Sonntag, 31. Mai 2009

Opel und Magna

Jetzt soll ja Magna Opel retten... und Bund und Länder bürgen dafür mit insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Selbstverständlich mit dem Geld der KfW und der ohnehin angeschlagenen Landesbanken - Steuergeld. Der "Deal for GM's Opel" ist sogar die Top-Meldung der New York Times.

Ich muss gestehen, dass ich ein ungutes Gefühl bei der ganzen Sache habe.

Zunächst mal handelt es sich bei der Freitagnacht erzielten Einigung um eine Absichtserklärung. Die Bundesregierung stand wegen der bevorstehenden GM-Insolvenz unter großem Zeitdruck. General Motors hat nur niederrangige Unterhändler zu dem Treffen mit der Bundesregierung geschickt. Magna nimmt zwar den Betriebsrat ernst, aber das Finanzierungskonzept scheint doch einige Fragen aufzuwerfen. Dass Magna Opel gemeinsam mit einer staatlich kontrollierten russischen Bank - der Sberbank - übernehmen will, finde ich auch nicht gerade beruhigend. Wie viel Eigenkapital hat Magna selbst? Magna und die Sberbank wollen, dass der deutsche Staat mit mindestens 4,5 Milliarden Euro (Steuergeldern, wohlgemerkt) bürgt und selbst ("nur") 700 Millionen Euro einbringen.

Die Opel-Mitarbeiter mögen das Verhandlungsergebnis jetzt gutheißen. Es ist ihr gutes Recht, an ihre Arbeitsplätze zu denken. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass Opels Zukunft wirklich langfristig gesichert ist? Und wo führt es hin, wenn der Staat Opel hilft? Müsste er dann nicht auch Conti/Schaeffler, Märklin, Schiesser und all den anderen Firmen, die in Finanznot sind, helfen?

Da ich so denke, muss ich gestehen, dass Wirtschaftsminister Guttenberg (CSU) mich positiv überrascht hat. Er trägt die Einigung mit Magna zwar zähneknirschend mit, macht aber keinen Hehl daraus, dass er sie nicht gutheißt und eigentlich für eine "geordnete Insolvenz" wäre. Also dafür, dass ein Insolvenzverwalter dafür sorgt, dass die Firma grundlegend saniert wird. Wobei möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden, in der Hoffnung, dass die Firma danach besser dasteht als vorher. "Insolvenz" ist schließlich nicht gleichbedeutend mit "Pleite".
Es heißt sogar, dass Guttenberg mit seinem Rücktritt gedroht habe. Diese Information stammt zwar von der "Bild am Sonntag", aber Guttenberg weicht aus, wenn man ihn danach fragt. Was bedeutet: Er streitet es auch nicht ab.
"Das hätte ich ihm gar nicht zugetraut", soll jemand aus der Opposition dazu gesagt haben. Ich auch nicht. Respekt für sein Rückgrat.

Da wird mir mal wieder klar vor Augen geführt, dass ich ein Vorurteil hatte, obwohl ich Vorurteile doch hasse: Adlig, geschniegelt, von klein auf zur Elite erzogen - aber das sind Äußerlichkeiten. Höflichkeit, Humor, Charakter - das zählt viel mehr.

Samstag, 30. Mai 2009

Jeanne d'Arc

Vor 578 Jahren, am 30. Mai 1431, wurde die französische Nationalheldin Jeanne d'Arc (Johanna von Orléans) auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Kämpferin, die die Franzosen in die Schlacht gegen die Engländer geführt hatte und sich dabei auf göttliche Visionen berief, war zum Spielball politischer Interessen geworden.

1456 wurde das Urteil aufgehoben (was ihr natürlich noch "sehr viel" genutzt hat).
Jeanne wurde zur Märtyrerin erklärt, 1909 selig- und 1920 heiliggesprochen.

Heute ist ihr Gedenktag.

