufklärung. Neben Texten Lessings, wissenschaftlichen Hilfsmitteln und digitalen Editionen seiner sämtlichen Übersetzungen finden sich auf der Seite auch Diskussionsbeiträge und biografische Informationen.

Vielen dürfte Lessing vor allem als Erfinder des Bürgerlichen Trauerspiels ein Begriff sein. Er schaffte die Ständeklausel ab, die vor allem Johann Christoph Gottsched (1700-1766) vertreten hatte. Nach ihr sollten in einer Tragödie nur Adelige dargestellt werden. Hintergrund ist die sogenannte "tragische Fallhöhe", wonach das Scheitern bzw. der Untergang einer hochgestellten, "edlen" Persönlichkeit beim Theaterbesucher ungleich größere Wirkung erzeuget als der weniger tiefe Fall eines Menschen aus dem Volk. Lessing lehnte diese Sichtweise ab und stellte in seinen Trauerspielen Scheitern bzw. Untergang von Personen aus dem Bürgertum dar. (Einen Schritt weiter ging dann Georg Büchner (1813-1837), der in seinem Dramenfragment "Woyzeck" das Scheitern von Personen des 4. Standes - also des "Proletariats" - darstellte.)

Von großer Bedeutung ist vor allem Lessings Ideendrama (bzw. "dramatisches Gedicht", wie Lessing es selbst nannte) "Nathan der Weise", in dessen Zentrum die "Ringparabel" steht. Diese stellt die drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam als gleichberechtigt dar.
Hintergrund ist der Fragmentenstreit, eine theologische Diskussion zwischen Lessing als Repräsentant der Aufklärung und dem Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze (1717-1786) als Repräsentant der orthodoxen lutherischen Theologie. Im Zuge dieses Streits erschienen auch die ersten 53 Paragraphen von Lessings religionsphilosophischem Hauptwerk "Die Erziehung des Menschengeschlechts".
Der Fragmentenstreit führte sogar zu einem Publikationsverbot Lessings auf dem Gebiet der Theologie, das dieser umging, indem er die Diskussion in Form eines im Blankvers (5-hebiger Jambus, ungereimt) verfassten Dramas - "Nathan" - fortsetzte.

Aber nun genug der Vorrede - hier ist der Link zum Lessing-Portal:

Montag, 22. Juni 2009

Bibliotheca Palatina - digital

Seit heute sind sie öffentlich zugänglich im Internet: die 848 Schriften des Heidelberger Codex Palatini Germanici aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit!

Der Codex Palatini ist die weltweit einzige geschlossene fürstliche Sammlung, die während der vergangenen 400 Jahre nicht verändert wurde. Seine Handschriften reichen bis ins Jahr 1386 zurück, dem Gründungsjahr der Heidelberger Universität. Zu ihnen zählen so berühmte Werke wie die "Große Heidelberger Liederhandschrift", besser bekannt als Codex Manesse, mit zahlreichen mittelalterlichen Liedern.

Der Link:

Niedliches Schwert?

Heute lief ich in der CD-Abteilung eines Kaufhauses an "The Miskolc Experience" von Therion vorbei.

Therion ist eine Metal-Band, die wie Epica zwei CDs und - leider im Gegensatz zu Epica - auch eine DVD bei einem Konzert im ungarischen Miskolc aufgenommen haben. Ebenfalls wie Epica wurden Therion dabei von einem "echten" Orchester unterstützt und haben neben ihrer "normalen" Setlist auch klassische Stücke gespielt.

Da Therion-Mastermind Christofer Johnsson ein großer Bewunderer der Opern von Richard Wagner ist, haben Therion auch vier Auszüge aus Wagner-Opern gespielt: drei aus dem eher unbekannten "Rienzi", einen aus "Der Ring der Nibelungen".

Auf der Rückseite der DVD/2CD "The Miskolc Experience" ist bei "Part 1 - Classical Adventures" als 9. Stück zu lesen:
Wagner: "Notung! Notung! Niedliches Schwert" from The Ring
Niedliches Schwert! Ich weiß ja nicht, ob Fafnir (der Drache, den Siegfried dem Nibelungenlied nach erschlagen hat) Siegfrieds Schwert auch so "niedlich" fand...

Ein Auszug aus dem richtigen Text ("Der Ring der Nibelungen, Teil 3: Siegfried":
Notung! Notung! Neidliches Schwert!
Was mußtest du zerspringen?
- 1. Aufzug, 3. Szene, 3. Teil: Siegfried schmiedet Notung neu
Nachzulesen auf:

Sonntag, 21. Juni 2009

100. Geburtstag von Errol Flynn

Da habe ich doch glatt seinen Ehrentag versäumt. Gestern war der 100. Geburtstag des großen Hollywoodschauspielers Errol Flynn!


Errol Flynn wurde am 20. Juni 1909 in Tasmanien geboren. Er war ein schlechter Schüler und musste mehrfach die Schule wechseln. Nach einem abenteuerlichen Leben u. a. als Goldgräber wurde er für einen Dokumentarfilm über Neuguineas Kopfgeldjäger angeheuert.

In London nahm er 1932 Schauspielunterricht und reiste einige Jahre später nach Hollywood. Der charismatische, gut aussehende und sportlichen Flynn spielte - Überraschung! - vor allem in Abenteuer- und Piratenfilmen. Bekannt wurde er insbesondere durch die Hauptrolle in "Captain Blood" ("Unter Piratenflagge", 1935) an der Seite der damals ebenfalls noch unbekannten Olivia de Havilland. Die beiden avancierten in den Folgejahren zu Hollywoods Traumpaar und drehten zahlreiche weitere gemeinsame Filme. Unter diesen ist auch "The Adventures of Robin Hood" ("Robin Hood, König der Vagabunden", 1938), für mich eine der besten Verfilmungen des Stoffs.

Flynn war dreimal verheiratet, hatte vier Kinder und zahlreiche Frauengeschichten. Maßlos konsumierte er Alkohol und Drogen. "Ich mag meinen Whiskey alt und meine Frauen jung", soll er gesagt haben. Im Zweiten Weltkrieg wollte er an der Seite der USA kämpfen, wurde jedoch von der Army abgelehnt, da er an Tuberkulose und Malaria litt.

Seine Zeit bei Warner Bros. endete 1953, da Flynn die Abenteuerrollen satt war. Er verfolgte ein ambitioniertes Projekt für eine Wilhelm Tell-Verfilmung, das jedoch scheiterte. Flynn verlor fast sein gesamtes Vermögen - auch, da er dieses zwielichtigen Managern anvertraut hatte - und musste wegen einer Millionenforderung der US-Steuerbehörde aus den USA fliehen. In England drehte er einige Filme und eine Fernsehserie, bis er 1956 in die USA zurückkehren konnte. Nach Auftritten in zweitklassigen Fernsehshows spielte er in einigen Filmen einen Trinker - und damit wieder einmal sich selbst.

Am 14. Oktober 1959 starb Errol Flynn an einem Herzanfall.

(Sein Enkel ist übrigens der 1989 geborene Teenie-Star Sean Flynn, falls jemandem der Name was sagt.)

Homepage:

Sommersonnenwende

Wollte nur mal darauf hinweisen: Heute ist Sommersonnenwende bzw. sie war um 7:45 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ).

Aus astronomischer Sicht ist heute Sommeranfang. Die Sonne hat am 21. Juni den größten nördlichen Abstand vom Himmelsäquator, steht also senkrecht über dem nördlichen Wendekreis (auf 23,4° nördlicher Breite).

Aus religiöser Sicht - besonders in den baltischen, germanischen, keltischen, nordischen und slawischen Religionen - fanden an der Sommersonnenwende Sonnwendfeste statt.

Freitag, 19. Juni 2009

Handy-Nutzen

Ich gehöre ja eigentlich zu den Zeitgenossen, die Handys zum Telefonieren bzw. SMS-Schreiben gar nicht bräuchten. So viele Leute rufen mich nicht an, und wenn doch, gibt es immer noch meinen Festnetzanschluss. Mein Handy ist sowieso die meiste Zeit ausgeschaltet.
Trotzdem trage ich es oft mit mir herum.
Warum? Weil ich mein Handy dann doch nutze - hauptsächlich auf vier verschiedene Arten:
  1. und mit großem Abstand vor allen anderen Nutzungsmöglichkeiten: Als superpraktischen Wecker!
  2. Als digitales Adressbuch für Urlaubskarten. Vorbei sind die Zeiten, da ich immer ein analoges Adressbuch mit mir herumschleppen musste. Und da ich mein Handy in der Regel mitnehme, wenn ich wegfahre - wie gesagt, es ist ein äußerst praktischer Wecker -, laufe ich auch nicht mehr Gefahr das Adressbuch zu vergessen.
  3. Tatsächlich zum Telefonieren - wenn ich unterwegs bin und jemanden brauche, der mich z.B. vom Bahnhof abholen kann.
  4. Als Terminkalender. Da bevorzuge ich in der Regel aber eher eine analoge Terminkalender-Version bzw. nutze die Weckfunktion.
Apropos Terminkalender: Seit Anfang Juni ist der bpb-Timer (der Schülerkalender der Bundeszentrale für politische Bildungsarbeit) erhältlich! Ich habe mein Exemplar schon und bin mal wieder sehr zufrieden. Auch darüber, dass ich eine Hardcover-Version ergattern konnte, weil die meist schnell ausverkauft ist.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Edenbridge - LiveEarthDream

Die Live-CD "LiveEarthDream" ist wirklich toll! ♥ Sie läuft bei mir seit Tagen in Dauerrotation.


Positiv:
  • Die Songauswahl ist prima: fast alles Lieblingssongs! Zwar wurden die ersten drei CDs "Sunrise in Eden", "Arcana" und "Aphelion" nicht berücksichtigt, was etwas schade ist. Da die Songs dieser CDs aber schon auf der ersten Live-CD "A Livetime in Eden" vertreten waren, wollte die Band wohl Überschneidungen vermeiden.
  • Die Songs kommen noch eine Spur härter rüber als auf den Studioalben.
  • Die Tonqualität ist super!
  • Insbesondere beim Refrain von "Shadowplay" hört man die Gitarren sehr deutlich. Man könnte es wohl auch als Manko sehen, dass sie recht laut sind, aber mir gefällt es sehr.

Negativ:
  • Das Publikum könnte man ruhig etwas lauter hören.
  • Es gab kaum Veränderungen an den Songs. Für mich sind veränderte Live-Versionen, Medleys oder Ähnliches immer ein besonderes Highlight auf Live-Alben.


[Von links nach rechts: Max Pointner (Drums), Lanvall (Guitar), Sabine Edelsbacher (Vocals), Dominik Sebastian (Guitar). Autogramme bekamen übrigens alle, die die CD vorbestellt hatten.]


Tracks:
  1. The Force Within (Intro) [a]
  2. Shadowplay [a]
  3. Remember Me [a]
  4. Undying Devotion [a]
  5. Wild Chase [b]
  6. Shine [b; mein ewiges Lieblingslied]
  7. Evermore [c]
  8. For Your Eyes Only [c; Cover des Bond-Titelsongs von Sheena Easton - für mich der beste. Ich liebe das Lied, in der Original- wie in der Coverversion!]
  9. Terra Nova [c]
  10. Move Along Home [b]
  11. Centennial Legend [b; auch ein Song, bei dem ich immer ins Schwärmen gerate]
  12. Paramount [a]
  13. Fallen From Grace [a]
  14. MyEarthDream [a]

[a] von der sechsten und aktuellsten CD "MyEarthDream", die mir sehr gut gefällt
[b] von meiner Lieblings-CD "Shine", der vierten von Edenbridge
[c] von "The Grand Design", der fünften CD, die ich am wenigsten mag - aber Evermore und besonders Terra Nova sind gut


Anspieltipp: Shadowplay

Der Soziologe Ralf Dahrendorf ist tot

Der am 1. Mai 1929 in Hamburg geborene Soziologe Ralf Dahrendorf ist gestern Abend in Köln an Krebs gestorben. Dies teilte das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung mit, wo Dahrendorf seit 2005 eine Forschungsprofessur für soziale und politische Theorie innehatte.