Freitag, 29. Mai 2009

Kenneth Branagh ist Kurt Wallander

Heute habe ich die erste von drei neuen Wallander-Verfilmungen, "Die falsche Fährte" (Sidetracked), angeschaut. Nicht, weil ich die Krimis so toll finden würde - nein, wegen des neuen Hauptdarstellers und Regisseurs, Kenneth Branagh.

Sein Name könnte vielleicht dem einen oder anderen Harry Potter-Fan etwas sagen. Branagh spielte in der Verfilmung von "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" den Professor Lockhart.
Eigentlich bekannt wurde er aber durch Shakespeare-Verfilmungen wie "Henry V.", "Much Ado About Nothing" (Viel Lärm um Nichts), "Othello", "Hamlet" und "Love's Labour's Lost" (Verlorene Liebesmüh). Daneben spielte er z. B. in "Conspiracy" (Die Wannseekonferenz, als Reinhard Heydrich) oder auch in Tom Cruises Stauffenberg-Verfilmung "Valkyrie" (Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat, als Widerstandskämpfer Henning von Tresckow) mit.

Ich finde, Branagh ist ein ausgezeichneter Schauspieler; in mancher Hinsicht interessanter als so mancher wirklich bekannte Hollywood-Darsteller.


Weshalb der Wallander-Film ab 18 war, verstehe ich allerdings nicht so recht, nachdem ich ihn gesehen habe... So spannend, dass mir das gerechtfertigt erschienen wäre, war er dann doch nicht.
Na ja, vielleicht wegen des Rache-Themas.
Aber ist ja auch nicht so wichtig.

Samstag, 23. Mai 2009

Politisches und Historisches

Heute wurde Bundespräsident Horst Köhler im ersten Wahlgang mit 613 von 1223 abgegebenen Stimmen (1221 gültig, 2 ungültig, 10 Enthaltungen, 503 für SPD-Kandidatin Gesine Schwan, 91 für "Die Linke"-Kandidat Peter Sodann, 4 für NPD/DVU-Kandidat Frank Rennicke) wiedergewählt.
Herzlichen Glückwunsch, Herr Köhler!

Heute vor 60 Jahren - am 23. Mai 1949 - wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verkündet.
Herzlichen Glückwunsch, Grundgesetz!

Heute vor 391 Jahren, am 23. Mai 1818, fand der (zweite) Prager Fenstersturz statt. Zwei kaiserliche Statthalter und ein Schreiber wurden aus einem Fenster der Prager Burg, dem Hradschin, geworfen. Dies war der Auslöser für den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648).
(Vor dem betreffenden Fenster stand ich selbst schon... geht ganz schön tief runter da. Dass die drei auf einen Misthaufen gefallen sein sollen und deshalb überlebt haben, ist aber wohl eine Legende. Wahrscheinlicher ist, dass sie von ihren schweren Mäntel gerettet wurden, die damals in Mode waren.)
Diesmal keine Glückwünsche.

Freitag, 22. Mai 2009

150. Geburtstag von Arthur Conan Doyle

Der schottische Schriftsteller Arthur Conan Doyle wurde am 22. Mai 1859 in Edinburgh geboren. Weltbekannt ist er wegen seiner Geschichten um den Detektiv Sherlock Holmes, die Doyle selbst allerdings gar nicht für sein wichtigstes Werk hielt.

Holmes, der Meister der logischen Deduktion, steht übersinnlichen Phänomenen strikt ablehnend gegenüber. Er verlässt sich stets auf wissenschaftliche Forschung und seinen scharfen Verstand.
Teils waren die in den Geschichten beschriebenen Methoden der Verbrechensbekämpfung der Wissenschaft in der Zeit ihrer Veröffentlichung um Jahre bis Jahrzehnte voraus.

Im Gegensatz zu Holmes wandte sich Doyle nach dem Tod seines Sohnes Kingsley im Ersten Weltkrieg zunehmend dem Spiritismus und Mystizismus zu.