Dahrendorf war ein bedeutender Vertreter der liberalen Gesellschafts- und Staatsidee. Er entwickelte eine eigene Theorie sozialen Wandels und setzte sich mit sozialen Konflikten auseinander. Bereits mit 29 Jahren wurde er habilitiert und war in der Folgezeit Professor in Hamburg, Tübingen und Konstanz. Zeitweise saß er für die FDP im Bundestag. Er leitete die London School of Economics and Political Science und war Rektor des Saint Anthony's College in Oxford. 1988 nahm er die britische Staatsbürgerschaft an und wurde 1993 Mitglied des britischen Oberhauses.

Montag, 15. Juni 2009

Speyer und Worms

Ich war die letzten paar Tage in Speyer und Worms. War sehr schön! Döme, alte Synagogen und Mikwen (Mikwe = jüdisches Ritualbad), das Altpörtel in Speyer (sehr schöne Aussicht), der älteste Judenfriedhof Europas in Worms, ein Museum mit Wikinger-Sonderausstellung in Speyer... und natürlich der Rhein!

Jetzt habe ich zwar erst mal viel für die Uni zu tun, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! :-)

Mittwoch, 10. Juni 2009

Europawahlen

Mit einiger Verspätung (wegen Referaten und Tests) möchte ich heute noch ein paar Worte zum Thema Europawahl schreiben.

Noch einmal die deutschen Ergebnisse der Europawahl vom 7. Juni 2009:

Wahlbeteiligung: 43,3% (2004: 43,0%)
CDU/CSU: 37,9% (44,5%)
SPD: 20,8% (21,5%)
Grüne: 12,1% (11,9%)
FDP: 11,0% (6,1%)
Die Linke (ehem. PDS): 7,5% (6,1%)


Mein Kommentar:

CDU/CSU erleiden die stärksten Verluste, freuen sich aber dennoch darüber stärkste Kraft geworden zu sein... Kunststück, wenn die Bundes-SPD der Bayern-SPD nacheifert und ein schlechtestes Ergebnis der bundesdeutschen Geschichte noch mal unterbietet.
Grüne und FDP haben (mal wieder) Grund zur Freude: Die Grünen verbessern ihr gutes Ergebnis von 2004 noch einmal und werden drittstärkste Kraft. Die FDP hat mit einem guten Prozent Unterschied ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis erzielt - und sie ist die Partei mit den größten Stimmenzuwächsen.


Die bayerischen Ergebnisse 2009:

Wahlbeteiligung: 42,4% (2004: 39,7%)
CSU: 48,1% (2004: 57,4%)
SPD: 12,9% (15,3%)
Grüne: 10,9% (11,7%)
FDP: 9,0% (4,2%)
Die Linke: 2,3% (0,9%)
Freie Wähler: 6,7% (-)


Mein Kommentar:

Die CSU durfte aufatmen: Sie hat die bundesweite 5%-Hürde übersprungen und es ins Europaparlament geschafft.
Die Freien Wähler zwar nicht, aber 6,7% sind für eine Partei (ja, für mich sind sie durch ihre Teilnahme bei Landtags- und Europawahlen endgültig eine Partei geworden), die zum ersten Mal bei Europawahlen angetreten ist, beachtlich.
Für die Grünen und die FDP gilt dasselbe wie auf Bundesebene. Die FDP hat ihre Stimmenanteile in Bayern sogar mehr als verdoppelt.
Ich gehe davon aus, dass eine erkleckliche Anzahl von Stimmen für FDP und Freie Wähler von ehemaligen CSU-Wählern kommen - aber ich glaube nicht, dass die CSU sie wieder alle zurückholen kann. Den Anspruch "50% plus x" kann sie wohl aufgeben.

Die Bayern-SPD muss fürchten demnächst von den Grünen eingeholt oder sogar überholt zu werden... In den bayerischen Regierungsbezirken Oberbayern (SPD 12,1% und Grüne 14,9%) und Schwaben (SPD 10,1% und Grüne 10,5%) ist das bereits geschehen (Quelle: http://www.europawahl2009.bayern.de).
In Oberbayern und Schwaben ist die SPD längst keine Volkspartei mehr - das muss man leider so feststellen. (Ich bin mal so großzügig und zähle eine Partei, die um die 20% bekommt, noch als Volkspartei. Sonst müsste ich grundsätzlich sagen, dass die Bayern-SPD keine Volkspartei ist...)
Wenn ich daran denke, dass ich hier von der Partei eines Otto Wels schreibe, der einzigen Partei, die im Reichstag 1933 mutig gegen das Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten gestimmt hat, finde ich das schon erschreckend. Ich bin nun wahrlich keine Anhängerin der SPD, aber als jemand, der stark historisch denkt, kann ich das nur bedauern.


Die Wahlbeteiligung war wie gewohnt erschreckend niedrig... So vieles wird in Europa entschieden, da sollte es einem nicht egal sein, wer dort Mehrheiten bekommt. Ist ein Allgemeinplatz, ja, aber deshalb nicht weniger wahr.

Freitag, 5. Juni 2009

Schlagfertiger Bischof von Galen

Zufällig habe ich im Internet folgenden Witz entdeckt:

In Münster wirkte der ungemein tapfere Bekennerbischof und spätere Kardinal Graf Galen. Im alljährlichen Silvestergottesdienst hielt er vor einer riesigen Gemeinde eine Art Rechenschaftsbericht ab, in dem er die kirchenfeindlichen Attacken und andere Sünden des Nazi-Regimes in drastischer Offenheit zu geißeln pflegte. Natürlich fand sich unter den Versammelten jeweils auch eine erkleckliche Zahl von Parteifunktionären in Zivil, die der Bischof in keine geringe Wut zu versetzen pflegte. Als er einmal davon sprach, wie die Partei den Eltern ihre Kinder wegnehme, sie aufhetze und ihre Ideologien in sie hineinpumpe, hielt es einer jener Funktionäre nicht mehr aus. Er brüllte durch das Kirchenschiff: "Wie kann jemand, der keine Familie hat, es überhaupt wagen, über Kindererziehung zu sprechen!" Der Bischof replizierte prompt: "Ich verbitte mir abfällige Bemerkungen über den Führer."

(aus: Helmut Thielicke, Das Lachen der Heiligen und Narren. Nachdenkliches über Witz und Humor, Freiburg 1986.)