Sir Arthur Conan Doyle starb am 7. Juli 1930 in Crowborough in der englischen Grafschaft East Sussex an den Folgen einer Herzerkrankung.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Interessanter Artikel über Anonymität im Internet

Heute habe ich mal wieder im Internet nach interessanten Themen gesucht und dabei einen Artikel von Bettina Winsemann bei heise.de gefunden, der zwar vom 8. September 2005, aber immer noch sehr aktuell ist. In "Zeigt her Eure Namen" geht es um gute Gründe, seine Meinungen im Internet unter Pseudonym zu schreiben, unabhängig davon, dass man bereit ist zu dieser Meinung zu stehen.

Ein kurzes Zitat aus dem Artikel:
Geht es um Anonymität und Datensparsamkeit, gibt es in Diskussionen oft genug das Argument: "Wer zu seiner Meinung/seinen Taten steht, versteckt sich nicht". Eine kurzsichtige Meinung, die nicht berücksichtigt, dass (freiwillige) öffentliche Preisgabe von Daten eine hohe Toleranz innerhalb der Gesellschaft voraussetzt.
Besonders der Abschnitt unter der Zwischenüberschrift "Einfach mal (den Falschen) denunzieren" ist interessant.

Der Inhalt dieses Zitats wiederum dürfte jedem einigermaßen tolerant und liberal denkenden Menschen allgemein bekannt sein - wahrscheinlich sogar aus eigener (negativer) Erfahrung in Diskussionen:
Gerade, wenn es um heikle Themen wie Kinderpornographie, Terrorismus, Todesstrafe etc. geht, sind viele Menschen innerhalb der Gesellschaft nicht bereit, sich argumentativ mit anderen auseinanderzusetzen, sondern greifen auch schon einmal zu kriminellen Methoden [dieser Halbsatz bezieht sich auf den Abschnitt unter der erwähnten Zwischenüberschrift], um "ihre Wahrheit" zu verteidigen.
Unter diesem Link könnt ihr den Artikel selbst nachlesen:

Die Schwierigkeit bei der "Anonymität" im Internet ist natürlich, dass sie sich nicht absolut herstellen lässt. Wie bereits erwähnt gilt das natürlich auch für meine eigene. Und höchstwahrscheinlich gefallen meine eher liberalen Ansichten zu "Tabuthemen" auch einer Menge Leuten nicht...

Sonntag, 17. Mai 2009

Epica - The Classical Conspiracy

Diese CD haben Epica bei einem Live-Konzert im ungarischen Miskolc aufgenommen. Sie wurden dabei von einem ganzen Orchester unterstützt. "The Classical Conspiracy" enthält nicht nur Live-Versionen der Epica-Songs, sondern auch Metal-Interpretationen einiger Filmmusikstücke und klassischer Kompositionen - die überraschend genial klingen. (Von den meisten Stücken kenne ich ja auch die Originalversion.) Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Epica-Versionen bei einigen Leuten, die mit Klassik bis dahin wenig am Hut hatten, zu klassischer Musik hinführen könnten.

Die Setlist der klassischen Stücke war
  • Palladium (aus dem von Epica komponierten Soundtrack "The Score ~ An Epic Journey")
  • O Fortuna (Carl Orff - leider nicht auf der CD, da die Orff-Familie keine Coverversionen zulässt)
  • Dies Irae (Giuseppe Verdi)
  • Ombra Mai Fu (Georg Friedrich Händel)
  • Symphonie aus der Neuen Welt, 1. Satz: Adagio (Antonin Dvořák)
  • Spiderman Medley (Danny Elfman)
  • Die Vier Jahreszeiten: Sommer, 3. Satz: Presto (Antonio Vivaldi)
  • Montagues & Capulets (Sergej Prokofjew)
  • The Imperial March (Darth Vaders Thema aus Star Wars, John Williams)
  • Stabat Mater Dolorosa (Giovanni Battista Pergolesi)
  • Unholy Trinity (aus "The Score")
  • Peer Gynt Suite No. 1: In der Halle des Bergkönigs (Edvard Grieg)
  • Pirates of the Caribbean (Klaus Badelt/Hans Zimmer)
Die Epica-Setlist bestand aus:
  • Indigo (der Instrumental-Prolog von Epicas dritter CD "The Divine Conspiracy")
  • The Last Crusade (von der zweiten CD "Consign to Oblivion")
  • Sensorium (von der ersten CD "The Phantom Agony")
  • Quietus (Silent Reverie) (von "Consign to Oblivion")
  • Chasing the Dragon (von "The Divine Conspiracy"; mein Lieblingssong)
  • Feint (von "The Phantom Agony; über diesen Song habe ich schon mal einen Blog-Eintrag geschrieben)
  • Never Enough (von "The Divine Conspiracy" - die Version ohne Grunts, die ich nicht so mag)
  • Beyond Belief (von "The Divine Conspiracy")
  • Cry for the Moon (von "The Phantom Agony")
  • Safeguard to Paradise (von "The Divine Conspiracy")
  • Blank Infinity (von "Consign to Oblivion")
  • Living a Lie (von "The Divine Conspiracy" - eine Version ohne Grunts, aber mit neuen Melodielinien, die ich sehr schön finde)
  • The Phantom Agony (der Titeltrack der gleichnamigen CD)
  • Sancta Terra (von "The Divine Conspiracy")
  • Illusive Consensus (von "The Phantom Agony")
  • Consign to Oblivion (der Titeltrack der gleichnamigen CD)
Insgesamt spielten Epica eine Setlist, die fast keine ihrer härteren Stücke enthält. Der Veranstalter hatte das so gewünscht, da zu dem Festival in Miskolc auch viele Klassikfans kamen, die mit Metal nicht vertraut waren und von allzu harten Klängen vielleicht verschreckt worden wären. Für Neueinsteiger wäre also vielleicht diese CD der richtige Einstieg.

Ich freue mich vor allem über die ungewöhnlichen Klassik-Interpretationen und darüber, dass Epica eine Live-CD mit klassischem Orchester aufnehmen konnten - die erste, die seit "We Will Take You With Us" (2004) erschienen ist.

Freitag, 15. Mai 2009

Das Jo-Jo

Heute bin ich mal wieder zu Hause und habe eben ein Jo-Jo gefunden, das offenbar mein Vater liegen gelassen hat. Wo er es her hat, weiß ich noch nicht; es könnte sogar eines meiner alten sein, das er wiedergefunden hat. In der dritten oder vierten Klasse Grundschule war ich nämlich einmal ein totaler Jo-Jo-Fan.
Jedenfalls konnte ich es nicht lassen gleich damit herumzuspielen. Es ist eines dieser Jo-Jos mit Leerlauf, mit denen man so einige Tricks ausführen kann. Vielleicht finde ich sogar mein altes Jo-Jo-Buch wieder. Dann könnte ich ein paar schwierigere Sachen daraus ausprobieren.
Mal sehen.
Jedenfalls würde das Jo-Jo gut dazu passen, dass ich auch ein bisschen jongliere.

Edit:
Das Jo-Jo ist tatsächlich eines meiner alten. ;-)

Mittwoch, 13. Mai 2009

Am 13. Mai des Jahres...

... 1871 versuchte die italienische Regierung ihre Beziehungen zum Heiligen Stuhl durch die Garantiegesetze (Legge delle Guarentigie) zu klären. Der Papst war im Zuge der italienischen Einigung seines Landes beraubt worden und sollte nun von der Generosität des italienischen Königs abhängig sein. Die Gesetze wurden von Papst Pius IX. (das war der mit dem Ersten Vatikanischen Konzil) jedoch nicht anerkannt.

... 1846 stimmte der amerikanische Kongress einer Kriegserklärung gegen Mexiko zu, nachdem die USA 1845 Texas annektiert hatten, was zu Spannungen zwischen den Nachbarländern geführt hatte.

... 1882 wurde der französische Maler Georges Braque bei Paris geboren. Er entwickelte zusammen mit Pablo Picasso den Kubismus.

... 1917 berichteten Lucia dos Santos und ihre Cousins Francisco und Jacinta Marto von einer Marienerscheinung im portugiesischen Fátima.