Clemens August Graf von Galen (1878-1946) ist eine der herausgehobenen Personen des Widerstands gegen das NS-Regime, die ich sehr bewundere. Ob diese spezielle Anekdote über seine Schlagfertigkeit wahr ist, weiß ich leider nicht, aber sie klingt durchaus wahrscheinlich.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Frontalunterricht und obrigkeitsstaatliches Denken

Für einen meiner Kurse an der Universität musste ich neulich einen Auszug aus dem Buch "Unterrichtsmethoden" von Hilbert Meyer zum Thema Frontalunterricht lesen. Darin stellt Meyer die These auf: "Frontalunterricht erzieht zum obrigkeitsstaatlichen Denken und Fühlen."

Denn: Der Lehrer hat gegenüber "seinen" Schülern sehr viel Macht und kann die Richtung des Unterrichts bestimmen. Er kann Sach-, Sinn und Problemzusammenhänge aus seiner Sicht darstellen und dominiert eine Unterrichtsstunde auch von den Redeanteilen her: Die des Lehrers sind regelmäßig höher als die aller Schüler zusammen. Um gute Zensuren zu erhalten, müssen sich die Schüler dem notgedrungen anpassen. Die meiste Zeit über müssen sie still sitzen und passiv einen Lehrervortrag aufnehmen. Sie werden dadurch zur Wahrung von Ruhe, Ordnung und Disziplin angeleitet, lernen jedoch kein selbstdiszipliniertes Verhalten: Sobald der Lehrer wegschaut, fangen die Schüler an zu tuscheln...
Die Inhalte des Frontalunterrichts mögen noch so fortschrittlich oder gar revolutionär sein - er ist seiner Struktur nach konservativ.

Dies lässt sich bei einem Blick in die Geschichte näher ausführen: Frontalunterricht hatte historisch betrachtet sowohl eine progressive als auch eine restaurative Bedeutung. Eine progressive, weil er die Bildung der Massen durch die Einführung der Allgemeinen Schulpflicht erst ermöglichte - ohne Frontalunterricht wäre sie weder zu organisieren noch zu finanzieren gewesen. Eine restaurative, weil er politische Indoktrination erleichtert - so sollten Lehrer zur Zeit des Wilhelminismus (1890-1918) zwar einerseits Fachkompetenzen, aber andererseits auch 1. Treue zu Gott, König und Vaterland vermitteln, 2. verhindern, dass zu viele Schüler studieren wollen, und 3. verhindern, dass die Schüler den "Irrlehren" der Sozialdemokratie verfielen.

Aber: Frontalunterricht ist dennoch die häufigste aller vier Sozialformen (die anderen drei sind Gruppenunterricht, Projektarbeit und Programmierter Unterricht) mit einem Anteil von über 75% aller Unterrichtsstunden. Er wird benötigt, wenn eine eigenständige Erarbeitung eines Sachzusammenhangs durch die Schüler entweder zu zeitaufwändig oder zu fehleranfällig wäre (der Lehrer muss ja einen Lehrplan erfüllen und auf das Erreichen von Bildungszielen hinarbeiten), und um Ergebnisse aus Gruppen-, Partner- oder Einzelarbeit zu präsentieren. Darüber hinaus ist eine vergleichende mündliche Leistungsbeurteilung ohne Frontalunterricht so gut wie unmöglich.

Als ich das alles (und noch einiges mehr, das in diesem Buch zum Thema Frontalunterricht steht) las, musste ich ehrlich gesagt unwillkürlich an Schäubles Interessen in der Sicherheitspolitik denken.
Ob die Denkweise "Wer nichts zu verbergen hat, hat ja [durch Fingerabdruckspeicherung, Weitergabe von Fluggastdaten an die USA, Videoüberwachung etc.] nichts zu befürchten" wohl durch Frontalunterricht gefördert wurde? ...

Sonntag, 31. Mai 2009

Opel und Magna

Jetzt soll ja Magna Opel retten... und Bund und Länder bürgen dafür mit insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Selbstverständlich mit dem Geld der KfW und der ohnehin angeschlagenen Landesbanken - Steuergeld. Der "Deal for GM's Opel" ist sogar die Top-Meldung der New York Times.

Ich muss gestehen, dass ich ein ungutes Gefühl bei der ganzen Sache habe.

Zunächst mal handelt es sich bei der Freitagnacht erzielten Einigung um eine Absichtserklärung. Die Bundesregierung stand wegen der bevorstehenden GM-Insolvenz unter großem Zeitdruck. General Motors hat nur niederrangige Unterhändler zu dem Treffen mit der Bundesregierung geschickt. Magna nimmt zwar den Betriebsrat ernst, aber das Finanzierungskonzept scheint doch einige Fragen aufzuwerfen. Dass Magna Opel gemeinsam mit einer staatlich kontrollierten russischen Bank - der Sberbank - übernehmen will, finde ich auch nicht gerade beruhigend. Wie viel Eigenkapital hat Magna selbst? Magna und die Sberbank wollen, dass der deutsche Staat mit mindestens 4,5 Milliarden Euro (Steuergeldern, wohlgemerkt) bürgt und selbst ("nur") 700 Millionen Euro einbringen.

Die Opel-Mitarbeiter mögen das Verhandlungsergebnis jetzt gutheißen. Es ist ihr gutes Recht, an ihre Arbeitsplätze zu denken. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass Opels Zukunft wirklich langfristig gesichert ist? Und wo führt es hin, wenn der Staat Opel hilft? Müsste er dann nicht auch Conti/Schaeffler, Märklin, Schiesser und all den anderen Firmen, die in Finanznot sind, helfen?

Da ich so denke, muss ich gestehen, dass Wirtschaftsminister Guttenberg (CSU) mich positiv überrascht hat. Er trägt die Einigung mit Magna zwar zähneknirschend mit, macht aber keinen Hehl daraus, dass er sie nicht gutheißt und eigentlich für eine "geordnete Insolvenz" wäre. Also dafür, dass ein Insolvenzverwalter dafür sorgt, dass die Firma grundlegend saniert wird. Wobei möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden, in der Hoffnung, dass die Firma danach besser dasteht als vorher. "Insolvenz" ist schließlich nicht gleichbedeutend mit "Pleite".
Es heißt sogar, dass Guttenberg mit seinem Rücktritt gedroht habe. Diese Information stammt zwar von der "Bild am Sonntag", aber Guttenberg weicht aus, wenn man ihn danach fragt. Was bedeutet: Er streitet es auch nicht ab.
"Das hätte ich ihm gar nicht zugetraut", soll jemand aus der Opposition dazu gesagt haben. Ich auch nicht. Respekt für sein Rückgrat.