... 1943 wurde der Somali Youth Club gegründet. Er war ein Vorgänger der Somali Youth League, die 1960 an der Bildung der ersten unabhängigen somalischen Regierung beteiligt war.

... 1950 wurde der Musiker Stevie Wonder in Saginaw im US-Bundesstaat Michigan geboren

... 1960 erreichte eine Schweizer Expedition unter Führung von Max Eiselin den Gipfel des Dhaulagiri im Himalaya.

... 1981 überlebte Papst Johannes Paul II. den Attentatsversuch des türkischen Nationalisten Mehmet Ali Agca.

... 1993 forderte eine Methangasexplosion in einer Kohlenmine in Secunda (Südafrika) die Leben von 50 Bergarbeitern.


Quelle: Encyclopædia Britannica Newsletter, On This Day for 5/13

To be continued...
(Vermutlich am 9. November, einem der Tage, in denen unglaublich viel geschichtlich Bedeutsames passiert ist.)

Montag, 11. Mai 2009

Orte, an denen man schweigend steht

An manchen Orten ist es die angemessenste Reaktion bewegt zu schweigen. Ich finde es schade, dass herausgehobene Persönlichkeiten gerade an solchen Orten dazu gezwungen sind Ansprachen bzw. Reden zu halten.

Letzte Woche dachte ich mir das schon, als ich Angela Merkels Rede im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen hörte. Ich habe diesen Ort selbst besucht und wäre unmittelbar danach höchstwahrscheinlich nicht in der Lage gewesen viele Worte zu machen, vorbereitete Rede hin oder her.
Natürlich hat man schon in etwa gehört, was man dort sehen wird, aber dort zu sein ist noch einmal etwas ganz Anderes.

Heute dachte ich mir dasselbe, als ich Papst Benedikt XVI. im Zuge seines Israelbesuchs in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sprechen hörte. Die "Halle der Erinnerung" dort muss ebenfalls ein Ort sein, der einen emotional sehr berührt. Was dann zu dem Paradoxon führt, dass Benedikt in seiner Ansprache sagte, er "stehe schweigend" dort...

Es geht mir hier wohlgemerkt nicht um Wortklauberei, sondern darum, dass es Orte geben sollte, an denen man einfach gar nichts sagen muss, egal wer man ist.

Damit möchte ich ganz gewiss nicht behaupten, dass Angela Merkel oder Papst Benedikt ihre Ansprachen nicht hätten halten sollen. Natürlich war es gut und wichtig, was sie gesagt haben (obwohl ich mir vom Papst auch ein paar deutliche Worte zur Rolle der katholischen Kirche während des Nationalsozialismus gewünscht hätte). Aber ich finde, dass es Orte gibt, an denen Schweigen angemessener wäre. Reden kann man vor diesen Orten immer noch.

Sonntag, 10. Mai 2009

Texte aufnehmen mit Audacity und TapeDeck

Yve (www.fliegende-gedanken.de) und Diana (www.hobby-schreiber.de) machen gerade Versuche damit ihre Texte als Hörbücher aufzunehmen und zur Verfügung zu stellen. Yve nutzt aufgenommene Texte auch zum Lernen (mehr dazu in ihrem Blog).

Ich selbst belege in meinem Studium gerade einen Kurs namens "Effective Pronunciation", in dem ich die korrekte englische Aussprache lernen soll. Dass ich mir dafür auch die Aufnahmemöglichkeiten an meinem Computer zunutze machen möchte, ist wohl naheliegend. Deshalb habe ich heute mal zwei Programme ausprobiert.

Das eine ist Audacity (http://www.audacity.de), das ich schon einige Zeit kenne. Es ist Freeware und verfügt über vielfältige Funktionen. Man kann damit nicht nur Audiodateien aufnehmen, sondern z.B. auch schneiden, kopieren oder mischen. Audacity ist betriebssystemunabhängig; es läuft auf Mac OS X, GNU/Linux und natürlich auch auf Windows. Das Programm wird übrigens auch im Medienzentrum meiner Uni verwendet.

Von dem anderen Programm, TapeDeck, habe ich nur eine Demo-Version. Es funktioniert fast genauso wie ein Kassettenrekorder, hat eine dementsprechend aufgebaute Arbeitsoberfläche und besticht vor allem durch seine einfache Bedienweise. TapeDeck gibt es nur für Mac OS X Leopard und die Vollversion kostet 25 US-Dollar. Wer es sich mal anschauen möchte: http://tapedeckapp.com

Mit TapeDeck zu arbeiten fand ich angenehm und es hat auch Spaß gemacht, aber dasselbe gilt auch für Audacity. Ich werde bei dem letzteren Programm bleiben. :-)

Samstag, 9. Mai 2009

(Thunder-)Storm

Genau wie gestern gibt es auch heute wieder ein Gewitter.

Zum Thema Gewitter (und Stabreime) ein Zitat aus dem Lied "Storm" von Blackmore's Night:

Wild were the winds that came
In the thunder and the rain
Nothing ever could contain
The rising of the storm...

In the wings of ebony
Darkened waves fill the trees
Wild winds of warning
Echo through the air...

[...]

In all of nature's sorcery
The most bewitching entity
Hell can have no fury
Like the rising of the storm...

Freitag, 8. Mai 2009

In der NYT über die "Schweinegrippe"

Eben habe ich einen Artikel aus der New York Times noch mal gelesen, der in der Ausgabe vom Montag, dem 5. Mai, erschien. Wie schon erwähnt, habe ich den NYT-Newsletter abonniert. Besagten Artikel "Worry? Relax? Buy Face Mask? Answers on Flu" habe ich mir angeschaut, weil ich mir immer noch unsicher bin, welche Meinung ich zum Thema "Schweinegrippe" haben soll. Immerhin verstand ich nach dem Lesen ein bisschen besser, wieso dieses Thema für solche Furore sorgt:
But it is a historical precedent that fuels must of the present concern. In the 1918 pandemic, the virus was relatively mild when it first appeared in the spring, but it came back with a vengeance in the fall. "That's what has a lot of the experts frightened," Dr. Fishman [infectious-disease specialist at the University of Pennsylvania] said. "When it recurs, there's the possibility it could be more virulent."
Sprich, die Erfahrungen mit der Spanischen Grippe 1918 sind es, die zur Sorge Anlass geben. Der mutierte H1N1-Virus scheint diesen Frühling ja wirklich relativ mild zu sein. Der entsprechende Virus bei der Spanischen Grippe war ebenfalls im Frühjahr weniger virulent, forderte im Herbst aber Millionen von Todesopfern. Deshalb gibt es die Befürchtung, dass es sich mit dem "Schweinegrippe"-Virus ähnlich verhalten könnte. Zumal eine größere Grippeepidemie von Experten ja schon seit Jahren erwartet wird.

In dem Artikel wurde auch eine Expertin zitiert, Laurie Garrett, die eine mögliche Erklärung dafür gibt, dass an der "Schweinegrippe" (ebenso wie an SARS oder damals an der Spanischen Grippe) mehr junge Menschen als Kinder oder Ältere gestorben sind: Sie vermutet eine zu starke Immunreaktion, bei der der ganze Körper verrückt spielt. Genauer gesagt, einen Zytokinsturm (anaphylaktischen Schock), bei dem der Körper große Mengen an entzündungsauslösenden Botenstoffen ausschüttet. Der betroffene Mensch ist dann in Gefahr, an Kreislaufversagen zu sterben.

Und ich weiß nun immer noch nicht, was ich von der "Schweinegrippe" halten soll...

Dienstag, 5. Mai 2009

Ein wenig überrascht über das Bundesverfassungsgericht

Heute hat das Bundesverfassungsgericht über die Zulässigkeit von Dreifachnamen entschieden - sie bleiben weiter verboten. Die Begründung: Das Namensrecht diene auch dazu, "den Namensträger familial klar zuzuordnen" und die Identifikationskraft eines Namens auch in der Generationenfolge zu sichern.
Für mich kommt das einigermaßen überraschend. Wenn jemand einen langen Namen möchte - wieso denn nicht? Und mit Identifikationskraft und Generationenfolge zu argumentieren, ist für mich auch nicht wirklich stichhaltig. Das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen würde ich da höher einschätzen.
Nach dem Inzest-Urteil, auf das ich in einem Post bereits eingegangen bin, ist dieses eines der wenigen Urteile, in dem das Verfassungsgericht anders entschieden hat als ich es mir gewünscht hätte.