Da wird mir mal wieder klar vor Augen geführt, dass ich ein Vorurteil hatte, obwohl ich Vorurteile doch hasse: Adlig, geschniegelt, von klein auf zur Elite erzogen - aber das sind Äußerlichkeiten. Höflichkeit, Humor, Charakter - das zählt viel mehr.

Samstag, 30. Mai 2009

Jeanne d'Arc

Vor 578 Jahren, am 30. Mai 1431, wurde die französische Nationalheldin Jeanne d'Arc (Johanna von Orléans) auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Kämpferin, die die Franzosen in die Schlacht gegen die Engländer geführt hatte und sich dabei auf göttliche Visionen berief, war zum Spielball politischer Interessen geworden.

1456 wurde das Urteil aufgehoben (was ihr natürlich noch "sehr viel" genutzt hat).
Jeanne wurde zur Märtyrerin erklärt, 1909 selig- und 1920 heiliggesprochen.

Heute ist ihr Gedenktag.

Freitag, 29. Mai 2009

Kenneth Branagh ist Kurt Wallander

Heute habe ich die erste von drei neuen Wallander-Verfilmungen, "Die falsche Fährte" (Sidetracked), angeschaut. Nicht, weil ich die Krimis so toll finden würde - nein, wegen des neuen Hauptdarstellers und Regisseurs, Kenneth Branagh.

Sein Name könnte vielleicht dem einen oder anderen Harry Potter-Fan etwas sagen. Branagh spielte in der Verfilmung von "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" den Professor Lockhart.
Eigentlich bekannt wurde er aber durch Shakespeare-Verfilmungen wie "Henry V.", "Much Ado About Nothing" (Viel Lärm um Nichts), "Othello", "Hamlet" und "Love's Labour's Lost" (Verlorene Liebesmüh). Daneben spielte er z. B. in "Conspiracy" (Die Wannseekonferenz, als Reinhard Heydrich) oder auch in Tom Cruises Stauffenberg-Verfilmung "Valkyrie" (Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat, als Widerstandskämpfer Henning von Tresckow) mit.

Ich finde, Branagh ist ein ausgezeichneter Schauspieler; in mancher Hinsicht interessanter als so mancher wirklich bekannte Hollywood-Darsteller.


Weshalb der Wallander-Film ab 18 war, verstehe ich allerdings nicht so recht, nachdem ich ihn gesehen habe... So spannend, dass mir das gerechtfertigt erschienen wäre, war er dann doch nicht.
Na ja, vielleicht wegen des Rache-Themas.
Aber ist ja auch nicht so wichtig.

Samstag, 23. Mai 2009

Politisches und Historisches

Heute wurde Bundespräsident Horst Köhler im ersten Wahlgang mit 613 von 1223 abgegebenen Stimmen (1221 gültig, 2 ungültig, 10 Enthaltungen, 503 für SPD-Kandidatin Gesine Schwan, 91 für "Die Linke"-Kandidat Peter Sodann, 4 für NPD/DVU-Kandidat Frank Rennicke) wiedergewählt.
Herzlichen Glückwunsch, Herr Köhler!

Heute vor 60 Jahren - am 23. Mai 1949 - wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verkündet.
Herzlichen Glückwunsch, Grundgesetz!

Heute vor 391 Jahren, am 23. Mai 1818, fand der (zweite) Prager Fenstersturz statt. Zwei kaiserliche Statthalter und ein Schreiber wurden aus einem Fenster der Prager Burg, dem Hradschin, geworfen. Dies war der Auslöser für den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648).
(Vor dem betreffenden Fenster stand ich selbst schon... geht ganz schön tief runter da. Dass die drei auf einen Misthaufen gefallen sein sollen und deshalb überlebt haben, ist aber wohl eine Legende. Wahrscheinlicher ist, dass sie von ihren schweren Mäntel gerettet wurden, die damals in Mode waren.)
Diesmal keine Glückwünsche.

Freitag, 22. Mai 2009

150. Geburtstag von Arthur Conan Doyle

Der schottische Schriftsteller Arthur Conan Doyle wurde am 22. Mai 1859 in Edinburgh geboren. Weltbekannt ist er wegen seiner Geschichten um den Detektiv Sherlock Holmes, die Doyle selbst allerdings gar nicht für sein wichtigstes Werk hielt.

Holmes, der Meister der logischen Deduktion, steht übersinnlichen Phänomenen strikt ablehnend gegenüber. Er verlässt sich stets auf wissenschaftliche Forschung und seinen scharfen Verstand.
Teils waren die in den Geschichten beschriebenen Methoden der Verbrechensbekämpfung der Wissenschaft in der Zeit ihrer Veröffentlichung um Jahre bis Jahrzehnte voraus.

Im Gegensatz zu Holmes wandte sich Doyle nach dem Tod seines Sohnes Kingsley im Ersten Weltkrieg zunehmend dem Spiritismus und Mystizismus zu.

Sir Arthur Conan Doyle starb am 7. Juli 1930 in Crowborough in der englischen Grafschaft East Sussex an den Folgen einer Herzerkrankung.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Interessanter Artikel über Anonymität im Internet

Heute habe ich mal wieder im Internet nach interessanten Themen gesucht und dabei einen Artikel von Bettina Winsemann bei heise.de gefunden, der zwar vom 8. September 2005, aber immer noch sehr aktuell ist. In "Zeigt her Eure Namen" geht es um gute Gründe, seine Meinungen im Internet unter Pseudonym zu schreiben, unabhängig davon, dass man bereit ist zu dieser Meinung zu stehen.

Ein kurzes Zitat aus dem Artikel:
Geht es um Anonymität und Datensparsamkeit, gibt es in Diskussionen oft genug das Argument: "Wer zu seiner Meinung/seinen Taten steht, versteckt sich nicht". Eine kurzsichtige Meinung, die nicht berücksichtigt, dass (freiwillige) öffentliche Preisgabe von Daten eine hohe Toleranz innerhalb der Gesellschaft voraussetzt.
Besonders der Abschnitt unter der Zwischenüberschrift "Einfach mal (den Falschen) denunzieren" ist interessant.