Und zum Schluss ein lustiges Zitat aus dem New York Times-Newsletter vom Montag:
"Averages don't tell you very much. You could have a student transmitting to 15 others, while the average in Queens is 0.1. It's like putting Bill Gates down in Ethiopia and saying the country has a pretty high average income."
Dr. Dirk Brockmann, leader of the epidemic-modeling team at Northwestern University

Sonntag, 3. Mai 2009

Eine Leseprobe von "Fragile Eternity" bei HarperCollins

Nachdem Melissa Marrs "Fragile Eternity" nun schon seit einigen Tagen erschienen ist, wird es mal Zeit, dass ich das Widget für das Buch entferne.
Das Widget hat mich auch zur Seite des Verlags von Melissa Marr, www.harpercollins.com, geführt. Genauer gesagt zu http://www.harpercollins.com/books/9780061214714/FragileEternity/index.aspx, wo man nach einem Klick auf den BrowseInside-Button sage und schreibe 85 Seiten und damit fast sieben ganze Kapitel aus "Fragile Eternity" lesen kann. Was für ein Service!
Ich habe das Buch angelesen und mich danach entschieden es demnächst zu kaufen.

Wer dem Englischen, Feen und Fantasy nicht abgeneigt ist, kann ja mal dem ersten Roman der Reihe, "Wicked Lovely", eine Chance geben, wenn er oder sie möchte. Der Link: http://browseinside.harpercollins.com/index.aspx?isbn13=9780061214653
Carlsen, Melissa Marrs deutscher Verlag, bietet aber auch eine Leseprobe an: Auf http://www.carlsen.de/web/buch?tn=158168 kann man nach einem Klick auf "Leseprobe" die ersten paar Seiten von "Gegen das Sommerlicht" - der deutschen Version von "Wicked Lovely" - anlesen. ("Gegen das Sommerlicht" gibt es mittlerweile auch als Taschenbuchversion fast zum halben Preis. Das nur als Anmerkung, weil es den Link zur Leseprobe nur bei der gebundenen Version gibt.)

Das Besondere an Melissa Marrs Fantasy ist, dass sie Probleme der "realen Welt" nicht ausklammert, sondern in ihre etwas andere Feengeschichte integriert.

Samstag, 2. Mai 2009

The New York Times and more

This semester, I have taken a course in American Cultural Studies. It is recommended to read at least one American newspaper if you take that course. Therefore, I subscribed to the New York Times today. On www.nytimes.com, you can choose between various newsletters, of which I picked "Today's Headlines", "Politics" and "Breaking News Alerts".

Was die Frage des gestrigen Tages betrifft - also, ob die Nationalsozialisten den 1. Mai nicht nur wegen der Gewerkschaften, sondern auch wegen ihres Interesses an heidnischem Kult zum Feiertag erklärten -, bin ich leider noch nicht weitergekommen. Ich scheine kein Buch zu besitzen, in dem auf diese Frage eingegangen wird, und im Internet habe ich bisher auch nichts Brauchbares darüber gefunden. Vielleicht finde ich in der Universitätsbibliothek etwas, das mir weiterhilft.

Heute vor einem Jahr war die verheerende Flutkatastrophe nach dem Wirbelsturm Nargis in Myanmar/Burma, die noch dadurch verschlimmert wurde, dass das dortige Militärregime schnelle internationale Hilfe behinderte. Es wird wohl noch ein Jahr dauern, bis wieder Ernte auf den damals verwüsteten Feldern wächst...