Der Inhalt dieses Zitats wiederum dürfte jedem einigermaßen tolerant und liberal denkenden Menschen allgemein bekannt sein - wahrscheinlich sogar aus eigener (negativer) Erfahrung in Diskussionen:
Gerade, wenn es um heikle Themen wie Kinderpornographie, Terrorismus, Todesstrafe etc. geht, sind viele Menschen innerhalb der Gesellschaft nicht bereit, sich argumentativ mit anderen auseinanderzusetzen, sondern greifen auch schon einmal zu kriminellen Methoden [dieser Halbsatz bezieht sich auf den Abschnitt unter der erwähnten Zwischenüberschrift], um "ihre Wahrheit" zu verteidigen.
Unter diesem Link könnt ihr den Artikel selbst nachlesen:

Die Schwierigkeit bei der "Anonymität" im Internet ist natürlich, dass sie sich nicht absolut herstellen lässt. Wie bereits erwähnt gilt das natürlich auch für meine eigene. Und höchstwahrscheinlich gefallen meine eher liberalen Ansichten zu "Tabuthemen" auch einer Menge Leuten nicht...

Sonntag, 17. Mai 2009

Epica - The Classical Conspiracy

Diese CD haben Epica bei einem Live-Konzert im ungarischen Miskolc aufgenommen. Sie wurden dabei von einem ganzen Orchester unterstützt. "The Classical Conspiracy" enthält nicht nur Live-Versionen der Epica-Songs, sondern auch Metal-Interpretationen einiger Filmmusikstücke und klassischer Kompositionen - die überraschend genial klingen. (Von den meisten Stücken kenne ich ja auch die Originalversion.) Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Epica-Versionen bei einigen Leuten, die mit Klassik bis dahin wenig am Hut hatten, zu klassischer Musik hinführen könnten.

Die Setlist der klassischen Stücke war
  • Palladium (aus dem von Epica komponierten Soundtrack "The Score ~ An Epic Journey")
  • O Fortuna (Carl Orff - leider nicht auf der CD, da die Orff-Familie keine Coverversionen zulässt)
  • Dies Irae (Giuseppe Verdi)
  • Ombra Mai Fu (Georg Friedrich Händel)
  • Symphonie aus der Neuen Welt, 1. Satz: Adagio (Antonin Dvořák)
  • Spiderman Medley (Danny Elfman)
  • Die Vier Jahreszeiten: Sommer, 3. Satz: Presto (Antonio Vivaldi)
  • Montagues & Capulets (Sergej Prokofjew)
  • The Imperial March (Darth Vaders Thema aus Star Wars, John Williams)
  • Stabat Mater Dolorosa (Giovanni Battista Pergolesi)
  • Unholy Trinity (aus "The Score")
  • Peer Gynt Suite No. 1: In der Halle des Bergkönigs (Edvard Grieg)
  • Pirates of the Caribbean (Klaus Badelt/Hans Zimmer)
Die Epica-Setlist bestand aus:
  • Indigo (der Instrumental-Prolog von Epicas dritter CD "The Divine Conspiracy")
  • The Last Crusade (von der zweiten CD "Consign to Oblivion")
  • Sensorium (von der ersten CD "The Phantom Agony")
  • Quietus (Silent Reverie) (von "Consign to Oblivion")
  • Chasing the Dragon (von "The Divine Conspiracy"; mein Lieblingssong)
  • Feint (von "The Phantom Agony; über diesen Song habe ich schon mal einen Blog-Eintrag geschrieben)
  • Never Enough (von "The Divine Conspiracy" - die Version ohne Grunts, die ich nicht so mag)
  • Beyond Belief (von "The Divine Conspiracy")
  • Cry for the Moon (von "The Phantom Agony")
  • Safeguard to Paradise (von "The Divine Conspiracy")
  • Blank Infinity (von "Consign to Oblivion")
  • Living a Lie (von "The Divine Conspiracy" - eine Version ohne Grunts, aber mit neuen Melodielinien, die ich sehr schön finde)
  • The Phantom Agony (der Titeltrack der gleichnamigen CD)
  • Sancta Terra (von "The Divine Conspiracy")
  • Illusive Consensus (von "The Phantom Agony")
  • Consign to Oblivion (der Titeltrack der gleichnamigen CD)
Insgesamt spielten Epica eine Setlist, die fast keine ihrer härteren Stücke enthält. Der Veranstalter hatte das so gewünscht, da zu dem Festival in Miskolc auch viele Klassikfans kamen, die mit Metal nicht vertraut waren und von allzu harten Klängen vielleicht verschreckt worden wären. Für Neueinsteiger wäre also vielleicht diese CD der richtige Einstieg.

Ich freue mich vor allem über die ungewöhnlichen Klassik-Interpretationen und darüber, dass Epica eine Live-CD mit klassischem Orchester aufnehmen konnten - die erste, die seit "We Will Take You With Us" (2004) erschienen ist.

Freitag, 15. Mai 2009

Das Jo-Jo

Heute bin ich mal wieder zu Hause und habe eben ein Jo-Jo gefunden, das offenbar mein Vater liegen gelassen hat. Wo er es her hat, weiß ich noch nicht; es könnte sogar eines meiner alten sein, das er wiedergefunden hat. In der dritten oder vierten Klasse Grundschule war ich nämlich einmal ein totaler Jo-Jo-Fan.
Jedenfalls konnte ich es nicht lassen gleich damit herumzuspielen. Es ist eines dieser Jo-Jos mit Leerlauf, mit denen man so einige Tricks ausführen kann. Vielleicht finde ich sogar mein altes Jo-Jo-Buch wieder. Dann könnte ich ein paar schwierigere Sachen daraus ausprobieren.
Mal sehen.
Jedenfalls würde das Jo-Jo gut dazu passen, dass ich auch ein bisschen jongliere.

Edit:
Das Jo-Jo ist tatsächlich eines meiner alten. ;-)

Mittwoch, 13. Mai 2009

Am 13. Mai des Jahres...

... 1871 versuchte die italienische Regierung ihre Beziehungen zum Heiligen Stuhl durch die Garantiegesetze (Legge delle Guarentigie) zu klären. Der Papst war im Zuge der italienischen Einigung seines Landes beraubt worden und sollte nun von der Generosität des italienischen Königs abhängig sein. Die Gesetze wurden von Papst Pius IX. (das war der mit dem Ersten Vatikanischen Konzil) jedoch nicht anerkannt.

... 1846 stimmte der amerikanische Kongress einer Kriegserklärung gegen Mexiko zu, nachdem die USA 1845 Texas annektiert hatten, was zu Spannungen zwischen den Nachbarländern geführt hatte.

... 1882 wurde der französische Maler Georges Braque bei Paris geboren. Er entwickelte zusammen mit Pablo Picasso den Kubismus.

... 1917 berichteten Lucia dos Santos und ihre Cousins Francisco und Jacinta Marto von einer Marienerscheinung im portugiesischen Fátima.

... 1943 wurde der Somali Youth Club gegründet. Er war ein Vorgänger der Somali Youth League, die 1960 an der Bildung der ersten unabhängigen somalischen Regierung beteiligt war.

... 1950 wurde der Musiker Stevie Wonder in Saginaw im US-Bundesstaat Michigan geboren

... 1960 erreichte eine Schweizer Expedition unter Führung von Max Eiselin den Gipfel des Dhaulagiri im Himalaya.

... 1981 überlebte Papst Johannes Paul II. den Attentatsversuch des türkischen Nationalisten Mehmet Ali Agca.

... 1993 forderte eine Methangasexplosion in einer Kohlenmine in Secunda (Südafrika) die Leben von 50 Bergarbeitern.


Quelle: Encyclopædia Britannica Newsletter, On This Day for 5/13

To be continued...
(Vermutlich am 9. November, einem der Tage, in denen unglaublich viel geschichtlich Bedeutsames passiert ist.)

Montag, 11. Mai 2009

Orte, an denen man schweigend steht

An manchen Orten ist es die angemessenste Reaktion bewegt zu schweigen. Ich finde es schade, dass herausgehobene Persönlichkeiten gerade an solchen Orten dazu gezwungen sind Ansprachen bzw. Reden zu halten.

Letzte Woche dachte ich mir das schon, als ich Angela Merkels Rede im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen hörte. Ich habe diesen Ort selbst besucht und wäre unmittelbar danach höchstwahrscheinlich nicht in der Lage gewesen viele Worte zu machen, vorbereitete Rede hin oder her.
Natürlich hat man schon in etwa gehört, was man dort sehen wird, aber dort zu sein ist noch einmal etwas ganz Anderes.

Heute dachte ich mir dasselbe, als ich Papst Benedikt XVI. im Zuge seines Israelbesuchs in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sprechen hörte. Die "Halle der Erinnerung" dort muss ebenfalls ein Ort sein, der einen emotional sehr berührt. Was dann zu dem Paradoxon führt, dass Benedikt in seiner Ansprache sagte, er "stehe schweigend" dort...

Es geht mir hier wohlgemerkt nicht um Wortklauberei, sondern darum, dass es Orte geben sollte, an denen man einfach gar nichts sagen muss, egal wer man ist.

Damit möchte ich ganz gewiss nicht behaupten, dass Angela Merkel oder Papst Benedikt ihre Ansprachen nicht hätten halten sollen. Natürlich war es gut und wichtig, was sie gesagt haben (obwohl ich mir vom Papst auch ein paar deutliche Worte zur Rolle der katholischen Kirche während des Nationalsozialismus gewünscht hätte). Aber ich finde, dass es Orte gibt, an denen Schweigen angemessener wäre. Reden kann man vor diesen Orten immer noch.

Sonntag, 10. Mai 2009

Texte aufnehmen mit Audacity und TapeDeck

Yve (www.fliegende-gedanken.de) und Diana (www.hobby-schreiber.de) machen gerade Versuche damit ihre Texte als Hörbücher aufzunehmen und zur Verfügung zu stellen. Yve nutzt aufgenommene Texte auch zum Lernen (mehr dazu in ihrem Blog).

Ich selbst belege in meinem Studium gerade einen Kurs namens "Effective Pronunciation", in dem ich die korrekte englische Aussprache lernen soll. Dass ich mir dafür auch die Aufnahmemöglichkeiten an meinem Computer zunutze machen möchte, ist wohl naheliegend. Deshalb habe ich heute mal zwei Programme ausprobiert.

Das eine ist Audacity (http://www.audacity.de), das ich schon einige Zeit kenne. Es ist Freeware und verfügt über vielfältige Funktionen. Man kann damit nicht nur Audiodateien aufnehmen, sondern z.B. auch schneiden, kopieren oder mischen. Audacity ist betriebssystemunabhängig; es läuft auf Mac OS X, GNU/Linux und natürlich auch auf Windows. Das Programm wird übrigens auch im Medienzentrum meiner Uni verwendet.

Von dem anderen Programm, TapeDeck, habe ich nur eine Demo-Version. Es funktioniert fast genauso wie ein Kassettenrekorder, hat eine dementsprechend aufgebaute Arbeitsoberfläche und besticht vor allem durch seine einfache Bedienweise. TapeDeck gibt es nur für Mac OS X Leopard und die Vollversion kostet 25 US-Dollar. Wer es sich mal anschauen möchte: http://tapedeckapp.com

Mit TapeDeck zu arbeiten fand ich angenehm und es hat auch Spaß gemacht, aber dasselbe gilt auch für Audacity. Ich werde bei dem letzteren Programm bleiben. :-)

Samstag, 9. Mai 2009

(Thunder-)Storm

Genau wie gestern gibt es auch heute wieder ein Gewitter.

Zum Thema Gewitter (und Stabreime) ein Zitat aus dem Lied "Storm" von Blackmore's Night:

Wild were the winds that came
In the thunder and the rain
Nothing ever could contain
The rising of the storm...

In the wings of ebony
Darkened waves fill the trees
Wild winds of warning
Echo through the air...

[...]

In all of nature's sorcery
The most bewitching entity
Hell can have no fury
Like the rising of the storm...