Freitag, 1. Mai 2009

Feiertag und Frühlingsfest

Diesmal möchte ich wieder einen aktuellen Anlass aufgreifen und im nächsten Abschnitt kurz über die Entstehung des Maifeiertags schreiben, im dritten auf die Wurzeln des traditionell am 1. Mai begangenen Frühlingsfestes eingehen.

Der 1. Mai wurde wegen eines amerikanischen Arbeiterstreiks im Jahre 1886, der blutig endete, auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale zum "Kampftag der Arbeiterbewegung" ausgerufen. Als Feiertag begangen wurde er erstmals 1919 in der Weimarer Republik und dann ab 1933. 1934 wurde er als "Feiertag der nationalen Arbeit" zum gesetzlichen Feiertag erklärt, was er bis heute ist.
Ja, er wurde von den Nazis eingeführt - um die Gewerkschaften reinzulegen: Nur einen Tag nach dem 1. Mai 1934 wurden die Gewerkschaftshäuser in ganz Deutschland besetzt und Gewerkschaftsfunktionäre in "Schutzhaft" (was für ein Euphemismus!) genommen. Am 10. Mai 1934 wurden die Gewerkschaften zwangsweise in die neu gegründete "Deutsche Arbeitsfront" (DAF) eingegliedert und damit gleichgeschaltet. In der DAF waren nämlich nicht nur die Gewerkschaften vertreten, sondern auch die Arbeitnehmer - damit war die Tarifautonomie ausgehebelt.
Na ja, aber weil der Feiertag von den Nazis eingeführt (und 1946 vom Alliierten Kontrollrat der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs bestätigt) wurde, finden am 1. Mai nicht nur Aufmärsche von Linken und Gewerkschaftern statt, sondern leider auch von Neonazis.

Maifeste sind dagegen wieder eine ganz andere Sache. Sie gehen auf heidnische Bräuche zurück: das keltische Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest Beltane und die römischen Floralia, Festtage zu Ehren von Flora, der Göttin der (Getreide-)Blüte.
Hier wäre auch noch die "Walpurgisnacht", ursprünglich ein Mondfest, und der "Tanz in den Mai" zu nennen. Der Maibaum stellte dabei ursprünglich die Weltenesche Yggdrasil aus der nordisch-germanischen Mythologie dar und ist zugleich ein Fruchtbarkeitssymbol. Diese Wurzeln des Maifestes wurden von der christlichen Kirche im Mittelalter bekämpft. So erhielt die Walpurgisnacht auch ihre Prägung als Fest der Hexen und Teufel, als das sie u. a. im "Faust" Einzug gehalten hat. Ihren Namen erhielt die Nacht von der Heiligen Walburga, die an einem 1. Mai heiliggesprochen wurde. Sie war eine gelehrte Nonne und Missionarin, die im 8. Jahrhundert in Süddeutschland wirkte.

Ich finde die keltische, römische und nordische Kultur sehr spannend. Eigentlich finde ich alle Kulturen spannend, auch wenn ein Menschenleben wohl viel zu kurz ist, um sich mit ihnen allen genauer zu beschäftigen. Kelten, Römer und Germanen sind für mich aber insofern besonders interessant, als dass es früher da, wo ich herkomme, alle drei gegeben hat.
Die drei Kulturen haben außerdem noch gemeinsam, dass sie von den Nazis missbraucht wurden: die römische Kultur, weil Hitler Mussolini verehrte, die keltische und vor allem die germanische, weil sie als "deutsch" bzw. "arisch" galten.

Jetzt hat sich dieser Eintrag irgendwie im Kreis gedreht - erst ging es darum, dass die Nazis den 1. Mai zum Feiertag machten, um die Gewerkschaften in Sicherheit zu wiegen, dann um den Missbrauch alter Kulturen durch die Nazis. Da kann man leicht auf den Gedanken kommen, dass die Nazis den 1. Mai auch wegen der ganzen heidnischen Festtradition zum Feiertag erklärten. Ob das historisch haltbar ist, weiß ich momentan nicht, aber es klingt zumindest mal nicht unlogisch. Das muss ich nachlesen!
Aber nicht mehr heute. Heute gehe ich erst mal schlafen.