Freitag, 8. Mai 2009

In der NYT über die "Schweinegrippe"

Eben habe ich einen Artikel aus der New York Times noch mal gelesen, der in der Ausgabe vom Montag, dem 5. Mai, erschien. Wie schon erwähnt, habe ich den NYT-Newsletter abonniert. Besagten Artikel "Worry? Relax? Buy Face Mask? Answers on Flu" habe ich mir angeschaut, weil ich mir immer noch unsicher bin, welche Meinung ich zum Thema "Schweinegrippe" haben soll. Immerhin verstand ich nach dem Lesen ein bisschen besser, wieso dieses Thema für solche Furore sorgt:
But it is a historical precedent that fuels must of the present concern. In the 1918 pandemic, the virus was relatively mild when it first appeared in the spring, but it came back with a vengeance in the fall. "That's what has a lot of the experts frightened," Dr. Fishman [infectious-disease specialist at the University of Pennsylvania] said. "When it recurs, there's the possibility it could be more virulent."
Sprich, die Erfahrungen mit der Spanischen Grippe 1918 sind es, die zur Sorge Anlass geben. Der mutierte H1N1-Virus scheint diesen Frühling ja wirklich relativ mild zu sein. Der entsprechende Virus bei der Spanischen Grippe war ebenfalls im Frühjahr weniger virulent, forderte im Herbst aber Millionen von Todesopfern. Deshalb gibt es die Befürchtung, dass es sich mit dem "Schweinegrippe"-Virus ähnlich verhalten könnte. Zumal eine größere Grippeepidemie von Experten ja schon seit Jahren erwartet wird.

In dem Artikel wurde auch eine Expertin zitiert, Laurie Garrett, die eine mögliche Erklärung dafür gibt, dass an der "Schweinegrippe" (ebenso wie an SARS oder damals an der Spanischen Grippe) mehr junge Menschen als Kinder oder Ältere gestorben sind: Sie vermutet eine zu starke Immunreaktion, bei der der ganze Körper verrückt spielt. Genauer gesagt, einen Zytokinsturm (anaphylaktischen Schock), bei dem der Körper große Mengen an entzündungsauslösenden Botenstoffen ausschüttet. Der betroffene Mensch ist dann in Gefahr, an Kreislaufversagen zu sterben.

Und ich weiß nun immer noch nicht, was ich von der "Schweinegrippe" halten soll...

Dienstag, 5. Mai 2009

Ein wenig überrascht über das Bundesverfassungsgericht

Heute hat das Bundesverfassungsgericht über die Zulässigkeit von Dreifachnamen entschieden - sie bleiben weiter verboten. Die Begründung: Das Namensrecht diene auch dazu, "den Namensträger familial klar zuzuordnen" und die Identifikationskraft eines Namens auch in der Generationenfolge zu sichern.
Für mich kommt das einigermaßen überraschend. Wenn jemand einen langen Namen möchte - wieso denn nicht? Und mit Identifikationskraft und Generationenfolge zu argumentieren, ist für mich auch nicht wirklich stichhaltig. Das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen würde ich da höher einschätzen.
Nach dem Inzest-Urteil, auf das ich in einem Post bereits eingegangen bin, ist dieses eines der wenigen Urteile, in dem das Verfassungsgericht anders entschieden hat als ich es mir gewünscht hätte.



Und zum Schluss ein lustiges Zitat aus dem New York Times-Newsletter vom Montag:
"Averages don't tell you very much. You could have a student transmitting to 15 others, while the average in Queens is 0.1. It's like putting Bill Gates down in Ethiopia and saying the country has a pretty high average income."
Dr. Dirk Brockmann, leader of the epidemic-modeling team at Northwestern University

Sonntag, 3. Mai 2009

Eine Leseprobe von "Fragile Eternity" bei HarperCollins

Nachdem Melissa Marrs "Fragile Eternity" nun schon seit einigen Tagen erschienen ist, wird es mal Zeit, dass ich das Widget für das Buch entferne.
Das Widget hat mich auch zur Seite des Verlags von Melissa Marr, www.harpercollins.com, geführt. Genauer gesagt zu http://www.harpercollins.com/books/9780061214714/FragileEternity/index.aspx, wo man nach einem Klick auf den BrowseInside-Button sage und schreibe 85 Seiten und damit fast sieben ganze Kapitel aus "Fragile Eternity" lesen kann. Was für ein Service!
Ich habe das Buch angelesen und mich danach entschieden es demnächst zu kaufen.

Wer dem Englischen, Feen und Fantasy nicht abgeneigt ist, kann ja mal dem ersten Roman der Reihe, "Wicked Lovely", eine Chance geben, wenn er oder sie möchte. Der Link: http://browseinside.harpercollins.com/index.aspx?isbn13=9780061214653
Carlsen, Melissa Marrs deutscher Verlag, bietet aber auch eine Leseprobe an: Auf http://www.carlsen.de/web/buch?tn=158168 kann man nach einem Klick auf "Leseprobe" die ersten paar Seiten von "Gegen das Sommerlicht" - der deutschen Version von "Wicked Lovely" - anlesen. ("Gegen das Sommerlicht" gibt es mittlerweile auch als Taschenbuchversion fast zum halben Preis. Das nur als Anmerkung, weil es den Link zur Leseprobe nur bei der gebundenen Version gibt.)

Das Besondere an Melissa Marrs Fantasy ist, dass sie Probleme der "realen Welt" nicht ausklammert, sondern in ihre etwas andere Feengeschichte integriert.

Samstag, 2. Mai 2009

The New York Times and more

This semester, I have taken a course in American Cultural Studies. It is recommended to read at least one American newspaper if you take that course. Therefore, I subscribed to the New York Times today. On www.nytimes.com, you can choose between various newsletters, of which I picked "Today's Headlines", "Politics" and "Breaking News Alerts".

Was die Frage des gestrigen Tages betrifft - also, ob die Nationalsozialisten den 1. Mai nicht nur wegen der Gewerkschaften, sondern auch wegen ihres Interesses an heidnischem Kult zum Feiertag erklärten -, bin ich leider noch nicht weitergekommen. Ich scheine kein Buch zu besitzen, in dem auf diese Frage eingegangen wird, und im Internet habe ich bisher auch nichts Brauchbares darüber gefunden. Vielleicht finde ich in der Universitätsbibliothek etwas, das mir weiterhilft.

Heute vor einem Jahr war die verheerende Flutkatastrophe nach dem Wirbelsturm Nargis in Myanmar/Burma, die noch dadurch verschlimmert wurde, dass das dortige Militärregime schnelle internationale Hilfe behinderte. Es wird wohl noch ein Jahr dauern, bis wieder Ernte auf den damals verwüsteten Feldern wächst...